Tag 2, von Kryuz nach Rrogozhinë
1. September 2019 Tag 2, von Memzote nach Rogozhinë Heute morgen wollte sich mein Körper erstmal verweigern. Da hab ich ihm versprochen, daß ich heute nur einen kurzen Marsch...


Veröffentlicht: 02.09.2019
3.September 2019
Tag 3, von Rrogozinë nach Peqin
Start heute Morgen um 6: 30 h
Da ich gestern den Trail verließ, mußte ich mir heute einen anderen Weg suchen. Ich beschloss, zum Teil an den Schienen der vorhandenen Eisenbahntrasse entlang zu laufen. Da konnte ich ganz entspannt entlang wandern, da morgens um 8 h der Zug in die eine und abends um 18 h in die andere Richtung fährt. Unterwegs sah ich jede Menge Federvieh und Eseln, das war sehr abwechslungsreich.
Da die direkte Route zu meinem Tagesziel nur etwas mehr als 10 km war, machte ich noch einen Umweg über kleine Dörfer und 2 kleinere Bergrücken. Am Eingang des ersten Dorfes sah mich ein Mann, der in seinem Garten war. Er winkte mir zu und gab mir zu erkennen, das ich in sein Grundstück kommen sollte. Als ich im Garten stand pflückte er sogleich blaue und weiße Weintrauben und gab mir etwa einen Kilo in meine Hände. Ich nahm dankend an und machte mich sogleich ans verdrücken dieser so süßen Trauben, da ich heute wieder ohne Frühstück gestartet bin und an den Gleisen nur eine Handvoll Feigen gegessen hatte.
Nach etwas smalltalk über meine Reise verabschiedete ich mich dankend. Etwa eine halbe Stunde später stieg ich auf einen kleinen Bergrücken auf. Oben angekommen war ein wunderbarer Ort für eine vorgezogene Mittagspause unter einen sehr alten Olivenbaum. Gerade als ich kurz eingenickt war kamen zuerst Puten dann Truthähne, Hühner und zuletzt auch noch Schafe, um mich am Schlaf zu hindern. Nachdem ich vom danebenstehenden Feigenbaum mir noch ein paar Früchte gepflückt hatte, wollte ich wieder losziehen. Da sah ich aber noch eine sehr reife, bereits aufgesprungene Feige, die musste ich auch noch haben! Schnell gepflückt und als ganzes rein in den Mund - reingepissen und etwas hat sich aber anders angefühlt und außerdem hat's dabei auch noch geknackt! Wieder ausgespuckt und nachgesehen, da hatte ich wohl auf der anderen Seite der Feige einen großen grünblauen Käfer übersehen (so ein Armer).
Nach etwa 30 Minuten wollte ich eine Frau, die in ihrem Grundstück vor ihrem Haus stand, nach den Weg fragen. Sie holte darauf ihre Tochter, die gut Englisch sprach. Ich fragte sie nach einen Pfad über den Hügel, der direkt hinter ihrem Haus sich entlang zog. Das Mädchen wollte mich aber die ganze Zeit der Dorfstraße entlang zu mein Tagesziel schicken, das ich aber immer wieder ablehnte.
Inzwischen waren die Mutter und die Großmutter auch zur Stelle und luden mich mehrmals zum Essen ein. Ich überlegte kurz - ich hatte ja bereits etwa 750 Gramm Weintrauben und eine Menge Feigen gegessen und außerdem erinnerte ich mich an Gestern, wie so ein bischen Essen ausschauen kann, wenn man eh keinen Hunger hat. Somit habe ich diesmal dankend abgelehnt und verabschiedete mich. Ich bin dann doch über den Hügel bis zu Eisenbahnlinie und etwa 3 km entlang der Schienen bis in den Ort Peqin, wo ich in einem kleinen Hotel untergekommen bin, gewandert.