Bremsen? Nicht nötig.
Wenn man so eine Reise plant, oder in unserem Falle nicht wirklich plant, so hat man doch gewisse Bilder im Kopf von Landschaften, von den Leuten, vom Essen, einfach...


Veröffentlicht: 08.07.2025
Wie schon befürchtet, erwartete uns heute morgen im B&B das Full Irish Breakfast unseres Gastgebers Brian. Er hat sich richtig ins Zeug gelegt mit wunderschön gedecktem Tisch,Orangensaft, Kaffee und eben diesem Irish Breakfast. Uns erwarteten Speck, Würstchen, Eier, gebratene Tomaten, Pilze und Toast. Ganz tapfer haben wir alles aufgegessen und bei jedem anstrengenden Hügel mussten wir an Brian denken (das war ziemlich oft), weil das Fett natürlich nicht so schnell verdaute. Zum Glück fanden wir frische Erdbeeren bei einer Farm, süss und superlecker. Das Wetter war einfach traumhaft, zum Teil war der Himmel wolkenlos und die grüne Landschaft dazu schon fast kitschig. Für ein (sehr) abkühlendes Bad am Longbeach reichte es auch und Anjas neuer Badeanzug (nicht probiert, gekauft, eingepackt) passte sogar. Sinnbild für unsere Reisevorbereitung: wird schon irgendwie gehen, improvisieren, fahren, schauen wo es schön ist und einfach geniessen. Na gut mit, oder besser gesagt ohne Badeanzug improvisieren wird schwierig. Einfach nackt unbeobachtet in den Atlantik springen à la Norwegen ist nicht möglich und die Iren wären wohl auch nicht so amused. Wir finden so und so, man ist im Zugang zum Meer recht eingeschränkt. Überall stehen Schilder, Absperrungen, DO NOT, NO TRESPASSING, Stacheldraht, No, No... und so weiter. In Amerika hätten wir wohl Angst erschossen zu werden. Ne so schlimm nicht, aber wenn man das Wildcampen wie in Norwegen machen will: NO WAY!! Für uns sehr gewöhnungsbedürftig, es gibt unzählige wunderschöne NO-Plätze und wir vermissen es, einfach am Abend das Zelt aufzubauen und da zu sein wo man sein will. Wir müssen uns eine Taktik überlegen, umdenken, sonst stehen wir jeden Abend kaputt, hungrig, müde vor dem NO-Problem. So wie heute, Wetter einfach grandios, Temperatur 22 Grad, vor uns der weite, blaue Atlantik, ein paar einsame Schafe und das Donnegrollen, Donnergrollen?... oh nein es ist nur der Magen von Peter. Hunger, keine Bleibe, Internet zum Unterkünfte schauen auch NO. Stimmung: Donnergrollen. Weiterfahren von Tragumna Beach auf dem Wild Atlantic Way. Nach 8 km kommt ein grösserer Ort "Skibbereen" mit einem Campingplatz und neben dran ein Supermarkt, der bis 22 Uhr geöffnet hat. Zelt aufbauen und den Supermarkt stürmen. Mit mega Hunger einkaufen? Keine gute Idee? Im Moment erscheint alles lecker und muss gekauft werden von Pastasalat, 1 kg Tomaten, Couscous-Salat über gefüllte Berliner bis hin zu zwei Gin-Tonic aus der Dose zum Anstossen auf unsere Ups and Downs. Eklig eigentlich, aber uns in der untergehenden Sonne auf dem Camping sitzend, dem Hundegebell und Kindergeschrei lauschend, ziemlich egal. Unser erster Schritt zum Umdenken für die nächsten Tage unserer Reise: tagsüber fahren, Ruhe und Landschaft geniessen und am Abend im Pub sitzen, eine Unterkunft schon am Vorabend buchen, Bier trinken und mit Leuten schwatzen. YES!!! So kann es funktionieren - ohne dass einer von uns beiden erschossen wird.
Route: Clonakilty nach Skibbereen
Kilometer: 63
Höhenmeter: 863