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Woche 54 - Tuvalu

Veröffentlicht: 17.05.2026

Flug
NAN → FUN
Economy
Spaziergang
Hauptstraße Funafuti → Supermarkt in Funafuti
Funafuti, Tuvalu
Attraktion
Landebahn von Funafuti International Airport
Funafuti, Tuvalu
Attraktion
Post Office Funafuti
Funafuti, Tuvalu
Attraktion
Südliches Ende von Funafuti
Funafuti, Tuvalu
Fähre
Bootssteg in Funafuti → Lagune bei Funafuti
Skipper
Attraktion
Kleine unbewohnte Insel in der Lagune von Funafuti
Funafuti, Tuvalu
Attraktion
Bewohnte Insel in der Lagune von Funafuti
Funafuti, Tuvalu
Fahrt
Hotel in Funafuti → Nördlichster Punkt von Funafuti
12 km

Eines der kleinsten Länder der Welt mit 26 km2 ist Tuvalu. Tuvalu hat weniger als 12.000 Einwohner, auf der Hauptinsel mit der Hauptstadt Funafuti leben die Hälfte der Einwohner. Und genau dorthin ging es für uns am Montag von Nadi aus.

Tuvalu hat in den letzten Jahren traurige Berühmtheit erlangt. Es das erste Land, welches vom steigenden Meeresspiegel überschwemmt werden wird. Tuvalu liegt im Schnitt nur 1 Meter über dem Meeresspiegel. Schätzungen zufolge wird es bereits im Jahr 2100 nicht mehr existieren. Bis 2050 werden wahrscheinlich bereits 50% der Landfläche bei Flut überschwemmt sein.

Es werden entlang der Küstenlinie zur Lagunenseite mit 2x3 Metern Sandsäcken eine Barriere aufgebaut, sodass die Landerosion verlangsamt wird und die Überflutung gemildert wird.

Australien hat letztes Jahr ein Klima-Visa für die Einwohner eingeführt und die ersten Menschen sind bereits übergesiedelt. Bis in mehreren Jahrzehnten könnten alle Einwohner übergesiedelt sein.

Tuvalu hat als erstes Land weltweit eine „Digital Nation“ eingeführt, um die Kultur und Geschichte des Landes zu erhalten. Außerdem wird Tuvalu das erste Land ohne eigenen Staatsboden sein, daher werden alle Regierungsangelegenheiten digital bereitgestellt.

Wer mehr erfahren will: https://www.tuvalu.tv/about

Neben dem Fischfang und Rücküberweisungen von im Ausland arbeitenden Bürgern generiert Tuvalu beachtliche Einnahmen durch die Vermietung seiner Internet-Endung .tv.

Schon die Ankunft war spektakulär. Beim Landeanflug sahen wir zuerst nur Wasser, dann ein paar Palmen, ein paar Hütten und schließlich landeten wir. Der internationale Flughafen bestand auch nur aus einem größeren Gebäude und das Gepäck wurde vom Flugzeug 20m zur Gepäckausgabe getragen.

Unser Hotel empfing uns direkt nach der Einreise und brachte unser Gepäck ins 500m entfernte Hotel.

Wir nutzten den Rest vom Tag für eine Erkundungstour zu Fuß entlang der Hauptstraße und kauften ein paar Kleinigkeiten im Supermarkt.

Nach dem Abendessen machten wir einen Spaziergang zu und auf der Landebahn. Diese wird am Abend zum Treffpunkt und Sportplatz für die Locals. An einer Stelle wurden Netze aufgebaut und Volleyball gespielt. Nebenan spielten zwei Mannschaften Rugby gegeneinander und nur ein paar Meter weiter gab’s besten Straßenfußball zu bestaunen.

Auch tagsüber fahren vor allem Roller nur ein paar Meter neben der Landebahn und Zäune oder ähnliches gibt es nicht. Wenn ein Flugzeug landet oder startet wird das mit einer lauten Sirene mitgeteilt und der Verkehr kurz mit einer Schranke angehalten.

Am nächsten Morgen machten wir uns wieder zu Fuß auf um die Insel zu erkunden. Wir wollten bis ans südliche Ende laufen und dort den Strand begutachten. Außerdem war unsere Mission andere Touristen zu finden, damit wir mit ihnen zusammen eine Bootstour machen können. Für uns alleine wäre das ganze nämlich deutlich teurer, als mit ein paar mehr Leuten.

Am Post-Office der Insel, das bekannt ist, da Briefmarken aus Tuvalu besonders selten sind, trafen wir dann auf ein anderes Touristenpaar. Natürlich waren die beiden aus Deutschland und so kamen wir direkt gut ins Gespräch. Nachdem Postkarten und Briefmarken gekauft waren, tauschten wir noch Nummern aus, damit das mit der Bootstour zusammen organisiert werden konnte.

Für uns ging es dann zu Fuß weiter bis zum Ende der Insel. Unterwegs wurden wir immer wieder von den Kindern begrüßt. Die meisten Häuser in denen hier gelebt wird waren sehr einfach und offen gebaut. Meistens gab es einen großen Raum mit Dach, aber keine weiteren Zimmer oder Wände.

An südlichen Ende angekommen kühlten wir uns im Wasser der Lagune ein bisschen ab, bevor wir uns auf den Rückweg machten.

Am Nachmittag wurde dann auch die Bootstour für den nächsten Morgen klargemacht und so konnten wir uns schon auf den nächsten Tag freuen. Nach gemeinsamen Abendessen mit Tim und Lina fielen wir müde ins Bett.

Für die Bootstour wurden wir überpünktlich abgeholt. Wir wurden einzeln mit dem Roller vom Hotel zum Bootssteg gebracht. Hier wartete unser Skipper und das Boot auf uns.

Es ging einmal quer über die Lagune und nach fast einer Stunde steuerten wir eine kleine, menschenleere Insel an. Wir hatten die ganze Insel für uns alleine. Das Wetter zeigte sich auch von seiner besten Seite und so konnten wir den herrlichen Sandstrand und das klare Wasser richtig genießen. Tim und Julian ließen ihre Drohnen steigen und machten schöne Bilder. Anschließend ging es zum Schnorcheln ins Wasser.

Die Korallen waren leider nur noch teilweise lebendig, der Großteil schon abgestorben. Das liegt zum einen an den steigenden Wassertemperaturen und zum anderen an großen Stürmen der letzten Jahre. Trotzdem machte das Schnorcheln Spaß und wir haben viele Fische gesehen. Julian hat auch drei Schildkröten entdeckt, die sich alle jedoch schnell aus dem Staub machten als wir uns ihnen näherten.

Weiter ging es auf eine zweite Insel, dieses Mal etwas größer und bewohnt. Den Strand hatten wir wieder für uns alleine und wir genossen das Inselleben in vollen Zügen. Nachdem wir ausgiebig gebadet und entspannt hatten mussten wir leider wieder zurück Richtung Funafuti. Als kleines Highlight kamen noch einige Delfine am Boot vorbei und begleiteten uns ein Stück zurück.

Der Bootsausflug hätte nicht schöner sein können und zusammen mit Tim und Lina war das ganze nochmal besser, denn wir haben uns mega gut verstanden.

Am nächsten Tag mieteten wir uns einen Roller, um die restliche Insel bis zum nördlichsten Punkt abzufahren.

Zuerst verabschiedeten wir uns jedoch von Tim und Lina, für die es weiter Richtung Fiji ging.

Anschließend düsten wir die Straße nach Norden bis es nicht mehr weiter ging. Noch ein paar hundert Meter zu Fuß und wir waren am Ende angelangt. Für den Rückweg ließen wir uns mehr Zeit und stoppten immer wieder für ein paar Fotos und um die Häuser bzw. Hütten der Einheimischen zu sehen.

Gerade am nördlichen Ende wurde uns allgegenwärtig, wie schmal die Insel ist. Auf der einen Seite der offene Ozean mit großen Wellen und Brandung. Dann ein bisschen Strand, ein paar Palmen, die Straße, wieder Strand und schon kommt die Lagune mit ruhigem Wasser und nur kleinen Wellen.

An den dünnsten Stellen ist die Insel tatsächlich nur ca. 5m breit. Von Nord nach Süd muss man nur 12km fahren.

Dass die Insel klein ist und nur sehr wenige Touristen hat merkten wir auch an den Einheimischen. Diese interessierten sich eigentlich kaum bis gar nicht für uns. Nur die Kinder waren neugierig, sagten Hallo oder gaben uns ein High Five. Es gibt quasi keine touristischen Einrichtungen, Souvenirläden oder Tourenanbieter.

Die wenigen Restaurants bieten hauptsächlich asiatisches Essen an. Lokale Restaurants oder Gerichte sucht man vergebens. Die wenigen Restaurants und die großen Supermärkte werden von Taiwanesen geführt. Die beiden Länder haben ein Abkommen, weshalb es wohl mal ein paar Taiwanesen nach Tuvalu verschlagen hat.

Trotzdem, oder vielleicht gerade deswegen haben wir uns sehr wohl gefühlt in Tuvalu. Alles war entspannt und keine überlaufenen Touristenattraktionen. Im Restaurant waren wir quasi alleine, die Locals haben sich ihr Essen immer in großen Schalen für die ganze Familie abgeholt. Die Bootstour mit einsamen Inseln und Stränden für uns alleine wird uns sicher noch lange in Erinnerung bleiben. Auch die Atmosphäre auf den Straßen und vor allem auf der Landebahn vergessen wir nicht so schnell.

Dem Klimawandel so ins Gesicht zu schauen, macht uns aber auch nachdenklich. Die Menschen in Tuvalu haben quasi nichts zum Klimawandel beigetragen und tragen dennoch die Folgen. Vor Ort war das jedoch kein Thema und die Menschen leben ihr Leben weiter und machen das Beste daraus.

Auf einen Blick

Automatisch aus dem Beitrag extrahiert
Wetter
Sommer
Begleitung
Mit Freunden (4)
AbenteuerlichEntspannendKulturell
  • Ankunft in Funafuti mit spektakulärem Landeanflug
  • Spaziergang und Rollerfahrt entlang der Landebahn
  • Bootstour über die Lagune zu einsamen Inseln
  • Schnorcheln und Delfine am Boot
  • Tuvalu als extrem schmaler Atollstaat mit Klimawandel-Folgen
RollerBootSchnorchelausrüstungDrohne
NaturStrandTransitKulturAbenteuer
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