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Von der Mühle Tornow nach Fürstenhagen in die „Alte Schule“

Veröffentlicht: 15.08.2025

Ich schlafe wieder nicht lang.  Muss ich mir Gedanken machen? 

Es ist aber auch zu warm und zu hellhörig in der Scheune, in der ich die Nacht verbracht habe. Ich wusste genau, wann der Nachbar sein Handy auflädt und  auf die Toilette geht.

Dafür habe ich ein großes Bett und bin die Erste beim Frühstück.

Die Hängeschaukel ist meine -für die nächsten 2 Stunden. Vor mir plätschert ein Fluss und die Graureiher begrüßen mich ganz ungeniert.

So ganz alleine bin ich dann doch nicht, ein Fischer mit Katze -aus Holz geschnitzt -sitzen unweit von mir auf einer Bank. Idylle pur.

Das Frühstück könnte leckerer sein. Viele Bewohner bieten mittlerweile Ihr Obst und Gemüse vor der Tür an. Warum nicht Regionales mit einbinden? So hätten tatsächlich beide Seiten etwas davon. 

Naja, Cappuccino und Crossoins  schmecken schaukelnd auch ganz lecker.

Bevor ich abreise muss ich noch den Chef sprechen. Mir wurde doch tatsächlich mehr Geld für ein Zimmer abgezogen, welches ich nicht gebucht hatte. Christian ist kulant und überweist mir die Differenz unkompliziert zurück. So sind halt die Berliner, Schnauze mit Herz.💓 

Weiter gehts. Heute nach Fürstenhagen. Nein, nicht mit dem Rad.Ich fahre mit dem Auto und von dort werde ich die Gegend erkunden. Es wird auch wieder sehr heiß.

In Fürstenberg ( liegt vor Fürstenhagen) mache ich eine Vollbremsung.

Eine weiße ehemalige Tankstelle entpuppt sich als ein schnuckeliger Cafe-Bio- und Reiseladen. Ich springe rein und lächelnd empfängt mich Doreen hinter der Theke. Sie ist seit 4.00 Uhr ⏰ auf den Beinen, um all die Köstlichkeiten selbst herzustellen. Unglücklicherweise habe ich bereits in der Mühle gefrühstückt. Nicht sehr lecker, aber satt.

Ich komme allerdings nicht umhin, einen zitronengelben Topfkuchen zu kaufen und ein paar Seifen als Geschenke. Vielen Dank 🙏🏼 

In Fürstenhagen übernachte ich diesmal in einer alten Schule und mein zugewiesenes Zimmer trägt den Namen“Fallada Zimmer“. Der Kreis schließt sich, ich werde eine Schriftstellerlaufbahn einschlagen. 📙

Ich bin auch ganz froh darüber. Gegenüber liegt das Hochzeitszimmer. Das hatte ich nun nicht mehr vor.😏

Ich sattle mein Rad und los gehts die Gegend erkunden.

Die Route der Feldberger Seenlandschaft hat es in sich. Felder und Berge 🏔️ und das nicht zu knapp.

 Vor mir Radfahrer im Doppelpack.  Behelmt, versteht sich. Ich schmeiße mich weg. Wir sind zwischen Feld und Wald, die Sonne scheint und die Vögel zwitschern und das Schlimmste, was passieren könnte, wäre weich ins Gras zu fallen. Nun gut, ihr ängstlichen Menschenkinder,  ich möchte euch nicht zusätzlich erschrecken und schlage einen, nicht ausgeschilderten Weg, stattdessen ein.

Es fühlt sich richtig gut an, mit sich und der Natur allein und im Einklang zu sein. Ich fahre entlang des alten Postweges. Der Weg ist ein einfacher Feldweg. Lustig, denke ich , wenn man keine Fahrradwege bauen will, macht man eben einen auf geschichtsträchtig. Nach dem Postweg, kommt der Eiszeitweg. Nun wird es mir allerdings zu bunt. 🤨

Friedrich der Große sagte dazu einmal:“ …je schlechter die Wege, desto länger bleiben die Leute im Lande und verzehren ihr Geld in den Städten.“

Da stellt sich mir die Frage, ob es dann klug ist, Autobahnen zu bauen?

Ich komme wiedereinmal  an Rindern vorbei. Für einen kurzen Moment verharre ich und erfreue mich am Anblick der Herde. 🐄🐂🐃

Wie sie in Eintracht beieinander stehen und grasen und einfach nur sind. Ich grüße und verspreche hoch und heilig, kein Fleisch mehr zu essen. Als wenn sie es verstehen , schauen sie mich aus ihren lieben, erwartungsvollen und treuherzigen Augen 👀an. Ich winke, sie wedeln mit den Schwänzen. 

„Lieber Gott, lass mich nicht schwach werden.“ 🙏🏼

Habt ihr einmal in die Augen von  Kühen und Rindern geschaut? Wie sie mir nichts dir nichts auf den Weiden stehen? Schaut euch das bitte noch einmal ganz genau und in life an und dann sagt mir , ob ihr jemals wieder Fleisch essen wollt. 🥹

Ich werde es zumindest versuchen, nicht zu tun.

Bevor ich Feldberg erreiche, nehme ich eine 8% ige Abfahrt,  freue mich und gebe so richtig Gas. Die Freude währt nicht lang. 

Der Rückweg wird derselbe sein.😬

In Feldberg angekommen, entdecke ich  einen Badesee,  genau so, wie ich es mag. Wiese, Kiosk, 3 Meter Sprungbrett, on top ein gut aussehender Rettungsschwimmer. Der Tag wird schön, da bin ich mir sicher.😜

Ich hole meinen  Schlaf nach und möchte mir dann eine Bockwurst mit Brot holen. Fehlanzeige. Nur fettes Zeug, Currywurst, Bratwurst, Pommes. Kein Wunder, Adipositas ist in Deutschland auf dem Vormarsch.

Es ist bereits 17.00 Uhr und ich müsste mich ums Abendbrot kümmern.

Heute ist Montag. Auch hier hat die Gaststätte „Altes Zollhaus“ Ruhetag.  Wäre ich gern eingekehrt und ist bestimmt zu empfehlen.

Ich entdecke jedoch „Die Seeterrasse“ direkt am Haussee in Feldberg.

Hier bekommt man deutsche Küche serviert und kann anschliessend unten und direkt am Wasser in der Lounge einen Cocktail  🍹 genießen.  Gesagt, getan.

Zum Essen werde ich jedoch nach drinnen strafversetzt. Für Singles sind keine Plätze draußen verfügbar. Das hatte ich doch schon einmal und finde das diskriminierend. Die Kellnerin ist allerdings sehr nett.

Unten in der Lounge nehme ich dann aber  den mir selbst gewählten Platz mit der schönsten Aussicht aufs Wasser ein, ohne zu fragen.😛 

Meine Nachbarin, ein junges Mädchen, hat sich auch  der schreibenden Kunst verschrieben. Es scheint, wir sitzen in der Schreibstuben-Lounge.😂

Drei Stunden und einen Hugo später trete ich meinen Rückweg an. Ich fahre schnell und sogar mit Licht. Nur den Helm habe ich zu Hause vergessen. 😳 Mit meinem super Fahrrad (über eBay ersteigert) komme ich trotzdem heil in der „Alten Schule“ an und freue mich schon an meinem Blog weiterzuschreiben.

Doch es kommt anders. 

In der Zimmerübermittlung habe ich den Hinweis gelesen, dass es einen Kühlschrank mit leckeren Tropfen 🍇gibt. Typisch Schule, denke ich. So muss es früher auch unter der Lehrerschaft gewesen sein.

„Der Wein ist dabei unter den Getränken das Nützlichste, unter den Arzneien das Schmackhafteste und unter den Nahrungsmitteln das Angenehmste.“ Plutach(40-125 n.Ch.)

Ich wähle den Riesling aus der Pfalz und setze ich mich auf die Terrasse vorm Haus. Dort sitzt bereits eine Frau, kreutzworträtselnd.

Ich geselle mich spontan zu ihr und lade sie auf ein Glas ein.

Eine Flasche Wein später und ich kenne ihr halbes Leben. 

Zwei Stunden  später ( sie hatten sich gezankt) kommt ihr Mann dazu. Hier dauert es nicht ganz so lang. Nach nur einem Glas 🍷 kenne ich seine Hobbys, seinen Tagesablauf, seine Vorlieben und die ganze Welt .Mansplaining halt.😆

Karin war Lehrerin, Michael Tierarzt und beide haben, genau wie ich, am 13. Mai geheiratet. Wenn das nicht Schicksal einer Begegnung ist. Wir sitzen bis spät in die Nacht aber das macht gar nichts, denn heute ist die NACHT.

Ich muss nämlich wacher als wach bleiben.  

Die Perseiden ✨💫beobachten und Wünsche in den Äther schicken.🙏🏼

Die besten Sternschnuppen erlebt man zwischen 2.00 Uhr und 4.00 Uhr. Es sollen bis 100 Schnuppen runter kommen.

Ich denke, ich werde noch einmal zum Kühlschrank gehen. 🍺

Es wird eine lange Nacht in der Feldberger Seenlandschaft.


Mein Tag in Zahlen:

26C Grad warm

1 Stunde Autofahrt 1 Stunde Radfahrt -ausgeglichen

2 Gummis verloren (sorry, Gerald-ich mach’s wieder gut)

Vom Fahrradträger meines Nachbarn( nicht was ihr wieder denkt)


Heute ausgegeben: 

0,50 Cent Klo

4,50 € Kartoffelpuffer

20 € Geschenke und Kuchen

25€ Abendessen (inclusive.TG)

10€ Cocktail (incl. TG)

23€ Flasche Riesling 

davon bereut: 0,00 €







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