Altyn Emel Nationalpark - Tag 2
Nach ein paar Keksen und einem Kaffee aus der Dose zum Frühstück haben wir am zweiten Tag früh den Weg zur "Singenden Düne" eingeschlagen. Mitten in der steinigen Steppe des...


Veröffentlicht: 25.08.2025















Mit einer geführten Tour, außer uns ausschließlich besetzt mit Kasach:innen und Russ:innen, sind Philipp und ich zu einem Canyon und zwei Bergseen gefahren.
Die Tour selbst war lang, etwas chaotisch und lustig. Wir sind morgens um 6 Uhr gestartet und erst gegen 22 Uhr zurückgekehrt. Unterwegs gab es drei große Stationen:
1) Black Canyon
Nur ein kurzer Stopp, aber dafür umso eindrucksvoller. Dunkle, schroffe Felsen ragen auf, dazwischen schlängelt sich ein smaragdgrüner Fluss. Es wirkt, als hätte jemand mit einem Messer eine tiefe Furche in die ansonsten sanft hügelige Landschaft geschnitten.
2) Kaindy-See
Dieser See war für mich das Highlight. Er ist vor etwa 100 Jahren nach einem Erdbeben entstanden, das ein kleines Tal aufgestaut hat. Das Wasser hat damals einen Fichtenwald überflutet und bis heute ragen die kahlen, konservierten Stämme wie gespenstische Stehlen aus dem See. Unter Wasser kann man sogar noch die toten Äste erkennen, die von den Stämmen der Bäume abzweigen. Der See ist von hohen Felsen umgeben und liegt ganz still da. Er wirkt mystisch, schön und ein bisschen unheimlich zugleich.
Auch die Fahrt dorthin war ein Erlebnis: Zwölf Leute in einem klapprigen Minibus, der über holprige Pisten rattert. Es hat mich ehrlich gewundert, dass die Karosserie nicht auseinandergefallen oder zumindest ein Reifen geplatzt ist. Mir hat das Gerumpel allerdings richtig Spaß gemacht. Es war ein bisschen wie ein Fahrgeschäft auf dem Jahrmarkt.
3) Kolsai-See
Der Kolsai-See erinnert stark an einen klassischen Schweizer Bergsee: türkisblau, von bewaldeten Hängen umgeben, sogar Tretboote gibt es dort. Um ein bisschen Abstand von den für kasachische Verhältnisse recht zahlreichen Tourist:innen zu gewinnen, sind Philipp und ich einmal komplett um den See gelaufen. Der Weg hat uns nah am Ufer entlang, über einen Pferdetrampelpfad und durch einen kleinen Bach geführt.
Ich bin sehr froh, dass wir diese Tour gemacht haben, auch wenn sie anstrengend war. Ein kurioses Detail: Unsere Reiseleiterinnen haben die Gruppe unterwegs mit kleinen Spielen unterhalten (z.B. Filmzitate-Raten). Ich hätte das nicht gebraucht, aber es war schon amüsant, den anderen dabei zuzusehen :)
