Veröffentlicht: 07.09.2025



























Shin Kyuk-ho gründete vor vielen Jahrzehnten die Süßwarenfabrik „Lotte Confectionery“. Der Name „Lotte“ leitet sich von der Figur der Charlotte aus Johann Wolfgang von Goethes "Die Leiden des jungen Werthers" ab, da der Gründer ein Bewunderer der deutschen Literatur war. Er hoffte damit, dass die Produkte der Firma ebenso liebenswert und beliebt werden würden wie die literarische Figur. Außerdem sollte er positive Assoziationen von Süße, Charme und Anziehungskraft wecken – perfekt für ein Süßwarenunternehmen. Der Lotte-Konzern ist heute einer der größten und einflussreichsten Mischkonzerne (Jaebeol) Südkoreas und hat durch das starke B2C-Geschäft mit Einzelhandel und Tourismus eine hohe Präsenz im Alltag der Koreaner. Der Konzern hat in Seoul das höchste Gebäude Koreas gebaut: den Lotte World Tower. Mit 555 Metern ist es auch das fünftgrößte Gebäude der Welt. Wir irren ein wenig im Luxus-Einkaufszentrum am Fuße des Towers herum und finden schließlich nach Hinweisen von netten Personal den Eingang zu den Fahrstühlen, wo es zur über 7 Stockwerke erstreckenden Aussichtsplattform "Seoul Sky" geht. Selbstbewusst nutze ich den Automatenticketkauf, ich bezahle mit der Kreditkarte, nur bekomme ich kein Ticket auf mein Smartphone. Das klärt dann schnell das Personal und schon sausen wir mit einer Geschwindigkeit von 10 Metern pro Sekunde in den Himmel. Oben erwartet uns ein atemberaubender Sonnenuntergang: Lotte World Tower in Seoul. Ich habe die Besuchszeit extra so gewählt, dass wir noch mit Tageslicht die Vogelperspektive sehen, aber auch bei Dunkelheit die Lichter von Seoul bewundern können. Wir umkreisen den Tower in einer Etage, um dann eine Etage emporzusteigen. Jede Etage hat eine Besonderheit: ein Cafe, eine Außenplattform, ein Glasdeck, wo man in der Luft zu schweben scheint. Dekorative Blumen, Souvenirläden und Portraitkünstler ergänzen das Ambiente. Das Bungee Jumping sparen wir uns und bleiben lieber hinter den Glasscheiben. Wir sitzen lieber eine Weile im Cafe, schauen aus dem Fenster auf die kleine Welt da unten und warten, bis es ganz dunkel geworden ist. Nun machen wir noch ein paar Nachtfotos, was wegen der reflektierenden Glasscheiben gar nicht so einfach ist. Dann sausen wir wieder mit dem Hochgeschwindigkeitsfahrstuhl nach unten, in dem man die Bewegung gar nicht spürt. Nur an dem Ohrendruck merkt man, dass es schnell nach unten geht. Bevor wir wieder mit der Metro zurück ins Hotel fahren, besuchen wir in der kleinen Parkanlage neben dem Wolkenkratzer noch das Denkmal von Goethe, was zu Ehren des Ursprungs des Konzernnamens in Zusammenarbeit mit der Klassik Stiftung Weimar hier aufgestellt wurde.
