Hichillico
Nach dem ersten Rundgang voller Überraschungen am Dienstagabend, beschließen wir, Vientiane fürs erste weiter zu Fuß zu erkunden. So stolpern wir, als wir auf unserem Weg durch...


Veröffentlicht: 24.12.2025







































































































































Die Erfahrungen ersten beiden Tage bestärken uns darin, unsere Rundgänge durch Vientiane zu Fuß fortzusetzen - das Stadtzentrum ist überschaubar. Uns begeistert der Spagat zwischen marode Strukturen und dem Versuch, sich ein mordernes Antlitz zu geben.
Bereits am ersten Nachmittag - unmittelbar nach unserer Ankunft - fiel in unseren Viertel der Strom aus. Kein Wunder angesichts des unfassbaren Kabelwirrwarrs, der wildwuchernden Kabel-"Bäume" einer uns bisher unbekannten Art. Hotels, die ihre besten Tage gesehen haben. Die ersten Shopping-Center stehen und putzen sich für Weihnachten heraus. Ganze Etagen sind leer, als habe die Zeit sie überholt. Eine fantastische japanische Ausstellung. Nebenan wachsen bereits die nächsten Einkaufstempel. Bauruinen, bevor sie überhaupt bezogen werden.
Im Talat Sao, dem größten Markt der Stadt, in dem Hausrat und Stoffe aller Art angeboten werden, begegnet uns ein weiteres Mal eine Apsara, ein "Geist der Wolken". Sie taucht auf wie aus dem Nichts, winkt uns freundlich zu, und schon löst sie sich in das Nichts auf, aus dem sie gekommen ist. Später begegnen wir ihr wieder, mit ihren ganzen Körpergewicht die Füße einer Verkäuferin massierend.
Vor einem Zigarren-Club parkt ein dicker, schwarzer Mercedes, aus der Auslage heraus grüßt Che mit fetter kubanischer Zigarre. Der real existierende Marxismus-Leninismus, zu dem Laos sich bekennt. Ein Fahrer putzt das Auto, prüft den Ölstand - unter der Motorhaube, entsprechend dem Zustand der Straßen, eine dicke Staubschicht.
Die Straßen sind leer, kein Gehupe. Ich stelle mich zum Fotografieren mitten auf den größten Boulevard der Stadt.
Erschreckend sind die westlichen Gestrandeten. Touristen? Die meisten von ihnen sind alte, graue Männer. Wir wissen nicht, ob sie über den Mekong aus Thailand herübergeschwemmt wurden und hängengeblieben sind. Treibgut.
Ich versuche gar nicht erst, den Bildern eine Struktur zu geben. Diese Stadt ist irre! Verrückt! Faszinierend!