2024-12-13 Hampi und Mysore, Indien
3 Tage Hampl und 2 Tage Mysore


Veröffentlicht: 20.12.2024










































































































































































































19.12.24 Kochi mit dem Rad, 4+14km. Die Nacht im Bus von Mysore nach Ernakulam ist wirklich anstrengend und lang. Ich finde im Sitzen nur wenig Schlaf. Einmal wechsel ich den Platz ans Fenster. Hier kann ich wenigstens den Kopf anlegen, dafür geht das Fenster auch hier immer wieder auf und der Fahrtwind bläst mir ins Gesicht. Um 6:30 steige ich in Ernakulam müde aus dem Bus und laufe 2km durch die graue, langsam erwachende Stadt. Das neue Fährterminal hat noch zu, so ist Zeit etwas zu frühstücken. Um 8 Uhr fährt der erste Fähre zum Fort Kochi. Auch die Fährschiffe sind neu und elektrobetrieben. Nur fünf weitere Leute fahren mit. Vor dem Anleger in Fort Kochi sehe ich chinesische Fischernetze. Sie hängen in der Luft. Der Weg zu meinem Quartier ist recht kurz und der Gastgeber richtet auch gleich mein Zimmer her. So kann ich mich erstmal etwas ausruhen. Er sagt mir auch wo ich ein Fahrrad leihen kann. Mal wieder lässt sich der Sattel nicht hoch genug stellen. Ich leihe es trotzdem für zwei Tage. Der erste Weg führt mich an die Promenade und durch die Stadt zurück. Ich kaufe Bananen, Brot und Mangos. Mein Stuhl ist die letzten Tage recht dünn und ich habe im Moment gar keinen Hunger. Die Hitze und Schwüle ist sehr anstrengend. Ich hoffe ich gewöhne mich daran. Nach der Mittagspause radle ich zur Synagoge. In der Straße davor es ist sehr ordentlich, so gar nicht indisch. Ein Souvenirshop neben dem anderen. Die jüdische Gemeinde ist über 450 Jahre alt. Die Synagoge gleicht von außen eher einem Lagerhaus. Innen hängen viele bunte Leuchten und in der Mitte des Raumes ist ein verzierte runder Sitzplatz für den Rabbi. In einem Nebenraum erzählen Gemälde die Geschichte der Gemeinde. Als nächstes besichtige ich den Mattancherry Dutch Palace. Der Palast wurde um das Jahr 1545 von den Portugiesen erbaut und dem König von Cochin geschenkt. Er sollte den König besänftigen, nachdem sie einen nahe gelegenen Tempel geplündert hatten. Zum Sonnenuntergang fahre ich an den Strand im Osten. Er liegt hinter einem Militärgebiet. Ich darf mich nur nach Süden bewegen, Richtung Norden werde ich angepfiffen. Es zieht mich nicht ins Wasser. Ich versuche einen Vogel vor der untergehenden Sonne zu fotografieren. Die Sonne schafft es nicht bis aufs Wasser, sie versinkt dem Dunst. An der Promenade von Kochi ist jetzt richtig was los. Leuchtreklame leuchtet. Dafür ist ja schließlich gemacht. Es geht ein leichter Wind, der angenehm kühlt. Auch im Ort ist jetzt alles schön beleuchtet. Das Reisebüro, das ich auf Suche, verkauft keine Zugtickets. Also kann ich mich erst morgen um meine Weiterfahrt kümmern. Wieder auf dem Zimmer rufe ich beim Kanuverleiher an. Da keiner rangeht, schreibe ich eine Nachricht. Ich möchte gerne morgen ein Kanu leihen. Wenn das nicht klappt, dann halt übermorgen und ich bleibe nur noch eine Nacht länger hier. Ich habe immer noch keinen Appetit versuche viel zu trinken und esse noch eine Scheibe Brot und Banane. Um kurz nach 20h schlafe ich schon ein. Werde aber noch mal um 22: 30 Uhr wach. Schreibe im Blog und mit Ulla. Das Landesamt für Besoldung will meine Rentennachweise und ich soll mich bei der personalaktenführenden Dienststelle melden, wie es mit meinem Beschäftigungsverhältnis weitergeht. Blöder Behördenkram.
20.12.24 Kochi mit Rad nach Norden, 29km. Am Morgen erreiche ich den Kanuverleih. Sie sind umgezogen nach Alappuzha. So beschließe ich heute mit dem Fahrrad nach Norden zu radeln und morgen umzuziehen. Ich buche direkt entsprechende Quartiere. Auf dem Weg zur Fähre komme ich am Busbahnhof vorbei. Es fährt nur morgens um 9:30h ein Bus nach Alappuzha. Vor der Fähre gibt es eine ganz lange Schlange Motorräder und Autos. Das Ticket muss man an einem kleinen Häuschen kaufen. 10Rs. Ich gehe an allen Motorradfahrern vorbei zu den Fußgängern, die vorne stehen. Das klappt wunderbar und ich komme ohne Gedränge ganz vorne auf die Fähre. Auf der anderen Seite frühstücke ich Milchkaffee und Omelett, was mir gut schmeckt. Aber den ganzen Tag über habe ich wieder keinen Hunger. Ich radle auf der westlichen Seite an den Backwaters vorbei. Die Häuser haben ja teilweise schon Villen Charakter. Vom Ufer sind dazwischen Werften und Fischer. Zweimal finde ich auch eine große katholische Kirche, strahlend weiß angestrichen und rot abgesetzt leuchtet sie weit. Davor üben junge Schülerinnen für Weihnachtsfest. Sie haben die Choreographie super drauf und es macht Spaß ihn in ihren roten Nikolauskostümen zu zugucken. Auch die Lehrerin swingen mit. Die Hitze hat zugenommen, jetzt ist es nur im Schatten aushalten, wo ein leichter Wind weht. Ich fahre einmal schnurstracks nach Westen bis an den Strand, und treffe dort auf eine Gruppe Inder, die schon etwas getrunken haben. Sie wollen mir etwas von einer Ente und Kokosnuss Schnaps erzählen, ich komme aber wieder nicht dahinter, was Sie meinen. Außerdem bin ich müde und will mich jetzt ausruhen. So lege ich mich etwas abseits in den Schatten der Bäume. Nach der Pause muss ich jetzt aber rein ins Wasser. Es ist warm, aber es macht Spaß in den Wellen zu spielen. Ich fahre an der Küste entlang zurück. Am Strand von Puthuvype wird für ein Fest Fahrgeschäfte aufgebaut. Hier wird am Wochenende wohl gefeiert werden. Das letzte Stück zur Fähre auf der Hauptstraße ist viel Verkehr. Diesmal kostet das Ticket nur 5Rs. Und wieder gehe ich an der langen Schlange vorbei mit dem Fußgängern nach vorne auf der Sonnenseite auf die Fähre. So habe ich einen schönen Blick auf die chinesischen Fischernetze. Eigentlich wollte ich zum Restaurant, aber ich habe überhaupt keinen Appetit und das Gefühl, das mein Darm Essen nicht vertragen würde. Ich dusche einmal und bringe das Fahrrad zurück. Der Hausherr leiht mir eine Waage. Beim Flug nach Hanoi habe ich nur 10 Kilo Aufgabe Gepäck und 7 Kilo Handgepäck. Mein Gepäck Gewicht beträgt aber 20 kg. Also werde ich die Wanderschuhe und einige Kleidung am Körper tragen müssen. Ich esse nun doch noch die Mango. Auch die bekommt mir nicht. In der Nacht muss ich fünf mal aufs Klo. Da frage ich mich, wie ich morgen die Busfahrt überstehen soll.
21 12.24 Kochi-> Bus-> Alappuzha, Rad 14km. Um kurz vor 8 Uhr gehe ich zum Busbahnhof. Das ist zwar eigentlich zu früh, aber nachdem ich andere Reisende angesprochen habe, kann ich direkt losfahren und muss aber in Aroor umsteigen. Dafür ist der Bus erstmal richtig schön leer und ich kann den Rucksack direkt hinter den Damenbereich auf dem Doppelsitz abstellen. Ich bin durchgeschwitzt und muss meinen Nacken nun vor dem Fahrtwind schützen. Ich bekomme wieder rechtzeitig einen Hinweis dass ich umsteigen muss. Auch hier sind wieder alle Hinweistafeln der Busse in Hindu geschrieben und ich bin auf Hilfe angewiesen. Aber auch hier finde ich wieder jemand, der nach Aleppey will und dem ich folgen kann. Ich finde einen Platz für den Rucksack und quetsche mich zwischen zwei anderen Männern auf den Dreiersitz. Und das bei der Wärme. Der Bus folgt der Route 66. Sie wird gerade als Hochstraße ausgebaut. Alle 100 m eine Runde Säule, darüber wird ein Träger gegossen und darauf lange Betonstreben gelegt, die vorgefertigt vom LKW angeliefert werden. Ich kann unterwegs alle einzelnen Baustufen sehen. Ein riesen Projekt, dass das Stadtbild sehr verändert. Von oben wird man bestimmt mal eine tolle Sicht auf die Landschaft habe, von unten ist es scheußlich. Einmal kann ich von der Brücke aus auf die Backwaters schauen ansonst fahre ich fast nur durch Stadtgebiet. Um 11 Uhr komme ich am Busbahnhof in Aleppey an. Er liegt direkt am Stadtkanal und zu meinem Paradeis Homestay muss ich nur einmal über die Fußgängerbrücke auf die andere Seite. Die Anmeldung ist schnell gemacht und nach kurzer Wartezeit kann ich das Zimmer beziehen. Zum Glück habe ich die Fahrt hierüber gut überstanden, und jetzt traue ich mich auch wieder etwas zu essen. Auf der Veranda frühstücke ich Müsli mit Wasser. Das Müsli bekommt mir gut, da werde ich mir Nachschub besorgen. Ich mache eine Ruhepause auf dem Bett und laufe dann zum Fahrradverleih nach Osten. Das Büro ist beleuchtet aber abgeschlossen. Fahrräder kann ich nicht sehen. Ich rufe die Telefonnummer an und ein Motorradfahrer bringt mich zu einem anderen Büro 4km nach Westen. Ich bekomme sogar einen Helm. Das Büro liegt kurz hinter einem Bahnübergang, der gerade geschlossen ist. Kurzer Hand lässt der Fahrer den Roller stehen, wir überqueren zu Fuß den geschlossenen Bahnübergang, er zeigt mir den Fahrradverleih und geht zu seinem Roller zurück. Für 1600Rs leihe ich das Rad für 4 Tage. Ich verabredet, dass ich es auf dem Weg zum Bahnhof am Morgen des 25.12. zurückbringen werde. Von hier sind es nur zweieinhalb Kilometer zum Bahnhof, die kann ich dann laufen. Der Bahnhof ist nun auch mein erstes Ziel. Ich will mich nach einer Verbindung nach Varkala erkundigen. Unterwegs überhole ich Mike on the red bike. Er will mit dem Rad in zwei Monaten Mumbay erreichen und ist gerade auf der Suche nach einer Bar. So trinken wir gemeinsam einen. Er nimmt Rum mit Soda, ich will einen Saft, den es nicht gibt,so nehme ich ein Bier. Das spüre ich direkt im Kopf, weil ich ja zwei Tage fast nichts gegessen habe. Aber es bekommt mehr ansonsten vom Magen/Darm her sehr gut. Mike lebt in Südengland auf einem Boot und verbringt die grauen Wintermonate nun hier in Indien. Gekoppelt hat er es mit einer Spendenfahrt, die Stadtkindern das Segeln ermöglichen soll. Nächsten Winter will er mit Freunden bis in die Karibik segeln. Alles spannende Projekte. Ich biege dann zum Bahnhof ab und finde einen Schalter für Reservierungen. Nur leider kann ich für meinen Zug keine Reservierung machen. Ich bekomme wieder verschiedene Auskünfte über die Abfahrtszeit. Ein Zug fährt um 6: 30 Uhr der nächste erst um 1 oder 2 Uhr. Ich radel noch ein Stück nach Süden und setze mich an den Strand. Die Ruhe wird von einem Smalltalk mit einer Gruppe Jugendlicher unterbrochen. Sie wollen nachher Volleyball spielen, warten aber noch auf den Ball. Wenn er jetzt schon hier wäre, würde ich mitspielen. In der Dämmerung fahre ich zurück zum Hotel. Die Straße ist an einer Baustelle gesperrt. So entdecke ich den Supermarkt, in dem ich Müsli kaufen kann. Jetzt ist es richtig dunkel und ich fahre ohne Licht. Das finde ich nämlich nach meinem letzten Flug nicht mehr. Ich vermute, man hat es aus dem Rucksack genommen, weil es Batterien enthält? Ulla schick mir einen Link: unser Ex-Zivi, Martin Kaul hat es als Reporter bis in die Tagesschau geschafft!
22.12.24 Alappuzha, Rad und Kanufahren, 30+10 km. Ich starte mit dem Fahrrad nach Norden um zum Kanuverleih zu gelangen. Finde aber nur Hausboote und niemand kennt den Kanuverleih. Ich schaue noch mal bei Google Maps nach, und stelle fest, dass ich den Ort ganz falsch in die Karte übertragen habe. Ich muss von hier 15 km nach Süden. Nach kurzen Zweifeln halte ich an meinem Plan fest. Das Navi führt mich zum Teil auf sehr kleinen Straßen und Wegen die unbefestigt sind. Einmal verrutscht das Vorderrad im Schotter und ich stürze über den Lenker auf eine Betonmauer. Zum Glück kann ich mich mit den Händen gut abfangen und verletze mich nicht. Noch mal Glück gehabt! Jetzt bleibe ich lieber auf der Hauptstraße. Kurz vor dem vermeintlichen Ziel sehe ich, dass ich mich noch mal mit dem Eintrag vertan habe. Inzwischen ist es 11 Uhr. Der Kanuverleiher will 300Rs/Std und räumt keinen Rabatt ein. So beschließe ich erstmal eine Pause zu machen und das Kanu von 1 bis um 5 Uhr zu leihen. Die Pause habe ich jetzt auch richtig nötig, ich bin vom Radeln schon schlapp, weil ich die letzten Tage wenig gegessen habe. Um 1 Uhr starte ich gegen den Windrichtung Norden und merke schon auf dem ersten halben Kilometer, dass das anstrengender ist als gedacht. Außerdem gedacht ich, würde ich 1mehr durch Natur paddeln, stattdessen bewege ich mich auf einem Kanal. Immerhin gehen am Ufer viele schön anzusehende Palmen. Überall liegen Hausboote. Die meisten sehen relativ ähnlich aus. Nur wenige sind kleiner oder größer oder in einem ganz schlechten Zustand. Erste Landmarke ist die Brücke der 66. Ich schaffe gut 2 km in einer Stunde. Das ist weniger als ich dachte. Nach 3,6 km biege ich in eine Kanal ab. Hier sind die Wellen der dichter vorbeifahrenden Boote unangenehm. An einer Treppe mache ich Pause. Ich muss feststellen dass das Handy von der Powerbank keinen Strom zieht, irgendetwas stimmt da wieder nicht. Hoffentlich ist es nicht schon wieder der Akku? Gerade als ich essen will, kommt eine Frau und will an dieser Stelle die Wäsche waschen. So paddle ich den Kanal weiter. Der nächste See, der sich auf tut, gefällt mir nicht. Überall Ufermauern aus Beton. So drehe ich direkt wieder um und mache am Abzweig Mittagspause. Es gibt ein Teehaus, das so schmutzig und runtergekommen aussieht, dass ich nicht einkehre. Kinder kommen zum Baden an den Kanal. Nun wird es auch schon Zeit zurückzupaddeln, wenn ich nur vier Stunden bezahlen will. Trotz leichtem Rückenwind fällt mir das Paddeln schwer. Auf jeden Fall macht es viel weniger Spaß als gedacht und die letzten Meter werden richtig anstrengend. Dafür steht die Sonne jetzt tiefer und das Licht wird weicher. Als ich das Kanu abgebe, ist wunderschöne Abendstimmung. So radle ich die 8 km zurück. Ich schaue ob es im Supermarkt auch Joghurt gibt, finde aber keinen. Dann muss ich mal Müsli weiter mit Wasser essen. Nach einer Pause und Telefonat mit Walter auf dem Bett möchte ich noch ein Bier kaufen. Gehe erst aufs gerade wohl in die Stadt und suche dann mit Google, weil ich keinen Laden gefunden habe. Als ich dann kurz davor bin ist es schon 21 Uhr und der Laden geschlossen. Enttäuscht gehe ich wieder zurück.
23.12.24 Alappuzha, mit Boot Jetty und Rad nach Kumarakom, 20km. Heute morgen drängt es mich nicht aus dem Zimmer. Ich möchte gerne ein Stück mit dem Boot in die Backwaters fahren und zum Friseur gehen. Als ich dann mit dem Fahrrad losfahre, suche ich länger nach einem Friseur. Interessanterweise ist einer direkt am Steg vom Boot Jetty. Für 180Rs bekomme ich einen Kurzhaarschnitt und eine komplette Rasur. Das verändert mich schon sehr. In 15 Minuten startet das nächste Boot. Es fährt 2:25 h bis Kottayam. Am schönsten und abwechslungsreichsten ist das erste Stück durch die Kanäle bis auf den großen See. Wir fahren an zig Hausbooten vorbei. Aber auch kleine Boote kommen uns gegen. Die letzte Stunde durch den Kanal lese ich dann, weil es nicht mehr so viel zu gucken gibt. In Kottayam steige ich aufs Fahrrad,es ist viel Verkehr auf der Hauptstraße. Ich fahre nur ein Stückchen und biege dann wieder nach Westen ab. Nach einem Chai und einem Teilchen geht es nach einem Hügel mit Tempel an die Kanäle. Hier ist es wunderschön ruhig und kühl. Alles sehr idyllisch. Mein Ziel, Kumarakom, erreiche ich um kurz vor 5 Uhr. Von hier geht auch ein Boot auf die andere Seeseite, das gefällt mir sehr. Ich setze mich an den Anleger und schaue dem Treiben zu. Verschiedene andere Ausflugsboote machen hier kurz Halt. Als das Linienboot dann kommt, muss es erst von Hand gedreht werden, bevor wir einsteigen können. Wie viel Leute den Kanal auch zum Baden und Waschen benutzen. Kurz vor dem großen See gibt es wieder eine weiße, katholische Kirche. Nun hat der Maschinist nichts mehr zu tun, es geht mit immer gleicher Geschwindigkeit über den See. Im Sonnenuntergang legen wir in Muhamma an. Bis zum Hotel sind es 12 km, die ich möglichst schnell zurücklegen will, weil es nun dunkel wird. Diesmal fahre ich direkt zum Bierladen. Im Kühlschrank ist leider nur Strongbier. Auf jeden Fall besser als warmes Bier. Damit setze ich mich nach dem Duschen auf die Terrasse. Ein schöner Tagesabschluss.
24.12.24 Alappuzha, mit dem Rad zum Kokosnussfasermuseum und an den Marari Beach, 32 km. Zum Frühstück gehe ich in ein Restaurant an der großen Kreuzung. Ich weiß wieder nicht, was ich bestellen kann. Der Kellner zeigt mir ein Foto und ich stimme zu. Vier kleine Crepes mit scharfer Soße kommen. Ich fahre ein Stück über der Hauptstraße und kaufe dort Mandarinen. Auf Nebenstrecken und am Kanal entlang ist mein erstes Ziel das Kokosnussfasermuseum. Neben der Straße stehen viele zweistöckige kleine Villen. Die Gegend scheint etwas reicher zu sein. Es liegt auch weniger Müll rum. An der Baustelle der Route 66 steht der Global Peace Palace. Der Zugang zu dem Gebäude mit goldenen Kuppeln ist verschlossen. Ist es eine Moschee? Im Museum wird die Verarbeitung der Kokosnussfaser auf dem Dorf und in der Fabrik gezeigt. In einem großen Raum stehen Leute an den Webstühlen und fädeln die dünnen Seile ein. Ich vermute, dass hier hobbymäßig gewebt werden kann. Unterwegs kaufe ich Pflaumenkuchen. Er soll mein Festtagsessen sein. Am Strand angekommen trinke ich ein Mojito in der Bar und spreche mit einer Österreicherin. Ihre Schwester ist im Dunklen in ein Loch getreten und kann nun schlecht laufen. Zum Nickerchen lege ich mich unter die Palmen. Am Strand ist es sehr heiß und ich gehe erst um 16h ins Wasser, als die Sonne etwas tiefer steht. Nun habe ich Durst auf ein Bier und treffe Mike on the bike in der Bar! Das ist doch wunderbar! Ich nehme es als mein kleines Weihnachtsgeschenk. Ich bestelle ein Bier. Der Ober bittet mich etwas leiser zu sprechen, und wir bekommen das Bier in einer großen Tasse, damit es nicht so auffällt. Anscheinend ist hier Alkohol nicht erlaubt. Als sich das Licht orange färbt mache ich mich auf den Rückweg. Ich bleibe auf der Hauptstraße damit ich schneller vorankomme. Die Dämmerungszeit ist immer sehr kurz. An einem Fischstand wird ein Riese zerlegt. Ist es ein Hai? Vor der Kirche ist die Straße geschmückt. In Alappuzha kaufe ich mir ein Bier und setze mich damit auf die Terrasse. Es kommen viele Nachrichten über WhatsApp mit Weihnachtsgrüßen. Ich beantworte sie mit einem Foto. Bestimmt wäre es auch spannend zu schauen, was in der Kirche los ist. Aber ich bin zu faul und bleibe auf dem Zimmer. Ich schlafe von 21 bis 24 Uhr. Draußen geht ein Feuerwerk los. Damit ich wieder einschlafen kann lese ich einige Seiten im Buch.
25.12.24 Alappuzha >Varkala, Zug 11km. Ich bleibe bis um 10 Uhr im Hotel und informiere mich über Nordvietnam. Als ich mein Müsli essen möchte, vermisse ich meinen Teelöffel. So fahre ich auf dem Weg zum Fahrradverleih am Restaurant vorbei, indem ich gestern gefrühstückt habe. Hier versteht man mich nicht direkt, so bekomme ich statt eines Teelöffels einen Chai. Mit dem Foto eines Löffels versteht er dann mein Anliegen, aber ich bekomme keinen Teelöffel. :( . Um 11 Uhr gebe ich das Fahrrad und eine Bewertung bei Google ab. Auf den 2 km zum Bahnhof komme ich wieder unter der Baustelle der Hochstraße Route 66 durch. Bei der Fahrkarte kann ich zwischen Sitzplatz und Sleeper wählen. Ich nehme den Sleeper, um mehr Platz zu haben. Auf welchem Bahnsteig der Zug abfährt, kann man mir zu diesem Zeitpunkt nicht sagen. So sitze ich wieder mit etwas Unruhe im Bahnhof. Zwischendurch gehe ich einmal einkaufen und versuche Geld abzuheben, aber der ATM spuckt nicht aus. Ich finde jemanden der mit demselben Zug fährt. Er hilft mir auch mit der Unterkunft in Varkala zu telefonieren, weil die haben mir nun geschrieben, dass ich das Zimmer stornieren soll, weil es renoviert wird. Merkwürdige Geschichte: erst bieten sie mir AC für 5000Rs an und und nun gar kein Zimmer mehr. Ich finde bei Booking aber gleich nebenan eine andere Unterkunft für 20 € die Nacht. Varkala ist wirklich teurer als die anderen Orte. Unser Zug fährt mit 50 Minuten Verspätung auf Gleis 2 ein. Hier kann man noch einfach über die Gleise laufen, um auf den anderen Bahnsteig zu kommen. Ich lege den Rucksack oben auf eine freie Pritsche, und setze mich unten in die Mitte. Nach einer Weile kann ich ans Fenster rücken. Die meiste Zeit sind Palmen und kleine Häuser zu sehen. Der Blick wird nur weiter, wenn wir über eine Brücke fahren. 17: 10 Uhr steige ich in Varkala aus. Auch hier bekomme ich am ATM kein Geld. Hoffentlich ist nichts mit der Karte? Ich laufe die zwei Kilometer zum Hotel Daffodils. Hier ist es kein Problem, dass ich morgen bezahle. Ich stelle nur den Rucksack ab und mache mich gleich auf dem Weg zum Aussichtspunkt auf den Klippen. Dieser ist ein großer Parkplatz mit Sitzplätzen am Zaun. Der Himmel leuchtet nun wunderschön rot orange. Die Treppe nach unten ist brechend voll. Auch der Strand ist sehr belebt aber die Stimmung ist wunderschön. Ich mache mehrere Videos. Schade, dass ich keine in den Block stellen kann. Der Rückweg führt erst rauf und wieder runter am Tempel vorbei. Am großen Teich wird ein Feuerwerk gezündet. Ich kaufe Banana Chips und Kekse und muss an der vielbefahrenen Straße ein Kilometer laufen, bevor ich in mein ruhiges Wohngebiet abbiegen kann.
26.12.24 Varkala, Strand Wanderung nach Norden, 12km. Ich frühstücke Müsli auf dem Zimmer und breche gegen 9 Uhr auf. Am ersten Supermarkt kaufe ich Wasser und eine Ananas als Zwischenmahlzeit. Auf dem Weg zum nördlichen Strand besichtige ich den Tempel. Er hat drei Anbetungsstätten und alles ist schön bunt bemalt. Ein Vorbeter singt ins Mikrofon. Am Strand ist es nun schon richtig warm. Ich gehe barfuß am Wassersaum. Jugendliche spielen mit den hohen Wellen. Ich will jetzt noch nicht ins Wasser, weil man hinterher nicht duschen kann und ich den ganzen Tag klebrig herumlaufen müsste. Vor einem Restaurant treffe ich den Weihnachtsmann mit seinen Rentieren und freue mich mit ihm ein Selfie machen zu können. Er ist nach den Feiertagen urlaubsreif, bestimmt wird er hier ein schönes Fleckchen finden. :) . Ich esse im Schatten einer Hütte meine Ananas. Eine Frau kommt mit ihrem Roller und geht baden. Mehrfach überlege ich heute, ob ich Leute anspreche, kann mich aber nicht überwinden und bleibe alleine. Ich beobachte, wie Hunde gefüttert werden und die großen Vögel im Tiefflug darüber kreisen, in der Hoffnung etwas abzubekommen. In der heißen Mittagszeit besichtige ich das runde Aquarium. In einem Wendelgang sind die Aquarien aufgebaut. Ich muss mich erstmal an die spärliche Beleuchtung gewöhnen um die Fische zu finden. Mir fallen die Augen zu und ich unterbreche die Besichtigung und mache ein Nickerchen. Die Namen der Fische kann ich mir nicht merken. Einige sind ganz bunt, andere fast durchsichtig weiß. Die Anzahl ist eher klein aber schön. Danach führt mein Weg nach Süden über die Klippen. Hier reihen sich die Restaurants und Geschäfte aneinander. Ich kehre auf einer Dachterrasse ein und esse ein Biryani mit Reis und trinke dazu einen Fruchtjoghurt. Nebenan sitzt eine große Gruppe Inder an einem vollgedeckten Tisch. Sie trinken auch Bier. Wieder am Strand suche ich ein schattiges Plätzchen. Ich komme aber nicht richtig zur Ruhe, weil immer etwas krabbelt. Ameisen oder Fliegen. Nachdem ich Margrets Bericht von Französisch Polynesien gelesen habe, buche ich recht spontan für den 23.04.25 einen Flug nach Papeete. Das bedeutet, dass ich fast drei Monate auf Neuseeland bleiben werde. Das kommt mir im Moment sehr lang vor, aber Johanna hat dort ja fast ein Jahr verbracht. Nicht so einfach, die Reisen zu planen. Nun ist es nicht mehr ganz so heiß, so dass ich mich in die Sonne traue und Baden gehe. Zum Schwimmen müsste ich hinter die Wellen hinaus, dort ist dabei im Moment niemand. So bleibe ich lieber im Bereich der Brandung und spiele mit den Wellen. Ab 5 Uhr wird es dann sogar mit der nassen Haut kühl. Die Sonne versinkt im Dunst über dem Meer, aber heute bleibt das tolle Nachglühen aus. Im Dunklen gehe ich nach Hause. Kaufe noch Wasser und ein Snack. Auf dem Zimmer ist es dunkel: Stromausfall. Ich telefoniere mit Linda, die mit Oma und Opa Beul bei Irmi ist. Sie können mich leider gar nicht sehen, weil ich im Dunkeln sitze und das Gespräch stockt. Nach einer Weile bemerke ich, dass rundherum schon wieder das Licht brennt. Ich muss den Vermieter zweimal ansprechen, bis er dafür sorgt, dass auch ich wieder Strom habe. Heute fühle ich noch die digitale Anmeldung für Jakarta, Malaysia aus. Das war vorher nicht möglich. Sie wollen auch eine Adresse, wo ich übernachte. Ich gebe einfach den Flughafen an mit der Adresse von Google Maps. Ich werde ja nicht wirklich in Jakarta bleiben, sondern muss nur meinen Transfer selber regeln und dafür die Einreise Formalitäten erfüllen. Ich hoffe so alles richtig gemacht zu haben.
27.12.24 Varkala, Wanderung am Südstrand, 13km und Zugfahrt zum Flughafen, 41km. Ich bearbeite meinen Blog und der Wecker klingelt zwischendurch als Erinnerung für den Sonnengruß. Die Bananen von gestern sind schon ziemlich matschig. Ich bereite in der Tupperdose das Müsli vor. Heute dann sogar mit Joghurt und Milch. Ich esse es aber erst am Strand. Um 9 Uhr bringt mich der Gastgeber mit dem Motorrad zum Supermarkt. Den betreibt seine Schwester, und hier kann ich den Rucksack bis zum Abend abstellen. Zum Abschied bittet er mich, ich möge bei Nachfragen nicht seine Adresse angeben, weil ihm noch die nötige Lizenz fehle. Ich besichtige den Tempel, werde aber nicht bis vors Heiligtum vorgelassen. Am Teich wird viel gewaschen. Mein Weg führt mich auf die Klippen an den noblen Hotels vorbei. Auf der anderen Straßenseite wohnen noch Inder in einfachen Verhältnissen. Im Café Trip is live, möchte ich einen O-Saft trinken. Den gibt es leider nicht, dann nehme ich halt Milchkaffee. Alle Plätze im Schatten sind belegt. Ich darf mich zu einer jungen Frau dazu setzen. Obwohl sie sehr still wirkt, beginne ich ein Gespräch. Sie lässt sich drauf ein und es entwickelt sich gut. Ihre Freunde kommen dazu und ich werde mit Namen begrüßt! Es ist Inbar, der auch in Goa bei Barbush gewohnt hat. Was ein Verrückter Zufall! Mein zweites Weihnachtsgeschenk dieser Art. Nun müssen wir aber auch ein Foto machen und damit bekomme ich seine Telefonnummer und die herzliche Einladung nach Israel ins Kibbuz. Ich gehe runter an den heißen Strand. Hier starten Ultraleichtflieger zum Rundflug. Etwas weiter südlich will ich mich in den Schatten einer Überdachung setzen. Die Hunde verbellen mich und es riecht unangenehm. Am Strand entdecke ich einen aufgeblähten, toten Hund. Da gehe ich lieber weiter bis zu einem Felsen unter Palmen. Ein Stück, bis zu Booten, laufe ich noch nach Süden. Hier mache ich ein Nickerchen. Dahinter, im Landesinneren, führt ein Kanal durch einen Tunnel. Hier entlang laufe ich zurück und dann wieder an den Strand. Die Mittagshitze ist vorbei und ich bin nun nicht mehr alleine am Strand. Ich kehre in ein Restaurant mit Strandblick ein. Ein letztes Abendessen, jetzt mit O-Saft. Ich hole den Rucksack ab und laufe zum Bahnhof. Einmal frage ich am Busbahnhof, ob es auch einen Bus zum Flughafen gibt. Anscheinend wohl nicht. Ich bekomme für 30 Rupien die Zugfahrkarte und muss mich beeilen rüber auf den anderen Bahnsteig zu kommen, weil der Zug schon einfährt, als ich die Überführung hochgehen. Geschafft! Der Zug ist nicht sehr voll. Jemand beginnt direkt wieder ein Gespräch mit den üblichen Fragen, bis er sich umsetzt und ich Ruhe habe. Die 2, 5 km zum Flughafen laufe ich an einer viel befahrenen Hauptstraße entlang, auf der sich die Autos stauen. Ich wechsle meine letzten Rupien in Dollar. Dabei mache ich ca 10 € Verlust, die Banken verdienen halt bei jedem Wechsel mit. Der Flughafen ist schön leer und die Sicherheitskontrollen gering. Ich packe den Rucksack um und kann auf einer Waage das Gewicht kontrolliert. 10,8 kg, das muss passen. Zur Not könnte ich noch die Regenjacke rausnehmen und mir überhängen. So wie ich schon Hemd und Sweeti umgehängt habe. In der roten Tasche sind 7, 5 kg. So gehe ich mit meinen Dicken Wanderschuhen an den Füßen zum Check-In und komme problemlos durch. So setze ich 45 Minuten vor dem Abflug am Gate und kann ins nächste Abenteuer und nach Vietnam starten.
