Von Dortmund nach Rügen mit dem Rad
Von Dortmund nach Rügen mit dem Rad
vakantio.de/von-dortmund-nach-rugen-mit-dem-rad

Tag 9: Wir machen rüber in den Osten!

Veröffentlicht: 20.08.2020

Heute sollten wir Niedersachsen hinter uns lassen und Mecklenburg-Vorpommern betreten/befahren! Nach dem Verlassen der Stadt Lüneburg ging es in Richtung Elbe. Zunächst radelten wir kurz an einem Seitenkanal der Elbe entlang und konnten dort einige Schiffe beobachten. Die Landschaft war schön, das Wetter natürlich auch :-)) Über Felder, Wald und Wiesen ging es nach Bleckede; dort wiesen die ersten Schilder bereits auf einen Fährübergang hin. Damit hatten wir gar nicht gerechnet! Unsere ursprünglich geplante Route führte weiter nördlich über eine Brücke (Lauenburg). Da wir die Route etwas angepasst hatten, gab es nun an dieser Stelle tatsächlich keine Brücke über die Elbe, sondern eine Fähre. Als wir an dem Übergang ankamen, warteten dort bereits einige Autos und Radfahrer auf die eher kleine Fähre, die etwa Platz für 8 Autos bot. Wir kamen ziemlich pünktlich zur nächsten Überfahrt. Janina testete noch kurz die modernen Drehstühle (huiii!), und schon mussten wir die Räder auf die Fähre schieben. Eine kleine Gebühr kostete der Spaß auf der Fähre: 1 Euro pro Person und 50 Cent pro Fahrrad. Die kleine Fähre war sogar mit Balkonkästen und Blumen geschmückt, wir fühlten uns ein bisschen wie in unserem Wohnzimmer :-) Nach ein paar Minuten standen wir auf der anderen Seite der Elbe: Wir sind im Osten Deutschlands angekommen, wuhuu! Begrüßt wurden wir von einem Informationsschild zum Mauerfall im Jahr 1989 und einem ehemaligen Wachturm. Außerdem wollte uns ein kleines Café zu einer Pause verleiten, doch wir waren standhaft und sattelten unsere Drahtesel um weiter gen Osten zu radeln. Es waren schließlich noch knapp 40 Kilometer zurückzulegen!

Nach einigen Kilometern machten wir auf einem Feldweg Rast, der an Bahngleisen und verlassenen Gebäuden gelegen war. Aus der Ferne hörten wir, wie ein LKW mit Sand beladen wurde. Wir hatten noch von dem Vorabend einen veganen Döner dabei, den wir nun genüsslich verputzten. Dies diente jedoch nur als Zwischensnack, wir hatten für später noch eine weitere Pause geplant. Zum Glück hatten wir uns gestärkt, denn nach der Mittagspause wurden die Wege wanderfreundlich, aber leider fahrraduntauglicher. Der Feldweg bei den verlassenen Gebäuden zeigte uns eigentlich schon, was wir zu erwarten hatten: Hohes trockenes Gras und Sand! Beides hatte einen ganz besonderen Charme für 30 kg schwere Fahrräder. Insbesondere die sandigen Wege machten uns doch zu schaffen; sie verlangten eine große Portion Aufmerksamkeit von uns ab. Als dann ein Weg an einer Landstraße in einen neuen "Fahrradweg" abbog, wechselten wir bei unserem Navigationssystem von der Einstellung "Freizeit" auf "Alltag". Dadurch sollten die Wege auch für Leute geeignet sein, die mit dem Rad - ohne große Anstrengungen - zur Arbeit fahren. Wir hofften, dass sich durch den Einstellungswechsel die Wahrscheinlichkeit an "richtigen" (bevorzugt asphaltierten) Fahrradwegen erhöht, so wie es in NRW und Niedersachsen der Fall war. Es sei an dieser Stelle bereits gesagt, dass sich die Streckenbedingungen etwas verbesserten, auch wenn es zwischendurch immer mal sandig wurde. Der geplante Stopp in einem Café ("Alte Molkerei") musste leider ausfallen, da dieses erst später öffnete, somit blieben uns zur Erfrischung nur ein paar gekühlte Getränke aus dem benachbarten Supermarkt.

Gegen 18:30h kamen wir in der kleinen verschlafenen Stadt Hagenow an, immerhin die drittgrößte Stadt (bevölkerungsmäßig) im zweitgrößten Landkreis (flächenmäßig). Viele kleine Häuser aus rotem Backstein prägten das Dorfbild (für unsere Verhältnisse war es eher ein Dorf). Der Markt-/Dorfplatz vor dem Rathaus war klein, aber fein. Hinter dem Fiek'n-Brunnen erblickten wir das Schild "Ratskeller": Der Name unserer Unterkunft, eine familiengeführte Pension im Herzen von Hagenow. Eine tolle Unterkunft mit sehr aufmerksamen Personal. Nach der verdienten Dusche stand die Suche nach einem Abendessen an. Ein indisch-italienisches Restaurant hatten wir zuerst in Augenschein genommen, das gefiel uns aber nicht so besonders, da man leider nicht draußen sitzen konnte. Daher gingen wir in die "Perle am Mühlenteich" und fragten vorsichtig nach, ob es für uns beide noch etwas zu essen gebe; es war schließlich schon nach 20h und um 21h war eigentlich schon Feierabend in der Perle. Der Koch bejahte unsere Frage und so machten wir es uns auf der Terrasse gemütlich. Eine Fünfer-Frauengruppe kam auch noch zeitgleich an, die auch hungrig und durstig war. Wir entschieden uns fix für eine Pfifferling-Suppe als Vorspeise und eine leckere Süßkartoffel-Bowl als Hauptspeise. Ein leckeres Radler (hier auch Alster genannt) durfte auch nicht fehlen :-)) Als wir mit der Suppe fertig waren, spürten wir allerdings schon die ersten Regentropfen... Seit der Ankunft in dem Ratskeller hatte die Bewölkung arg zugenommen. Wir prüften das Regenradar im Internet und es schienen sich lokal Schauer zu bilden. "Vielleicht haben wir ja Glück", dachten wir uns. Als wir mit der Bowl fertig waren, ergossen sich bereits Unmengen an Regentropfen auf unseren großen Schirm auf der Terrasse. Dieser hielt uns einigermaßen trocken. Als dann jedoch heftiger Wind einsetzte, brachten wir uns, wie zuvor auch die anderen Terrassen-Gäste, ins Trockene im Innern des Restaurants. Wir bestellten uns danach noch was zu trinken und genossen die herrliche Abkühlung nach nun mehr als einer Woche "Sonne pur". Auf dem Weg zum Hotel um kurz vor 22h hatte sich der Himmel schon praktisch wieder aufgeklart :-)) Der nächste schöne Fahrrad-Urlaubstag durfte nach einer erholsamen Nacht beginnen!


Daten zur 8. Etappe (Navigation mit Naviki, Modus: Freizeit/Alltag)

Start: Lüneburg

Ziel: Hagenow

Strecke: 73,4 km

Fahrzeit: 4h 54min

Durchschnittsgeschwindigkeit: 15,0 km/h

Maximale Geschwindigkeit: 39,6 km/h

Von Dortmund nach Rügen mit dem RadFolge diesem Blog und verpasse keine neuen Beiträge.
Antworten