Tag 10: Von Hagenow über Schwerin nach Wismar
Heute verließen wir die Pension "Ratskeller" nach einem angenehmen Frühstück draußen im Hinterhof. Wir werden die sehr netten und aufmerksamen "Pensionäre/innen" vermissen. Bei...


Veröffentlicht: 20.08.2020





























Obwohl der Radweg nicht weit weg von der Ostsee entlang führte, mussten wir doch einige Höhenmeter zurücklegen (nach Kröpelin lag eine 100m Anhöhe...). Daher hatten wir uns unseren ersten Stopp in dem kleinen, aber sehr feinen Café "Kaffee un Kauken" in dem Städtchen Neubukow eindeutig verdient. Das machte um 12h auf, wir waren um 12h da :-)) Zum Frühstück hatten wir nur etwas Müsli mit Obst, sodass wir den bestellten Kuchen mit Heißhunger wegschlabberten. Und: Es gab leckere heiße Schokolade! Weiter ging die Fahrt in Richtung Ostseebad Heiligendamm, schön am Bonzen-Hotel "Grand Hotel" vorbei. Dort wurde unser Navi vermutlich von den noch vom G8-Gipfel übrig gebliebenen Störsendern verwirrt, zumindest verfuhren wir uns direkt mal ;-) Um ca. 15:30h kamen wir dann an einem weiteren Ostseebad an, in Nienhagen. 60 km hatten wir zu diesem Zeitpunkt bereits absolviert. Nun galt es, unsere Akkus aufzuladen: Wir entschieden uns für ein italienisches Restaurant (Pizzeria Pirandello), welches mit solider Pizza und Pasta aufwartete. Anschließend führte uns der Weg zu einem Tante-Emma-Laden (der auch so hieß) und heute (Sonntag) bis 18h geöffnet hatte. Wir kauften Nudeln und Tomatensauce sowie Apfelschorle und Ginger-Ale ein. Mal etwas anderes zu trinken als Wasser, am besten noch gekühlt, war eine echte Wohltat :-))
Mit gut gefüllten Bäuchen ging es mit zum Teil tollem Seeblick entlang der Steilküste durch den Küstenwald in Richtung Warnemünde. Schade, dass wir nicht etwas mehr Zeit hatten, sonst hätten wir auch gerne ein Bad im kühlen Nass genommen! Wir hatten aber noch knapp 40 km vor uns! So radelten wir auch ziemlich flott durch Warnemünde, das uns den Eindruck vermittelte, für einen Kurzurlaub geeignet zu sein. Zumindest die Anzahl anderer TouristInnen ließ darauf schließen. Als wir am Hafen ankamen, stand eine weitere Fahrt mit einer Fähre an. Diese Fahrt war etwas teurer als die Überquerung der Elbe, aber sie dauerte auch etwas länger. Wir hatten - wie auch bei der ersten Fährüberfahrt - Glück: Wir brauchten auch dieses Mal praktisch nicht zu warten, es ging direkt los! Danach radelten wir die letzten 20 km durch die Hohe Düne, Markgrafenheide und das Landschaftsschutzgebiet Rostocker Heide, dem größten Küstenwald hierzulande. Dort stand die Frage im Raum: "Folgen wir den Wald- und Wiesen-Wegen, die uns Naviki bis nach Hirschburg vorschlug, oder nehmen wir doch den 'Google-Weg'?" Als wir den ersten kurzen Waldweg (von Naviki) befuhren und hohes Gras uns an den Beinen entgegenschlug, wechselten wir zum Google-Navi. Für weitere Abenteuerwege saßen wir an dem Tag schon zu lange auf den Sätteln. Denn wir hatten heute auch schon den auf unserer Tour wohl gefährlichsten Weg befahren: Zwei Betonstreifen auf einem mäßig sandigen Weg, doch die Streifen hatten in regelmäßigen Abständen lange rechteckige Löcher, in denen auch unsere Fahrradreifen Platz gehabt hätten... Das Ganze war nicht nur holprig, sondern hätte auch mit einem Sturz enden können. Daher fuhren wir auf dem Radweg an der Hauptstraße entlang und bogen unter Mithilfe von Janina's Internet und GPS-fähigem Handy (Jörg's Iphone hatte in dem waldigen Stück versagt) auf einen gut ausgebauten Waldweg ab, der uns praktisch direkt zu unserer gebuchten Ferienwohnung führen sollte. Knapp 8 km war dieser Waldweg lang und angenehm zu befahren. Die Sonne stand tief und wir hatten einige schöne Panoramen in dem Wald.
Gegen 20h kamen wir dann an der Ferienwohnung an. Unsere Fahrradcomputer zeigten eine zurückgelegte Strecke von 97 km an. Dreistellig war es dann doch nicht geworden. Nach einer erfrischenden Dusche futterten wir noch Nudeln mit Tomatensauce, machten noch eine Maschine Wäsche fertig, jagten Mücken und legten uns dann schlafen. Den Schlaf hatten wir uns verdient nach einer so langen Strecke. Es sei noch dazu gesagt, dass wir erneut größtenteils mit dem holländischen Berg, d.h. Gegenwind, zu kämpfen hatten. Anstrengend, aber schön!
Daten zur 10. Etappe (Navigation mit Naviki, Modus: Alltag)
Start: Wismar
Ziel: Hirschburg (Ribnitz-Damgarten)
Strecke: 97,0 km
Fahrzeit: 6h 02min
Durchschnittsgeschwindigkeit: 16,0 km/h
Maximale Geschwindigkeit: 40,3 km/h