vollwietweg part II
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14.06. - 18.06.19 Von Melbourne nach Alice Springs via Oodnadatta Track

Veröffentlicht: 18.06.2019

Wochenlang haben wir uns Stück für Stück auf unseren Abschied aus Melbourne vorbereitet... Auto gekauft, registriert und versichert, Proviant besorgt, alles platzsparend in Kisten geordnet, unser Fahrrad verkauft, unser Zimmer aufgeräumt, ein letztes Festmahl mit den übrig gebliebenen Mitbewohnern genossen, ein letztes mal schlafen und endlich konnten wir los! Zu dritt... Lea, Mathias und Ponyo (Unser Auto, welches fortan auch nur unter diesem Namen aufgeführt wird).

Die erste Etappe sollte uns nach Mildura führen, eine Kleinstadt im Nordwesten des Bundesstaats Victoria. Nach ein paar Stunden Fahrt wurde uns schon klar wie es in der Praxis aussieht wenn gerade Mal 22 Millionen Menschen auf Fläche ca. dreiviertel so groß wie ganz Europa wohnen (davon schon fast 5 Millionen in Melbourne, der zweitgrößten Stadt des Landes). Endlose Weiten und kaum ein Mensch zu sehen, hin und wieder ein einsames Auto im Gegenverkehr. Eine Spur in Jede Richtung ist hier für eine Autobahn volkommen ausreichend. Und die ganzen Toten Kängurus am Straßenrand zu beseitigen wäre vermutlich nur Zeitverschwendung (So scheint das auch mit den Unfallautos gehandhabt zu werden). Nach etwa 5 Stunden waren wir am Ziel und richteten Ponyo zum ersten Mal zum Campen ein. Rücksitze nach vorne geklappt, alles an Gepäck auf die Vordersitze gepackt und schon entsteht eine Liegefläche in der wir uns zu zweit wie Tetrisblöcke irgendwie hinein quetschen können. Zum Abendessen haben wir noch unseren Campingkocher getestet vor wir uns sehr früh schlafen legten (die Sonne geht hier derzeit gegen halb 6 unter und dann wird's kalt). Die erste Nacht zählte als eingewöhnungsphase... wirklich gemütlich war das ganze nicht. Wir freuten uns auf die Sonne, sodass wir gleich weiter düsen konnten. 

Das nächste Ziel war Peterborough, ein kleines dörfchen im Westlicheren Bundesstaat South Australia. Kurz vor der Grenze warnten Schilder davor frisches Obst und Gemüse ins Staatsgebiet zu bringen, denn dies sei strafbar. Da wir nicht genau wussten wie streng die Kontrollen sein würden, unser Gemüse aber nicht in eins der Quarantänebehälter auf den Raststätten kurz vor der Grenze werfen wollten, packten wir kurzerhand den Campingkocher aus und machten aus frischem Gemüse gegartes Gemüse. Der Plan ging auf, da dies bei der relativ strengen Grenzkontrolle nicht beanstandet wurde. Auf dem Weg nach Petersborough gab es weiterhin jede Menge Pampa zu sehen. Man merkt wie sich in die Grüntöne der Landschaft immer mehr Röte und Bräune einschleicht. Auch die Akzente der Menschen werden immer dicker, Im ländlichen Australien wird das Englische Pendant des Bregenzerwälder Dialekt gesprochen. Nach einem atemberaubenden Sonnenuntergang und einer weiteren Nacht in Ponyo, diesmal andersrum und schon etwas gemütlicher, ging es immer weiter Richtung Norden. 

Unser erstes Eigentliches Ziel war der Oodnanatta Track, eine über 600km lange, unbefestigte Straße durch das Australische Outback. Schon vor wir den Anfang des Tracks erreichten eröffnete sich uns die Wüstenlandschaft. Jetzt gab es auch kaum noch Grüntöne zu sehen. Der Track läuft entlang einer mittlerweile stillgelegten Bahnstrecke. Kurz vor dem Anfang kann man die Ruinen des ehemaligen Dorfs Farina besichtigen. Das sind keine antiken Ruinen wie wir sie kennen, denn manche der Gebäude wurden bis in die 60er Jahre noch verwendet. Heute kann man von einer restaurierten Untergrund Bäckerei Backwaren kaufen. Entlang des ganzen Tracks kann man immer wieder Ruinen sehen und immer wieder Teile der ehemaligen Zugstrecke. Ansonsten sieht man hauptsächlich Sand, Gestein und Gebüsch. Zwei Nächte verbrachten wir auf dem Track und suchten uns Campingplätze an denen wir komplett alleine waren. Ungefähr alle 200km gibt es eine kleine Siedlung mit Roadhouse, wo man Sprit zu einem erhöhten Preis Aufstocken kann und sich bewusst werden kann, dass man hald doch nicht alleine ist, wie klein und knuffig Ponyo doch im Vergleich zu den ganzen Offroadautos ist und wie man den Kontakt zu 'Bogans' nicht vermisst. Aber großenteils kann man die Einsamkeit genießen, denn in Summe wohnen auf der ganzen Strecke weniger als 300 Menschen, davon die Meisten im Dorf Oodnanatta. Hin und wieder gibt es auf der Strecke eine Sehenswürdigkeit, wie zum Beispiel einen Skulpturenpark, eine heiße Quelle - naja warm triffts eher, aber fein wars trotzdem, von den ganzen Fliegen mal abgesehen - und einen Ausblick über den See Eyre, der sich nur alle paar Jahre füllt. Derzeit ist er bei 60% und wir konnten das Wasser nur aus der Ferne erahnen. 

Am letzten Tag auf dem Track hatten wir noch knapp 120km zurück zulegen und waren früh auf. So waren wir das erste Auto auf der Strecke und konnten auch endlich ein paar Kängurus entdecken, die sich offensichtlich bei den Geräuschen der ersten Fahrzeugen von der Straße entfernen. Ist ja auch sicherer für alle Beteiligten, auch wir mussten auf dieser Strecke das ein oder andere Mal ordentlich bremsen, um eines vorbeispringen zu lassen. Zwei Kängurus trafen wir bei einem Boxkampf mitten auf der Straße an, bei unserem Anblick flüchteten sie aber schnell gemeinsam in eine Richtung. 

Wir sind ja beide nicht gerade Campingerfahren, haben uns aber bereits gut eingelebt und bekommen schon Routine. Nach der langen Zeit in der Stadt ist es wirklich toll in der Natur zu sein und nur zu zweit. 

So hat Ponyo diese Strecke mit Bravur gemeistert, aber wir waren alle drei auch wieder froh, auf asphaltierten Straßen dahin zu gleiten. So ging es noch knapp 400km weiter bis nach Alice Springs wo von wir im nächsten Teil berichten. 

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Antworten (1)

Hanni
Es ist interessant, eure Reiseberichte zu lesen, und wir freuen uns immer wieder über neue Berichte. Zur Zeit ist es bei uns sehr heiß (34 Grad). Aus dem heißen Ländle ganz liebe Grüße - Oma und Opa

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