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Halongbucht, Tag 1

Veröffentlicht: 10.02.2018

Donnerstag, 8.2.2018

Trotz guter Voraussetzungen (gutes Bett, ruhige Lage des Zimmers) kann ich aufgrund der Zeitumstellung nur sehr schlecht schlafen. Um 6h30 gehe ich zum Frühstück ins Restaurant, welches sich in der letzten, d.h. 10 Etage des Hotels befindet. Also mit Blick zum Hoàn Kiém-See. Es gibt ziemlich viel Auswahl an warmen Speisen (Nudeln, diverse Gemüse, Fisch, etc.) und Eier, diverse Brote (darunter auch grünes Brot = Grünteebrot), Obst und Getränke.

Um 8 Uhr werden wir abgeholt, um zur Halongbucht zu fahren.

Während der Autofahrt erfahren wir von unserem vietnamesischen Reiseleiter so einiges Wissenswerte über das Land. Hanoi hat ca. 9 Millionen Einwohner und ca. 6 Millionen Mofas. Saigon hat ca. 10 Millionen Einwohner und ca. 7 Millionen Mofas. Diese sind im Vergleich zu Autos auch für Durchschnittsverdiener (200 – 300 Euro pro Monat) erschwinglich und kosten ab 700 Euro. Für ein Auto muss man an die 17.000 Euro hinblättern, kann sich nicht jeder leisten. Um mit dem Mofa fahren zu dürfen, müssen 3 Voraussetzungen erfüllt sein. 1) Führerschein, 2) Anmeldung, 3) Versicherung. Wir erfahren, dass Vietnam der zweitgrößte Reisproduzent weltweit ist und nichts umsonst ist, auch die öffentliche Schule kostet Geld. Nach ca. 4 Stunden sind wir in Halong City und werden mit einem kleinen Zubringerboot zu unserer Dschunke gebracht. Hier gibt es Platz für 24 Personen, wir sind aber nur 17. Die Kabine ist sehr schön. Holzverkleidet mit großem Fenster und schönem Bad. Unsere erste Aktivität auf dem Boot ist das Mittagessen, während wir an den unzählig vielen Kalksteinfelsen und –inseln vorbeigleiten. Die Sonne lächelt uns auch entgegen, auch wenn es mit 18°C und Fahrtwind nicht unbedingt warm ist. Im Jahr 1994 wurde die Bucht zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Erschreckend ist aber doch die Anzahl an Booten in allem möglichen Größen (vom Fischerboot zum Kreuzfahrtschiff). Der Verbleib des Weltkulturerbetitels ist jedoch nicht gesichert, denn die Kohleindustrie im nahegelegenen Hai Phong und die hohen Touristenzahlen mit ihren Begleiterscheinungen (Müll, Hotelburgen und Umweltverschmutzung durch die Boote) setzen der Bucht sehr zu. Und momentan ist Nebensaison. Nach dem Mittagessen fahren wir zu einer anderen Bucht und steigen in Zweier-Kajaks um. Wir paddeln durch eine ruhige Bucht durch ein schwimmendes Fischerdorf und sehen uns dann noch eine Perlenzuchtfarm an. Es dauert ca. 3 - 5 Jahre bis eine in die Muschel gepflanzte Babyperle dann soweit gewachsen ist, dass man sie ernten kann.

Zurück am Boot, genießen wir den Sonnenuntergang bevor uns in einem Crash-Kochkurs gezeigt wird, wie man Frühlingsrollen zubereitet.

Das folgende Abendessen wurde dann wieder mit viel Liebe zubereitet und die Meeresfrüchte werden künstlerisch dekoriert serviert. Ein kulinarischer Genuss. Danach verabschiede ich mich in meine Kabine, um diese Zeilen zu schreiben, während man auch noch ein wenig fischen könnte. Im Anschluss findet dann auch noch Karaoke statt. Kann ich zwar nicht sehen, aber hören, da der Speisesaal, in dem die Veranstaltung stattfindet, direkt über meiner Kabine liegt. Nach einer guten Stunde Lärmfolter ist dann um 22 Uhr Ruhe und ich schlafe ziemlich gut.


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