7.12.2019 - Nationalpark Cabo Blanco
Ich muss nun ein paar Worte zur letzten Nacht verlieren, die nicht wirklich harmonisch verlief. Ich hatte gerade die richtige Bettschwere erreicht, als ich fast wieder aus dem...


Veröffentlicht: 08.12.2019
Die Nacht war ein Horror. Es war so laut, dass meine Ohrenstöpsel nichts gebracht haben. Das waren einfach zu viele Dezibel. Auch Kopfkissen zusätzlich aufs Ohr hat nichts genützt. Ich musste warten, bis Ruhe war, so zwischen 1 und 2 Uhr morgens, um meinen Schlaf fortsetzen zu können.
Die Zimmer hier haben keine Fenster, sondern nur Fliegengitter. Man hört dann halt nicht nur das Rauschen des Meeres und das Zwitschern der Vögel, sondern auch allerlei Musik, die einem mehr oder weniger gefällt und dessen Lautstärke einem mehr oder weniger zusagt.
Um 9 Uhr werde ich abgeholt zur Canopy-Tour. Das wird ein Highlight. Uns werden Gurte angelegt, spezielle Handschuhe und Helme ausgeteilt. Rollen werden am Seil eingehängt und auf diesen Rollen wird der Gurt mittels eines
Karabiners eingehängt. Es gibt noch einen zusätzlichen Gurt, der auf dem Seil zur Sicherung eingehängt wird. Auch auf den Plattformen zwischen den Stationen werden wir immer per diesem Zusatzgurt gesichert. Wir sind hier ja in den Baumwipfeln und die sind bei diese tropischen Bäumen relativ hoch. Dann bekommen wir gezeigt, wie vorzugehen ist. Wir legen uns in den Gurt, die eine Hand hinter den Rollen mit dem Handschuh, der zum Bremsen dient. Gebremst wird, indem man das Seil nach unten zieht. Die andere Hand hält das vertikale Seil zu den Rollen. Niemals darf eine Hand vor die Rollen kommen. Die Beine unterhalb der Knie werden verkreuzt. Wir haben zwei Profis dabei, die uns jedes mal ein- und aushängen. Dazu muss man jedes mal kurz hochhüpfen. Es sind 9 Seile und es macht irren Spaß. Die ersten Seile sind etwas kürzer, zur Gewöhnung. Die Baumwipfeltour macht nach 5 Seilen einen Stopp und wir gehen zu einem Wasserfall. Hier hat sich ein Naturbecken gebildet und man kann von den Felsen problemlos ins herrlich erfrischende Wasser springen. 25 m tief. Durch den Sprung und den Druck auf das Wasser verliere ich leider meine Schwimmbrille auf Nimmer-Wiedersehen (brauche ich, damit ich beim Schwimmen meine Kontaktlinsen nicht verliere). Das kleine halbstündige Bad unter uns in der Wildnis ist genial. Dann geht es weiter zu den letzten drei Seilen. Das letzte Seil ist ein krönender Abschluss. 350 m lang und wir gleiten durch eine Schneise durch den Urwald.
Zurück in Montezuma suche und finde ich eine neue Schwimmbrille. Sicherlich nicht so Hightech wie meine alte, doch sicherlich ausreichend.
Ich nütze heute auch die Küche, um mir ein paar Nudeln zu kochen.
Ich probiere meine neue Schwimmbrille im Meer aus. Passt wie angegossen. An den meisten Stränden hier stehen Schilder, die vor gefährlichen Strömungen warnen. Rausschwimmen ist also nicht. Also schwimme ich am Ufer entlang. Das Wasser ist herrlich warm und so salzhaltig, dass man gar nicht untergehen kann.
Eigentlich war angekündigt, dass am Strand Montezuma um 16 Uhr kleine Schildkröten freigelassen werden. Es kommt aber niemand. Bin ein wenig enttäuscht.