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Mein neues Hobby

Veröffentlicht: 12.04.2024

Moin,

was soll ich sagen, das Backpacken ist nicht immer toll. An manchen Tagen ist es einfach ätzend und man will nur nach Hause! Alles nervt einen, man hängt viel am Handy und hat morgens keinen Bock aufzustehen. So erging es mir die letzten Tage, ehrlich gesagt schon seit dem Anfang von Nicaragua war das unterschwellig schon da. Immer wieder diese Lustlosigkeit, die Gedanken an die Heimat, Freunde, Familie und einfach dran zu denken nicht mehr alle paar Tage den Rucksack packen zu müssen und in einem überfüllten und lauten Bus zum nächsten Hostel fahren zu müssen... Das wird ab und zu doch einfach zu viel auch wenn Reisen eine der schönsten Dinge ist, die man machen kann. Diese Tatsache musste ich einfach erkennen und sie angehen. Jetzt bin ich einfach ein paar Tage Recht ruhig angegangen und habe einfach mal in mich hineingehorcht, was denn los ist. Wie auch immer, mein kleines Tief ist quasi überwunden und so lange ist es nun ja auch nicht mehr. Jetzt aber zu meinen Erlebnissen der letzten Tage.

Am 06.04.24 zog es mich mal wieder ans Meer, also ja der Ort war am Meer aber so richtig Bock auf den Strand und so hatte ich nicht. Eigentlich wollte ich nur dorthin um eine Runde auf dem Kayak zu drehen. Außerdem war es nur eine 30min Fahrt von Leon entfernt. An dem Tag war ich nur 2 Stündchen am Strand und habe mich schlau gemacht über einen Kayakverleih. Nach dem ich ein Hotel mit Kayaks ausfindig gemacht habe, habe ich mir eins für 09:00 am nächsten Tag reserviert.

Die deutsche Pünktlichkeit habe ich immer noch in mir und so war ich dann um 08:50 am nächsten Tag (07.04.24) an dem Hotel. Für knapp 11€ hatte ich dann für 3h ein Kayak und konnte einen Teil des "Reserva Natural Isla Juan Venado" erkunden. Das ist ein Mangrovenwald direkt am Meer der aber von einem Fluss zerteilt wird und somit darüber erkundbar ist. Kayak fahren macht mir einfach einen Riesenspaß, diese Abgeschiedenheit, die Ruhe und einfach die Art des Fortbewegens ist einfach super. So war ich dann 3h nahezu alleine auf dem Fluss unterwegs und konnte einige Vögel, Fische, Krebse und sogar 2 Echsen spotten. Danach blieb ich noch was am Strand, gönnte mir ne kalte Cola und ging wieder ins Hostel. Am Abend bin ich spontan noch zum Sonnenuntergang ans Meer.

Und es ging wieder weiter (08.04.24)...ihr seht irgendwie war ich die letzte Zeit ziemlich rastlos und bin nicht lange an Orten verblieben obwohl ich ja die Zeit habe. Irgendwie sagte mir kein Ort so zu, dass ich dort ein paar mehr Tage verweilen wollte und dachte immer, dass der nächste Ort mir mehr zusagt. Ein kleiner Teufelskreis. Mit dem Bus ging's dann wieder zurück nach Léon, dort dann einmal durch die ganze Stadt zu einem anderen Bus terminal, von dort in die Hauptstadt Managua und weiter nach Granada. Eine recht große aber doch hübsche Stadt. Viel machte ich nimmer außer mir ein wenig zu Essen zu besorgen.

 Bevor ich fortfahre, muss ich kurz die Lage Granadas erklären. Granada liegt am größten See Zentralamerikas und dort sind die Inseln Granadas drauf. Das ist eine Inselgruppe von 365, zum Teil bewohnten, Inseln, die vor ein paar Tausend Jahren durch die Eruption des Vulkans Mombacho entstanden sind.

Weiter im Text, ich habe mir noch eine Kayaktour (Juhu!) für den nächsten Morgen organisiert, um ein paar dieser Inseln zu erkunden.

Also geht's um 05:00 (09.04.24) aus'm Bett um dann um 06:00 zum Kayak gebracht zu werden. Un wie soll es anders sein, die anderen Teilnehmer sind natürlich alle Deutsch😂. Aktuell ist das echt schlimm, über ein Drittel der Reisenden hier sind Deutsch, verrückt! Kayak gesattelt und ab geht's durch die Inseln im größten See Zentralamerikas. Unser Guide war cool drauf, hat uns viel zu verschiedenen Vögeln und den Pflanzen erzählt. Auf den Inseln leben sogar Brüllaffen, die sind die einzigen in Nicaragua lebenden Affen, die schwimmen können. Einige konnten wir ebenfalls entdecken aber sie waren ausnahmsweise mal still. Einige dieser Inseln stehen zum Verkauf, teils mit, teils ohne Haus. Auf einer Insel mit einer alten Festung haben wir eine Pause eingelegt und eine Melone schnabuliert. Nach 3h waren wir fertig und würden wieder ins Hostel gebracht. Der restliche Tag war nicht sonderlich ereignisreich.

Gestern (10.04.24) lief nicht viel, bisschen einkaufen, bisschen in der Gegend Rum sitzen und mir Gedanken über meine weitere Reise machen. Am Abend bin ich dann in ein anderes Hostel gegangen, da dort ein Pärchen war, mit dem ich mich in Miraflor gut verstanden habe. Wir haben ein wenig gequatscht und Billiard gespielt (ich war gruselig schlecht). War schön mit denen ein bisschen zu reden und zu hören, was die so die letzten Tage erlebt haben, seitdem ich aus Miraflor abgereist bin. Und vielleicht werden wir in ein paar Tagen gemeinsam einen Vulkan auf Ometepe erklimmen, wäre sehr cool.

Heute (11.04.24) stand mal wieder ein Vulkan an. Der Vulkan Mombacho, der für die 365 Inseln auf dem See verantwortlich war. Nach 20min Busfahrt war ich schon nahe dem Eingang. Der Aufstieg war allerdings kein Zuckerschlecken, es ging auf knapp 7km 900 Hm nach oben. Es gibt die Möglichkeit ein Shuttle bis zum Krater zu buchen aber ganz ehrlich, dann hat man sich den Krater nicht verdient! Also bin ich hochgestiefelt, der Weg war sogar gepflastert, was es deutlich leichter gemacht hat als manch anderen Aufstieg. Nach 1,5h war ich oben, ich konnte zwar mein Shirt auswringen aber auf die Zeit war ich schon ein wenig stolz😅 Oben gibt es dann 4 Wege die am/um den Krater führen aber nur einer ist ohne Guide erlaubt. Warum die hier immer diese Guide Regelungen haben verstehe ich nicht aber gut. Man zahlt aber mehr je länger der Weg ist und zusätzlich noch den Guide + Trinkgeld. Also habe ich darauf verzichtet und bin nur 1,5km um den Krater ohne Guide gelaufen. War aber dennoch richtig schön und abwechslungsreich. Nach knapp einer Stunde ging es dann wieder nach unten und Bergab ist nochmal eine ganz andere Hausnummer...Die richtig steilen Stellen musste ich rückwärts bewältigen weil es einfach so anstrengend war vorwärts zu gehen. Habe ich noch nie gemacht vorher aber rückwärts gehen kann bergab sehr angenehm sein😂 Auf halbem Weg war ein Café, dort gab es einen Kaffe für mich und dann ging's weiter runter. Dort waren wieder ganz viele Brüllaffen unterwegs, die die Leute in den Shuttles überhaupt nicht sehen, Ha!😂 Dann wartete ich an der Straße wieder auf den Bus zurück nach Granada. Nach einem Mittagessen in nem  Comedor ging's wieder ins Hostel.

Um nochmal den Anfang aufzugreifen...Klar habe ich die ganze Zeit geilen Kram erlebt aber die Zeit dazwischen ist manchmal echt anstrengend. Nie in seinem eigenen Bett schlafen zu können, seltenst durchschlafen zu können, selbst in einem Privatzimmer mit Ohrstöpseln ist es mir nur selten möglich. Und allgemein einfach für alles die Verantwortung übernehmen zu müssen ist schon kräftezehrend. Jede Entscheidung muss ich treffen, was will ich tun, wie komme ich da hin, wo kann ich schlafen, Essen besorgen, immer wieder Gespräche mit Leuten zu führen die man höchstwahrscheinlich nie wieder sieht... Versteht mich nicht falsch all das ist auch wunderschön, diese Freiheit zu haben aber manchmal ist es einfach zu viel und das hatte ich in den letzten Tagen einfach.

Naja ich habe es jetzt verstanden und wieder neue Kraft getankt durch die Erkenntnis dessen. Ich freue mich wieder sehr auf die noch vor mir liegenden Abenteuer aber ebenso auf einen dicken Falafel Döner wenn ich wieder zuhause bin😁

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