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Von Seen und gesehen werden

Veröffentlicht: 30.07.2017

Früh am Morgen ging es an diesem Tag los zur 9km Wanderung um die Plitvicia Seen. Voller Vorfreude malten wir uns aus, wie es wohl sein würde, Auge in Auge mit der Natur, abgeschieden und duschend unter einem der Wasserfälle. Das Heer der Chinesen hatten wir kurzerhand verdrängt und unsere einzige Sorge war es, uns in dieser weiten Wildnis verlaufen zu können, als wir am Eingang des Nationalparks plötzlich auf eine riesige Schlange stießen. Nein, leider keine heimische Hornviper, es war eine viel bedrohlichere Spezies, eine unsere Abenteuerlust bedrohende, eine Menschenschlange. Bunt gemischt aus Amis, Europäern und Asiaten. Von allem ein bisschen und alle mit modischer Trekkingvollausstattung. Ohne lange darüber nachzudenken, stellten wir uns an, ohne auch zu wissen, wofür genau wir uns anstellten, aber wo eine Schlange ist, muss gewartet werden. Soviel hat unsere deutsche Erziehung uns gelehrt. Nach einer Viertelstunde begann uns die Warterei jedoch doch suspekt zu werden und so fragte ich (Dani) an dem Infostand ziemlich intelligent: "Äh, sorry, we dont know, what we are waiting for. Do you know that?"

Es stellte sich heraus, dass die Parkleitung ziemlich penibel darauf geachtet hatte, dass kein Besucher auch nur einen Schritt zuviel tun muss und so wurden wir in langen, an Unimogs angehängten Waggons zum richtigen Eingang zu den richtigen Sehenswürdigkeiten gefahren. Paradoxerweise bekamen wir ein Infoblatt mit dem Hinweis, dass Lärm zu vermeiden war, in die Hand, leider konnte ich Philipp diesen Hnweis nicht weitergeben, denn der UNimog machte viel zu großen Lärm, um sich unterhalten zu können.

Bei dem richtigen Eingang angekommen, konnten wir endlich mit unserer Wanderung starten und, ich muss sagen, der Andrang war wirklich verständlich, diese Seen sind einfach einmalig schön. Sie sind verbunden durch kleinere und größere Wasserfälle an denen entlang man bis zum untersten Becken über angelegte Holzbrücken laufen kann. Dass man den ein oder anderen Wasserfall nur durch das Vorbeiquetschen an anderen Naturfreunden erspähen kann, sei hier nur am Rande erwähnt.

Außerdem hat man die Möglichkeit, Naturphänomene hautnah mitzuerleben. Zum Beispiel kann ich nach der Wanderung jede anwesende Nation nur über ihre Art des Posierens für die Kamera fehlerfrei bestimmen! (Amerikaner: Breitbeinig, Mukeln raus, Fäuste in die Seite gestemmt, Siegerlächeln; Deutscher: Bauch, also besser gesagt Hüftbeutel raus, Daumen in die Rucksacklaschen eingehakt, dümmliches Grinsen, junge Chinesin: Blick über die Schulter, Duckface, Augenaufschlag, alte Chinesin: seltsame Verrenkung mit einem Arm....und dem anderen, so als würde sie in diesem Moment vielleicht den Wasserfall auffangen (?), dabei aufgerissene Augen, völlig überzeugendes Lächeln und ein seltsames Geräusch (so was wie "hui???").

Nachdem wir dann also allen Brücken gefolgt waren, immer dem Buchstben H nach und wirklich, wirklich schöne Wasserfälle gesehen hatten, ging es zurück ins Hotel. Und morgen? Wieder mal ein wenig Kultur! Auf nach Zadar!

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