Veröffentlicht: 07.11.2025












Ein Highlight war am Sonntag das Facetimen mit unseren Kindern und Enkeln in Deutschland und in der Schweiz. Das tut immer sehr gut. Fin (4 Jahre alt) ist immer noch fasziniert, dass es bei uns Tag ist und bei ihnen schon dunkel, wenn wir telefonieren.
Auch der Abendgottesdienst war sehr schön. Der deutsche Botschafter war mit seiner Frau dort, und anschließend haben wir noch zusammengesessen und uns ausgetauscht. Er war auch schon als Botschafter in Santiago de Chile.
Am Montag fand die zweite Chorprobe statt, was wieder viel Freude gemacht hat. Es sind auch noch einige dazugekommen.
Mittwoch, 5.11.: Genieße gerade die Sonne nach einem vollkommen verregneten Tag. Und ausgerechnet an dem Tag (gestern) sind wir nach Cartago gefahren (ehemalige Hauptstadt, 1500 m hoch). Eine Stunde Autofahrt, viel Verkehr (die Straßen sind eigentlich immer voll), schlechte Straßen, viel Regen. In Cartago waren wir erst in einem Café, um uns aufzuwärmen, und haben uns dann noch die berühmte Kathedrale angesehen. Dann ging es wieder zurück in den dichten Verkehr. Das Ganze hätten wir uns sparen können.
Dienstagabend waren wir im Museo de arte zu einem Liederabend mit zwei Solisten, die deutsche Lieder der Romantik vorgetragen haben. Dieser Abend wurde von der Deutschen Botschaft ausgerichtet.
Martin traf sich vormittags mit einer jungen Pastorin, die hier in der einheimischen Kirche arbeitet. Sie bereiteten die Andacht vor, die im Intercontinel-Hotel Ende November stattfinden soll, in Verbindung mit der Konrad-Adenauer-Stiftung.
Wir genießen die Sonne seit zwei Tagen. Davor war es kalt, regnerisch und dunkel. Auch mussten wir uns noch Decken organisieren, da die dünnen Decken nicht ausreichten. Ich komme immer wieder stark an meine Grenzen, da der extreme Verkehr, das viele Gehupe und das Fahren mit aufheulendem Motor, besonders nachts – es scheint so, als wenn die Motorradfahrer sich nachts ein Rennen liefern, da der Verkehr dann nicht so dicht ist – kaum zu ertragen ist. Da war Lima nichts dagegen. Während ich hier schreibe, kläffen die Hunde hier in der Straße seit mindestens einer halben Stunde.
Seit Stunden haben wir die Handwerker im Haus, da es undichte Stellen im Gemeindesaal gibt, das unter meinem Badezimmer liegt. Ich habe den einen gefragt, der auch als Taxifahrer arbeitet, wie weit es bis zur Küste ist. Zwischen 1,5 und 4,5 Stunden ist man unterwegs.
Donnerstag, 6.11.: Heute viel Sonnenschein. Morgens habe ich wieder mit zwei Frauen für den Adventsbasar gebastelt; dabei erfährt man dann auch so einiges über das Leben hier, die Gewohnheiten. Die eine ist aus Kolumbien/Bogota und mit einem Deutschen verheiratet, die andere ist Deutsche und mit einem Tico (Costa Ricaner) verheiratet. Und gerade kommen wir von einem Besuch eines Gemeindemitgliedes; sie lebt auch schon seit über 20 Jahren hier und ist ebenfalls mit einem Tico verheiratet. Ihre Kinder sind hier zur Deutschen Schule gegangen, die Tochter hat gerade Abitur gemacht. Das monatliche Schulgeld an der Humboldtschule beträgt monatlich 1000 Euro pro Schüler. Dazu kommen noch Verpflegung und ggf. der Schulbus. Sie selbst hat ihre Kinder zur Schule gebracht und musste immer um 6:00 losfahren (wegen des starken Verkehrs), da die Schule hier um 7:30 beginnt. Und nachmittags das gleiche noch mal. Die amerikanische Schule kostet übrigens 2000 $ pro Monat.
Gestern war die erste Kirchenvorstandssitzung, wo wir auch gefragt wurden, wie wir hier mittlerweile angekommen sind. Ich habe von der Dauerbelastung durch den extremen Lärm berichtet, aber eine Lösung gibt es nicht wirklich. Notfalls muss ich ins leere Esszimmer ziehen, da ist es etwas ruhiger. Nun habe ich eine Decke vor das Fenster genagelt und werde noch einen Ventilator aufstellen. Ich weiß nur, dass ich mich niemals auf die Zeit hier eingelassen hätte, wenn ich das vorher gewusst hätte. Aber ich habe noch die Hoffnung, dass ich mich mehr dran gewöhne. Tagsüber kann ich einigermaßen damit umgehen, auch mit dem ganzen Provisorischen, in dem wir hier leben. Und die Kontakte zu den Menschen sind einfach sehr gut. Ich staune, mit wie vielen ich hier schon im (WhatsApp-) Kontakt bin.