Badetag
Kilometerstand: unverändert Es war Samstag und wir hatten schon gestern beschlossen heute das zu tun, was man im Urlaub eigentlich machen


Veröffentlicht: 27.07.2026
Kilometerstand: 158241
Heute steuerten wir unseren nächsten Stellplatz an, zwischen Auderville und Goury.
Wir landeten ein Stück oberhalb des kleinen Hafens von Goury, der Blick war atemberaubend und es wehte eine permanente, ordentliche Brise von der See zu uns herauf. Hier hatte man den Leuchtturm ein Stück vor der Küste auf eine kleine Insel gebaut. Die Riffe und Kiesbänke, die hier vor der stürmischen Küste lagen, hatten über die Jahre viele hunderte Schiffe in Not gebracht, sodass das vielleicht wichtigste Gebäude, neben dem Leuchtturm, das der Seenotrettung war. Ein achteckiger Bau, der im ersten Moment wie eine Kapelle wirkte und eine drehbare Rampe für Rettungsboote beherbergte. So konnte man das Boot im Hafen in aller Ruhe rückwärts einladen und im Notfall zum Meer hin in wenigen Sekunden zu Wasser lassen, denn bei Niedrigwasser und Sturm, war die Hafeneinfahrt nicht passierbar.
Nachdem wir uns die wenigen Häuser von Goury angesehen hatten, wanderten wir wieder ein Stück entlang der Küste, die hier kein Strand war, sondern schroffe Felsen, so wie wir es dann auch in der Bretagne erwarteten. Wir mussten ein Stück ab des Wassers gehen, da ganze Abschnitte der Küste zum Schutz der Brutplätze des Sandregenpfeiffers gesperrt waren.
Am Aussichtspunkt, den man einfach auf einem alten Bunker angelegt hatte, spazierten wir dann wieder landeinwärts, durch die von Trockenmauern gesäumten kleinen Felder, zurück zum Stellplatz.
Wir staunten nicht schlecht, als es kurz darauf am WoMo klopfte und wir im breitesten Dresdner Sächsisch mit den Worten: „Entschuldigen Sie aber Sie haben mein Traumauto.“ begrüßt wurden, mit der anschließenden Frage „Darf ich mal einen Blick rein werfen?“. Der Herr um die siebzig stand - mit seinem ultramodernen Wohnmobil, mit allen zeitgemäßen Annehmlichkeiten und Assistenz-Schnickschnack - direkt uns gegenüber und bekam natürlich die Gelegenheit Garys Nussbaumfurnier und das restliche Interieur zu begutachten.
Auch mit dem französischen Ehepaar nebenan und ihrem Gast, alle um die siebzig Jahre, kamen wir ins Gespräch. Die beiden stammten aus Marseille und waren im Urlaub in den Norden gefahren, weil im Süden jetzt permanent um die vierzig Grad waren, das hielt ja keiner aus. Da die beiden weder Englisch noch Deutsch sprachen und unsere Französischkenntnisse wohl für Restaurant, Einkauf und Touriattraktionen reichten, aber kaum zur Konversation, waren die Unterhaltungen ziemlich holprig, am Ende verstand man sich aber doch recht gut.
