Italien im Frühling Teil 3 Napoli
Meine Begegnung mit der Maradona-Verehrung
Veröffentlicht: 22.04.2026




















Am zweiten Tag bin ich wieder mal ganz einfach losgegangen. Und wie sich das lohnt. Zuerst stand i plötzlich vor der Porta Capuana, dann habe ich dahinter eine enge Gasse gesehen, bin natürlich dort hineingegangen und stand nach kurzer Zeit an einem kleinen Platz mit einer eingepackten Säule und Baugerüste, wo ein Kirchenturm herausragte und eine steile Treppe hinaufführte. Neugierig stieg ich die Treppe hoch und befand mich plötzlich im Dom von Napoli während der Messe. Die Kathedrale war voll, in der Mitte die Messebesucher*innen, am Rand die Tourist*innen. Die Kinder der Messebesucher*innen liefen derweil spielend und lachend herum ohne schimpfer oder Zurechweisungen der Erwachsenen. Wie schön! Ich wanderte weiter, fand eine zweite alte Kirche, die ältesten Teile sind vom Jahr 1340. Ich finde es bemerkenswert, dass die Kirche früher an stillende Mütter nichts anrüchiges fand. Vielleicht kann es ja wieder so werden?
Ich besuchte auch die Metrostation Toledo, die angeblich schönste der Welt - oder eine der schönsten der Welt. Ich war nur mäßig beeindruckt. Am späteren Nachmittag fand ich eine Osteria. Während ich dort saß, hörte ich plötzlich zuerst Feuerwerkraketen und danach gab es Musik. Dann tauchten Träger von Fahnen mit religiösen Symbolen auf und 10 Männer trugen ein großes Standbild von der Heiligen Maria. Dahinter tanzten Mädchen und zum Schluss kam ein kleines Orchester mit Blasinstrumenten und Trommeln. Neugierig ging ich dem Umzug nach bis zu einem kleinen Platz wo die Fahnenträger und die Mädchen eine Pappfigur in einer Türöffnung salutierten. Ich googelte den Namen, Emanuele Durante. Er wurde nur 20 Jahre alt, ermordet von einer Gruppe Minderjährigen, die, wenn ich die italienischen Medien richtig verstanden habe, vermutet hatte, dass er an dem Mord an seinem besten Freund (18 Jahre) beteiligt gewesen ist. Die zur Musik fröhlich tanzenden Tourist*innen konnten das natürlich nicht wissen. Nachdenklich ging ich davon.
