Italien im Frühling Teil 2 Livorno
Meine Zeit in Livorno
Veröffentlicht: 26.03.2026








































































Tag 2. San Gimignano. Fantastisch, vor allem, wenn man es schafft, recht früh da zu sein. Die Menschen der Stadt wohnen woanders, setzen aber ihre Spuren auch in der musealen Stadt. Ich mag Toscana. Die Menschen sind freundlich und hilfsbereit. Und die Landschaft ist traumhaft schön.
Tag 3. Siena. Wunderschön, voll mit Menschen. Der Campo ist eine Überraschung, die Menschen machen entspannt Pause, liegen auf dem Boden herum, machen Picknick. Ich orte Leben in kleinen Nischen der Stadt.
Tag 4. Eigentlich wollte ich zurück nach Firenze, um die Stadt genauer und planvoller anzuschauen. Ich hatte aber übersehen, dass offenbar weder Züge noch Busse zwischen 10.00 und 12.30 fahren. Der Wetterbericht hat Regen und zwar viel versprochen. Ich ging daher lieber in Poggibonsi ein bisschen spazieren und fuhr ein Sprung mit dem Zug nach Empoli. Zunächst gesagt, Empoli bietet nicht wirklich was, eine Schlafstadt, aber recht divers. Erstaunlich fand ich die Diskrepanz zwischen den Art der Geschäfte und die augenscheinliche Einkommenssituation der Bewohner*innen. Luxusgeschäfte in einer Stadt wo das Einkommen sichtbar nicht mitkann....
Poggibonsi ist auch so eine Schlafstadt. Alle arbeiten woanders, die Stadt wacht daher eher spätnachmittags auf. Dafür ist sie dann sehr lebendig. Ich habe mich nicht erkundigt, aber es dürfte eine progressive Stadtregierung/Kommunalverwaltung geben. Spuren von aktiver Kommunikation der Stadtstrategie und ein Hauch von partizipativer Gesinnung waren in der ganzen Stadt zu beobachten. Reich dürfte die Stadt nicht sein, aber doch sehr sozial. Ja, und am Matteottiplatz war ich natürlich auch. Dort war die Stadtstrategie bis 2027 auch formuliert. Inkl. sozialer Wohnbau unter dem Titel Aldo Moro.
Tag 5. Ich habe Poggibonsi verlassen und bin nach Lucca gefahren. Ich habe in einem Buchhandel das Tagebuch von Alba Donati gefunden, die 2019 ihre Verlagstätigkeit aufgegeben hat, um in einem 180-Seelen-Dorf eine Buchhandlung aufzumachen. Im Tagebuch beschreibt sie das erste Halbjahr 2021 und sowohl die Geschichte der Buchhandlung, wie auch die Geschichte ihrer Familie. Passendere Lektüre für meine Reise hätte ich gar nicht finden können. Lucca ist traumhaft schön. Schaut euch ganz einfach die Bilder an. Am ersten Nachmittag bin ich durch die Stadt geschlendert, kreuz und quer. Am nächsten Tag bin ich auf die Stadtmauer rundherum gegangen, 4,4km ist sie weit und ist heute eine Parkanlage, die auf Spaziergänger*innen, Radfahrende, Klassenausflügler*innen, etc. sehr anziehend wirkt. Ja, und dann fand ich eine Ausstellung mit italienischen Impressionisten mit Giovanni Boldini an der Spitze. Und im botanischen Garten war ich auch. Lucca ist sehr gemütlich, vielleicht etwas gemütlicher als San Gimignano.
