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Erlebnisse in Down Under

Phillip Island

Wie bereits im vorherigen Artikel erwähnt, erreichten wir nach vielen Stunden Fahrt zurück entlang der Great Ocean Road, quer durch Melbourne City spät abends San Remo, ein Ort der direkt vor Phillip Island liegt. Zum Glück fanden wir auch dort direkt noch ein Motel, wo wir eine Nacht verbrachten. Am nächsten Morgen ging es dann über eine Holzbrücke auf Phillip Island. In einem Tourist Info Center holten wir uns eine Karte und erfuhren Infos zu den wichtigsten Attraktionen auf der Insel. Also fuhren wir zuerst zum Woolamai Beach. Dort stellten wir das Auto ab, um einen Rundgang durch den Phillip Island Nature Park zu machen. Wir liefen ein Stückchen am ziemlich einsamen und sehr schönen Strand entlang bis wir über eine Holztreppe auf den Wanderweg kamen. Die Vegetation war dort auch sehr beeindruckend. Wir wollten eigentlich einen Rundgang machen, um direkt an unserem Auto wieder raus zu kommen. Jedoch verliefen wir uns oder besser gesagt wir dachten wir haben uns verlaufen, obwohl es letztendlich wahrscheinlich doch der richtige Weg gewesen wäre. Wir nahmen eine Abzweigung und sind an einem komplett verlassenen Strand rausgekommen. Der Strand war dreckig, umgestürzte Bäume hingen den Hang herunter und das Meer war dreckig und komplett ruhig ohne Wellen. Es hatte schon etwas Unheimliches. Wir haben aber zumindest Fußspuren im Sand gesehen, also wussten wir, das dort vor Kurzem zumindest auch schon mal Menschen unterwegs waren ;-).  Nachdem wir eine Weile gelaufen sind und wir immer unsicherer wurden, ob das der richtige Weg ist, entschlossen wir uns wieder zurück zu gehen und den selben Wanderweg zu nehmen, den wir auf dem Hinweg genutzt hatten. Eines hatte unser kleiner Umweg aber Gutes. Ich habe an diesem wirklich unschönen Strand, sehr schöne Muscheln sammeln können. 

Nach der Wanderung beschlossen wir nach Cowes, dem "Zentrum" von Phillip Island zum Mittagessen zu fahren, wo sich Restaurants und Geschäfte aneinander reihen. Frisch gestärkt wollten wir nun zum Nobbies Centre fahren. Auf dem Fahrweg hielten wir an einem Motel und einer Anlage mit Ferienwohnung an, um eine Unterkunft zu finden. Beide waren allerdings sehr teuer. Als ich bei der Anlage für Ferienwohnungen nach einer Unterkunft fragen wollte, öffnete mir ein sagen wir mal etwas ungepflegt alter grimmiger Herr. Er hat mich auch gleich abwimmeln wollen. Als ich mich trotzdem bedankte und gehen wollte, fragte er mich nach meiner Herkunft. Als er erfuhr das ich aus Deutschland bin, wurde er auf einmal super freundlich und hat angefangen ein Pläuschen mit mir zu halten. Der Herr hatte früher mal eine zeitlang in Karlsruhe gelebt und sein Bruder lebt immer noch in Deutschland. Trotz der Sympathie Punkt, die ich dadurch gewonnen hatte, haben wir die Wohnung nicht günstiger bekommen und sind weitergefahren zum Nobbies Centre. Auf der Straße wäre uns auch fast eine Känguru unter die Räder gekommen, mein Vater hatte aber noch rechtzeitig bremsen können. 

Das Nobbies Centre ist ein Ökotourismus Ort in Summerlands. Man kann dort einen Holzsteg entlang der Küste nehmen. Mit etwas Glück kann man auf dem ca. 2 km entfernten "Seal Rock" im Meer eine Seelöwen Kolonie sehen. Leider hatten wir aber Pech und trotz Fernglas konnten wir keine entdecken. Wahrscheinlich steigen gegen Abend die Chancen welche zu sehen, wenn die Seelöwen von ihrer Futtersuche zurück auf den Seal Rock kehren. Dafür haben wir bei dem Rundgang aber mal wieder eine tolle Landschaft gesehen und auch Zwergpinguine bestaunen können, die bekanntesten Bewohner der Insel (neben den Hollywoodstars Liam und Chris Hemsworth, die auf der Insel aufgewachsen sind ;-)). Nachdem wir unseren Rundgang beendet hatten und uns der Wind ordentlich um die Ohren geblasen hat, beschlossen wir wieder nach San Remo zurück zu fahren, um dort ein günstigeres Motel zu nehmen als auf der Insel.

Abends fuhren wir wieder Richtung Summerlands, um uns die Penguin Parade anzusehen, die berühmteste Attraktion auf der Insel. Jeden Abend nach Einbruch der Dunkelheit, kehren die Zwergpinguine zu ihren Nestern zurück. Dafür watscheln sie vorsichtig aus dem Meer, überqueren den Strand, um dann mit ihrer Futterbeute die Jungen in den Bauten zu füttern. Es ist ein wirklich sehr süßes Naturschauspiel, was man da beobachten kann. Allerdings zu gesalzenen Preisen! $25 kostet hier das günstigste Ticket für einen Erwachsenen. Eine Unverschämtheit dachte ich mir erst, nachdem es sich dabei um ein natürliches Ereignis handelt. Die Ranger erklärten aber, dass das Geld in die Erhaltung der Zwergpinguine gesteckt wird.

Nach einem kleinen Durcheinander, hatten endlich mal alle Besucher einen passenden Platz für eine gute Sicht auf den Rängen gefunden. Nun starrte man gespannt auf das Meer und wartete bis die Sonne untergegangen ist. Und schließlich zeigte sich dann tatsächlich ein erstes kleines Grüppchen von Pinguinen, die vorsichtig aus dem Meer tapsten. Es braucht immer einen mutigen Pinguin, der voraus geht, sodass die anderen Gruppenmitglieder im hinterherlaufen. Haben die Pinguine das Gefühl, das Gefahr z. B. durch einen großen Vogel droht, rennen sie zurück ins Meer. Die Pinguine laufen dann direkt an dem eingegrenzten Publikumsbereich am Strand vorbei. Filmen und Fotografieren ist hier verboten, um die Pinguine durch Blitze nicht zu vergessen. Es war ziemlich ärgerlich, da einige Touristen völlig anstandslos waren, nach vorne gerannt sind, teilweise gestanden sind und somit allen anderen Besuchern den Blick genommen haben. Auch an das Foto- und Filmverbot haben sich viele nicht gehalten. Die Ranger hatten daher alle Hände voll zu tun, die Touristen aufzufordern sich hinzusetzen und keine Fotos zu machen. Es war sehr kalt und wir haben richtig gefroren. Viele Besucher gingen dann schon, nachdem sie die ersten Pinguine gesehen hatten. Das kam uns nur zu Gute, da wir schließlich (zwar bibbernd vor Kälte) die besten Plätze hatten, um die nur 30 cm großen Tiere zu beobachten. Auf der Rückfahrt haben wir erstmal die Heizung aufgedreht, um uns wieder aufzuwärmen. Schnell wurde uns klar, warum man bei der Penguin Parade Decken und warme Getränke hätten kaufen können. Wir hatten den kalten Wind dort ziemlich unterschätzt. Generell ist es im Süden von Australien meistens kälter, was sich vor allem im Winter und am Abend im Vergleich zum restlichen Australien bemerkbar macht. Trotzdem, vergleicht man es mit den deutschen Temperaturen, ist es auch im Süden Australiens wärmer. Witzigerweise waren aber die Betten in den Motels auf der Great Ocean Road und auch bei San Remos mit Heizdecken ausgestattet (bei abendlichen Temperaturen um die 18 Grad). 

Die Penguin Parade zu sehen war sehr interessant und dieses Schauspiel kann man nirgends so zuverlässig sehen, wie auf Phillip Island. Trotzdem habe ich etwas Mitleid mit den Tieren. Auch wenn die Pinguine die Besucher und das Scheinwerferlicht, mit denen ihr Weg vom Meer bis zu den Nestern ausgeleuchtet wird, mittlerweile gewöhnt sind, ist es irgendwie traurig, das ihr natürliches Verhalten zu einer Touristen Attraktion vermarktet wurde. Jedoch habe ich im Nachhinein gelesen, das man in St. Kilda in Melbourne und bei den 12 Aposteln auf der Great Ocean Road ebenfalls gute Chancen hat, dieses Schauspiel zu beobachten, ohne Eintrittsgelder oder touristischer Aufbereitung.

Übrigens beinhaltet die ca. 7000 Einwohner Insel auch eine Rennstrecke, den Phillip Island Circuit. Auf dieser werden jährlich Meisterschaften für Motorräder ausgetragen.

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