Überfahrt zur Robinson-Crusoe-Insel - Seetag
Heute fahren wir zu den chilenischen Juan-Fernández-Inseln. Der Hauptort ist San Juan Bautista. Dieser liegt im Zentrum der Nordostküste der Robinson-Crusoe-Insel....


Veröffentlicht: 21.03.2025











































Heute haben wir verschiedene Ausflüge gemacht. Maria ging auf eine geführte Wanderung. Tommy machte zuerst den U-Bootausflug zu einem deutschen Schiffswrack aus dem 1. Weltkrieg (die Dresden) und danach zwei Wanderungen auf die umliegenden Hügel.
Die Tauchfahrt mit dem U-Boot war eindrücklich. Das U-Boot hat zwei Kugeln mit je drei Passagieren und eine Pilotin in der Mitte. Die Sitze können in alle Richtungen gedreht werden und das U-Boot kann auch in jede beliebige Richtung fahren. Obwohl es ein grosses Kriegsschiff ist, war es auch mit aller Technik nicht einfach zu finden. Das U-Boot kann fast beliebig nahe an die Objekte heranfahren und alles begutachten. Die Dresden war damals topmodern (Dampfturbinen und viel schneller als anderen Schiffe). Es ging ihnen aber die Kohle aus und damit die Technik nicht in britische Hände fiel, wurde es beim Angriff der Briten von der Mannschaft selbst versenkt.
Die Insel ist interessant und schon einigermassen gross. Sprich es hat ein paar kleine Flüsse, die bei Starkregen auch gross werden können und das Gebirge staut praktisch immer Wolken. Entsprechend hat es eine vielfältige Vegetation. Das Klima ist beeinflusst vom Meer und am Rand vom Humboldtstrom. Das heisst, das Meer ist nicht ganz kalt, aber noch nährstoffreich. Man spürt schon, dass man sich den tropischeren Gefilden der Südsee nähert. Die Inseln werden von etwa 1050 Personen bewohnt, die vor allem von der Fischerei (Hummer), etwas Landwirtschaft und Tourismus leben.
Die Hügel sind um die 900m hoch, die Wanderungen auf die Hügel sind hin und zurück zwischen 6 und 15km lang. Die Wanderwege sind einigermassen unterhalten, wenig begangenene Abschnitte sind allerdings so zugewuchert, dass man auch mit einer Machete nicht durchkommt. Die Einheimischen können den Wanderungen gar nichts abgewinnen und finden sie nur gefährlich. Sie bieten aber schöne Aussichten auf verschiedene Inselseiten, man sieht die Pflanzen- und Tiervielfalt sowie Überbleibsel der Geschichte. Die besondere Lage zwischen verschiedenen Meeresströmen hat auch einige Tierarten (insbesondere Vögel, Seehunde und Fische) hervorgebracht, die nur dort leben. Daneben gibt es auch eingeschleppte Arten, wie Ratten, Ziegen, Kaninchen oder Brombeersträucher. Die endemische Seehundeart wurde fast ausgerottet, weil deren Fell sehr beliebt war. Insgesamt wurde offenbar über eine Million Seehunde getötet.
Im Ort gibt es noch Höhlen, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts durch von Spanien deportierte Chilenen gegraben wurden, um etwas zu Schutz zu finden. Sie wurden deportiert, weil sie sich für die Unabhängikeit Chiles von Spanien einsetzt hatten. Einer Wanderwege führt ausserdem an den Überresten der Hütte von Selkirk vorbei. Selkirk war die Inspiration für Robinson Crusoe. Er hat über vier Jahre alleine auf der Insel überlebt.
