Osterinsel, 1. Tag
Eigentlich kennt man die Osterinsel. Es gibt schon so viele Fotos, die man gesehen hat. Es ist aber anders, als gedacht. Die Moai (die grossen, steinernen Figuren) sind wirklich...


Veröffentlicht: 28.03.2025





























Wir sind immer noch ganz in einem Rausch der Osterinsel. Wir haben heute auch wieder einiges über die Osterinsel gelernt. Ab der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts setzten sich die Vogelmänner- oder Vogelmenschen-Kultur durch. Sie löste die Moai-Kultur ab, welche den verstorbenen Führungspersonen Gottstatus zuschrieb. Die Vogelmenschen-Kultur ist monotheistisch. Die Einheimischen gehen davon aus, dass der Mangel an Ressourcen (Wasser, Holz, Nahrung) zu Umwälzungen geführt hat. Früher sind die Polynesier einfach weiter gezogen, wenn die Ressourcen einer Insel erschöpft waren. Auf den Osterinseln waren sie aber schon 1'200 Jahre. Sie hatten kein Holz mehr für grosse Schiffe und niemand verfügte mehr über das erforderliche, nautische Wissen. Man sah aber, dass jedes Jahr tausende von Zugvögeln kamen, nisteten und dann wieder weiterzogen. Sie glaubten deshalb, dass die Vögel beim Vogelmenschen lebten und sie auch dorthin möchten.
Diese Umwälzungen manifestierten sich einerseits bei der Aufgabe und teilweise Zerstörung der Moais. Andererseits aber auch darin, dass die Wohnhäuser und Hühnerställe nicht mehr aus Holz und Stroh (es gab kein Holz mehr), sondern ganz aus Stein gebaut wurden. Die Bauweise ist vergleichbar mit den jungsteinzeitlichen Siedlungen Nordeuropas (z.B. Skara Brae oder Jarlshof), die auch mit flachen Steinen gebaut wurden und bei denen der Gebäudeboden unter dem Erdniveau lag.
Um Holz und anderes Brennmaterial zu sparen, wurde in Erdlöchern gekocht oder gegart, wie es noch auf vielen Südsee-Inseln (z.B. Hawaii) praktiziert wird.
Die neue monotheistische Religion passte dann auch schon viel besser zur Christianisierung im 18. Jahrhundert. Von der Vogelmenschen-Kultur gibt es schriftliche Überlieferungen (Schrifttafeln, Berichte von Wissenschaftern und Missionaren). Diese zeigen, dass gewisse heutige Feste und Veranstaltungen, wie Zeremonien und Wettbewerbe, bereits damals praktiziert wurden.
Am Vormittag haben wir den Vulkankrater Rano Kau, einige Zeugnisse der Moai-Kultur sowie eine Vogelmenschen-Siedlung beim Rano Kau besucht. Unter anderem sind wir zu einem Moai, der Augen hat (man sie ihm bei der Restaurierung eingesetzt). Das ist aussergewöhnlich, fast alle Moais haben keine Augen. Manchmal ist der Kopf auch nicht so behauen, dass man Augen einsetzen kann. Möglicherweise wurde ihnen Augen nur zu gewissen Anlässen eingesetzt.
Am Nachmittag ist Tommy auf einer Wandertour den gut 5 km langen Kraterrand abgelaufen. Am Abend haben wir dann ein phantastisches, indisches Menue auf dem Schiff genossen und uns von der Osterinsel verabschiedet.
