Überfahrt Keelung - Tokushima, 12./13. März 2026
Wir nähern uns Japan, heute und morgen sind Seetage. Der erste Hafen in Japan ist Tokushima. Tokushima ist offenbar ein Zentrum der Samurai-Kultur (侍). Wir sind daran unseren...


Veröffentlicht: 15.03.2026











































Nach zwei Tagen mit hohem Seegang, 60 km/h Wind und 8m Wellen sind wir ein paar Stunden verspätet in Tokushima angekommen und haben zum ersten Mal Japan betreten.
Die Japaner sind sehr genau, für den Aufbau der Abschrankungen um das Schiff und der Passagierlenkungsschranken brauchten sie Stunden. Auch die Immigration war aufwändig und sie hatten unzählige Leute, die irgendwas machten oder beobachteten.
Unser erster Eindruck ist, so anders als bei uns oder in Amerika ist es hier nicht. Mindestens in den Suburbs sieht man kaum typisch japanische Häuser. Vielmehr sind die Einfamilienhäuser hier um Tokushima 2- bis 3-stöckig und offenbar gut isoliert. Auch die Gewerbeliegenschaften, wie die von Autohändlern, Werkstätten, kleinen Einkaufszentren und Baumärkten, sehen nicht wesentlich anders aus. Es gibt auch überall McDonalds, Starbucks und dergleichen. Ein auffälliger Unterschied ist auch hier wieder der Personaleinsatz, der Starbucks hat einen Wachmann, bei der Tankstelle werden die Scheiben gewaschen, dafür hat der Tankwart einen Schlauch, den von der Decke ziehen kann und so die Scheiben rundherum waschen kann. Der Standard von elektrischen Leitungen ist eher vergleichbar mit amerikanischen Kleinstädten als in Europa, ein Gewirr aus Kabel führen den Strassen entlang. Viele Japaner lieben offenbar Autos in Form von Kisten. Obwohl gemäss der Statistik, der Anteil an Elektroautos eher tief ist, sieht man recht viele davon, gerade bei den kleinen Kistchenautos.
Wir sind mit dem Bus in das Zentrum der Stadt Tokushima gefahren. Dort haben wir zuerst das historische Kastell angesehen bzw. was von diesem übrig war. Es war ein militärischer Stützpunkt, der offenbar von den Samurai genutzt worden ist. Gebaut wurde es 1601 und bis Ende des 19. Jahrhunderts genutzt.
Danach sind wir zum zentralen Bahnhof, haben dort Bargeld bezogen und sind dann mit einem Taxi zum Awa Kokubun-ji (阿波国分寺), ein Zen -Buddhistischer Tempel aus dem Jahr 851. Rund um den Tempel gibt es einen kleinen Garten mit Ausgrabungen. In der Nähe gibt es auch noch Ruinen eines Nonnenklosters, das ebenfalls aus der gleichen Epoche stammt. Der Tempel wird intensiv von Pilgern besucht. Die Pilger besuchen die verschiedenen Tempel in einer Reihenfolge und dieser ist die Nr. 15. Die Pilger haben uns auch in einem gewissen Sinn gerettet. Der Tempel liegt ziemlich abseitig und als wir über die App ein Taxi zurückbestellt haben, hiess es nach 10 Minuten, dass kein Wagen zur Verfügung steht. Wir haben dann eine Reiseführerin der Pilger auf dem nahen Busparkplatz gefragt (ohne Englisch), diese hat uns zum nahen Dorfladen geführt und die Inhaberin hat dann einem lokalen Taxi angerufen. Dieser Taxifahrer war mit seiner Ortskenntnis dann über Nebenstrassen in der halben Zeit zurück im Stadtzentrum.
In der Stadt sind wir dann mit einer Seilbahn auf den Hausberg, dem Mount Bizan (280m), gefahren. Von dort hat man eine sehr schöne Aussicht über die Stadt, die fünf Flüsse, die angrenzenden Hügel und das Meer. Die Stadt hat etwa 250'000 Einwohnende, ist flächenmässig aber viel grösser als Basel. Das ist wohl der doch weniger verdichteten Bebauung, eher niedrigen Häuser und dem grossen Flächenbedarf der Hafenanlagen und der Industrie geschuldet.
In der Stadt haben wir uns noch die Indigo-Stoffe und Kleider angesehen. Tokushima ist ein Zentrum der Indigo-Färberei. Die Farbe dieser Stoffe soll mit dem Waschen sogar intensiver werden. Da haben wir ein paar Kleinigkeiten gekauft.
Ausserdem ist traditioneller Tanz und Musik wichtig (Awa Odori), dem ist ein Museum gewidmet. Dieses war aber schon geschlossen, da wir wegen der Verspätung erst am Nachmittag und Abend unterwegs waren.
Wir sind dann noch in ein Einkaufszentrum gegangen. in den unteren Stockwerken gab es vor allem Essensstände, Bäckereien, Fleisch und Fischprodukte und andere Esswaren.
Gegen acht Uhr abends waren wir dann zurück auf dem Schiff. Dort hatten wir dann noch ein Abendessen zusammen mit einem Sohn des Firmengründers der Ex-Firma von Maria und dessen Frau.
