

Veröffentlicht: 24.02.2026


































ANMERKUNG IN EIGENER SACHE:
Ich bin in ziemlichem Rückstand beim Blog Bearbeiten – unser Programm ist sehr dicht und ich mag auch nicht alle freie Zeit am Notebook verbringen….
Mittlerweile sind wir zurück in Österreich und leiden unter dem Jetlag. Ich werde mich bemühen, die fehlenden Episoden so rasch wie möglich einzustellen.
Wir hoffen, Ihr habt bisher gerne die Blogs angeschaut und bleibt auch weiter dabei - sollte sich lohnen
Heute geht aus der kühleren Bergregion mit dem feinen Sprühregen wieder hinunter an die Küste – diesmal Pazifik und weiter nach Süden.
Bei der Abfahrt auf der ganz guten, aber kurvenreichen Strasse können wir die Entstehung des Sprühregens schön sehen – Wolken am Bergkamm und daraus - vom kräftigen Wind getrieben - der Sprühregen auf die tiefere Gegend, zudem hat man auch gute Ausblicke auf den Pazifik und die Halbinsel Nicoya.
Wir machen einen Abstecher in den als Kreuzfahrtschiff Stopp bekannten Ort Puntarenas - viel gibt es hier nicht zu sehen - aber immerhin gibt es gute Drinks und auch Espresso…
Weiterfahrend machen wir kurz Halt am Mirador Jacó – dieser Aussichtspunkt ist berühmt und bietet einen schönen Blick auf den Pazifik und die eher nichtssagende Stadt Jaco. Aber hier sehen wir wenigstens einen riesengroßen Tukan ganz nahe – leider nur als Figur…
Später auf der Fahrt treffen wir wieder auf eine der weniger umweltfreundlichen Seiten Costa Ricas, das sich ja sehr seines Naturschutzes rühmt. Wir fahren ca. 50 km durch eine „Allee“ von Ölpalmen, die als Monokultur in der hiesigen Küstenebene angepflanzt wurde.
Ursprünglich in Westafrika beheimatet, benötigt die Ölpalme als tropische Pflanze feuchtwarmes Klima. Der Standort sollte im besten Fall tiefgründigen und nährstoffreichen Boden aufweisen. Die Palme wird bis zu 30 Meter hoch und trägt ab dem dritten Jahr Früchte in bis zu 30 kg schweren Fruchtständen. Jeder einzelne Fruchtstand besteht aus 1.500 bis 4.000 Einzelfrüchten. Es handelt sich dabei um Steinfrüchte. Jede Palme produziert 12 bis 18 Fruchtstände pro Jahr. Damit ist die Ölpalme die mit Abstand ergiebigste Ölpflanze (pro qkm). Insgesamt werden zwei unterschiedliche Öle gewonnen: einerseits das Palmöl aus dem Fruchtfleisch und andererseits das Palmkernöl aus den Samen.
Palmöl wird zu etwa 65 – 70 % in der Nahrungsmittelindustrie, zu 25 – 30 % in der chemischen Industrie (vor allem Kosmetik und Hygiene) und zu etwa 5 % als Energiequelle verwendet. Früher wurde Palmöl auch als Beimischung zu Biodiesel verwendet, ist aber mittlerweile in der EU verboten.
Weltweit ist Costa Rica nicht unter den Top 10 Produzenten von Palmöl, trotzdem ist es regional von großer wirtschaftlicher Bedeutung. Nachdem in den 1970er Jahren aufgrund intensivster Bananenproduktion eine massive Verschlechterung des Bodens eintrat, brach die örtliche Wirtschaft ein. Diese Rezession zwang schlussendlich die USA Gesellschaft „United Fruit Company“ zum Rückzug aus der Region – hinterlassen wurden vor allem degradierte Böden und arbeitslose Bauern. In den 1980er Jahren versuchte der Staat mit Förderungen von Nachfolgekulturen für einen erneuten Aufschwung zu sorgen. Neben Reis, Maniok und Kakao wurde vor allem der Anbau von Ölpalmen subventioniert. Diese Entwicklung sorgte dafür, dass heute großflächige Monokulturen das Landschaftsbild dieser Region prägen. Durch den Gebrauch von chemischen Düngemitteln und Pestiziden wird auf vielen Standorten der Boden kontaminiert und Grundwasser sowie Oberflächengewässer stark belastet und verseucht.
Wir kommen auch an der Fabrik der Palmölfirma „Coto 54“ vorbei, hier werden Palmöl und Palmölderivate hergestellt. Anhand der Bilder kann sich jeder selbst ein Bild über die „Umweltfreundlichkeit“ dieses Unternehmens machen...
Palmöl ist grundsätzlich kein „schlechtes“ Öl. Es ist im Vergleich zu alternativen Pflanzenölen sehr effizient im Anbau und lässt sich extrem einfach und vielseitig einsetzen. Diese Eigenschaften machen es für die Industrie und auch im Haushalt sehr nützlich. Unbestritten sind jedoch die gravierenden Nachteile der Monokulturen und der, wie hier, eher „archaischen“ Verarbeitungsfabriken.
Unser Ziel ist die Hotelanlage „Oxygen Jungle Lodge“ in den Bergen oberhalb der Ortschaft Uvita. Nachdem wir uns einige Kilometer über die steile und zudem Großteils sehr holprige Piste hinaufgekämpft haben, erwartet uns eine wahrlich „paradiesische“ Anlage, in der wir drei Tage verbringen können.
