soweit6beinetragen

Mit Hund ans Schwarze Meer
Alle Artikel

Custura Sărății

Geschafft, auf dem Vărful NegoiuZeltplatz am Lacul Avrig am Morgenirgendwo da geht wohl die Sonne auf...... aber der Nebel hält sich hartnäckig2h später sieht es schon freundlicher ausund wir starten bei Sonnenscheinein Blick zurück zum Lacul Avrigselbst der Dicke scheint Wetter und Aussicht zu genießenso geht es von Gipfel zu Gipfeldie Berge... einfach schönzurück in den Wolkender gelbe Pfadder rote PfadKletterhilfe am KirchendacherlSchnee lag auch noch rumEndlich, der Lacul Călțuneine moderne Wetterschutzhütte

Der Donnerstagmorgen (28.09.2017) beginnt zeitig. Am vergangenen Abend erreichte eine Gruppe Wanderer den Zeltplatz am Lacul Avrig bei Dunkelheit. Wir begrüßten uns kurz durch die Zeltwand und aus deren Gesprächen konnte ich die Absicht, früh aufstehen zu wollen, heraushören. Zum Glück starten die Nachbarn nicht wie geplant halb Sechs, sondern erst eine gute Stunde später in den Tag. So nutze ich die Gelegenheit zur Morgenhygiene, einem kurzen Schwatz und um die morgendliche Stimmung in den Bergen einzufangen. Es ist aber nach wie vor kalt und neblig, sodass ich beschließe mir 2 weitere Stündchen im Schlafsack zu gönnen. Gegen Neun gibt es dann auch für mich und Rango Frühstück. Anschließend packe ich unsere Sachen und wir starten eine gute Stunde später noch vor der anderen Wandergruppe, die es nicht besonders eilig zu haben scheint. Unser heutiger Weg führt uns wieder entlang des rot gekennzeichneten Făgăraş-Kammweges. Nach einer knappen Stunde erreichen wir den Şaua Scărița um anschließend den Berg Vf. Scara (2306m) zu erklimmen. Mittlerweile hat sich auch die Sonne durch die Wolkendecke gekämpft, wir können bei teils herrlichem Wetter wandern. Unterwegs holen wir ein tschechisches Pärchen ein, das sich gerade ein Päuschen gegönnt hat. Die Beiden wandern mit leichtem Gepäck und sind entsprechend schneller als ich. Rango nutzt die Gelegenheit um mir zu zeigen, dass ich ihm deutlich zu langsam unterwegs bin. Nach gut dreieinhalb Stunden und etwa 5,5km erreichen wir den Gipfel des Vf. Şerbotă (2331m). Bis dahin war unser Weg anstrengend aber gut begehbar. Nun eröffnen sich zwei verschiedene Möglichkeiten für unseren weiteren Weg zum Negoiu-Gipfel über den Şaua Cleopatrei. Wir können dem rot markierten Kammweg folgen, der aber mit "Vorsicht anspruchsvoll" gekennzeichnet ist. Alternativ bietet sich eine Umgehung entlang eines gelb markierten Pfades an. Nach kurzer Internetrecherche entscheide ich mich für den gelben Pfad. Es ist mittlerweile wieder neblig geworden und auf "www.karpatenwilli.com" wird von einer Begehung des Custura Sărății (das Kirchendacherl) bei eben diesen Witterungsbedingungen und mit schwerem Gepäck abgeraten. Bereits die ersten 200m des gelb markierten Pfades erweisen sich jedoch ebenfalls als sehr anspruchsvoll und so kommt es, dass ich kurze Zeit später wieder auf dem roten Pfad lande. Irgendwo war ich zu sehr mit klettern beschäftigt und bin vom rechten Wege abgekommen. Ob der Erfahrungen auf dem ersten Teilstück des gelben Pfades, beschließe ich keine Zeit mit der Suche nach selbigem zu verschwenden und mich an die Überquerung des Kirchendacherls zu machen. Es folgt die ein oder andere Situation in der ich diese leichtfertige Entscheidung bereuen sollte, denn der Custura Sărății erweißt sich als echte Herausforderung. Zu Beginn lasse ich Rango weiter unangeleint seiner Wege gehen. Die Art seiner Fortbewegung erscheint mir aber zunehmend dem Gelände unangepasst und so kommt es wie es kommen musste, der Dicke verliert nach einem Sprung den Halt, purzelt ein Stück den Weg entlang und kann sich schließlich erst am grasbewachsenen Steilhang wieder fangen. Dabei geht sein Rucksack kaputt und muss anschließend notdürftig von mir repariert werden. Ab diesem Moment kommt Rango wieder an die Leine und lernt, unter meiner Anleitung, vorsichtig zu klettern anstatt jedes Hinderniss zu überspringen. Im weiteren Verlauf unserer Expedition muss ich meinen Bärenfänger zurücklassen und Rango mehrmals an kritischen Stellen den Fels an der Leine hinaufziehen. Spätestens hier zahlt sich die Entscheidung für eine lange Schleppleine aus. Das gefällt dem Dicken natürlich überhaupt nicht, gibt er dabei doch die volle Kontrolle an mich ab. Teilweise muss ich ihm lange gut zureden bis er sich an den Fels traut. Irgendwie scheint ihm aber die Alternativlosigkeit des Vorgehens bewußt und er läßt mich nicht im Stich - ein großartiger Begleiter. Unterwegs ist es dann nötig ihn für eine Passage von seinem Rucksack zu befreien. Dabei rutscht mir eine Tasche aus der Hand und kullert den Berg hinunter. Ich höre ihr noch ein Weilchen wehmütig beim Fallen zu, bevor wir weiter das Kirchendacherl entlangklettern. Nach etwa 3h haben wir den kritischsten Kilometer (1km in 3h !!!) überwunden und kommen wieder etwas besser voran. Das Kirchendacherl hat uns aber wertvolle Zeit gekostet und so erreichen wir den Gipfel des Vf. Negoiu (2535m) erst gegen 18.00 Uhr am Abend. Da wir nach wie vor in den Wolken wandern, kommen wir leider nicht in den Genuss eines tollen Ausblicks vom zweithöchsten Berg Rumäniens. Für den Abstieg bieten sich wieder zwei Möglichkeiten an, ein roter und ein gelber Pfad... Wegen dem knappen Zeitfenster, innerhalb dessen es noch hell ist, denke ich tatsächlich kurz über den Strunga Dracului (Teufelskamin) nach. Ich verwerfe den dummen Gedanken aber schleunigst wieder und mache mich mit Rango entlang des Strunga Doamnei (Frauenkamin) an den Abstieg zum Portița Călțunului. Dort angekommen ist es nur noch ein kurzer Abstieg zum Lacul Călțun (2135m), dem heutigen Etappenziel. Gegen halb Acht erreichen wir den See kurz vor Einbruch der Dunkelheit und werden direkt am Ufer von dem Tschechen empfangen, welchem wir morgens bereits mit seiner Freundin begegnet sind. Er empfiehlt uns eine etwas bequemere Wetterschutzhütte ganz in der Nähe und so verbringen wir einen unterhaltsamen Abend mit den jungen Wandersleuten. Etwas Sorgen machen wir uns aber um die andere Wandergruppe vom Morgen, die als Tagesziel ebenfalls den Lacul Călțun anvisiert hatte. Nachdem wir uns in unsere Schlafsäcke zurückgezogen haben, erreicht auch dieses Grüppchen die Wetterschutzhütte. Scheinbar mögen sie das Wandern zu später Stunde, denn es ist bereits kurz vor Mitternacht. Wir tauschen uns noch ein wenig aus, bevor der ereignisreiche Tag seinen Tribut fordert und in der Hütte Nachtruhe einkehrt.

0

Kommentare

Noch keine Kommentare