silvisabenteuer
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Am Mittwoch nach unserer „Big Night Out“ ging unser Wecker um 8:30 Uhr. Ein bisschen ausschlafen musste sein, wobei wir leider nicht länger schlafen konnten, weil wir um 10:00 Uhr aus dem Holiday Park auschecken mussten. Danach haben wir in der Stadt geparkt und sind durch ein paar Souvenirläden geschlendert. Der Andi ist dann auch nochmal zu Peter Pans gegangen und hat unser Feedback zur Kneipentour abgegeben. Beschweren also. Als Entschuldigung für die wirre Organisation wollten wir den Eintrittspreis von 15$ pro Person zurückverlangen, aber anscheinend war der Manager dort etwas selbstgefällig und konnte nur einen 15$ Gutschein für irgendeine Buchung anbieten. Naja, wir hatten ja schon entschieden, dass wir mit Peter Pans künftig nichts mehr buchen wollen. Die waren es schließlich, die uns die Big Night Out so groß angepriesen und verkauft haben.

Mittags sind wir dann einkaufen und tanken gefahren und um 1 Uhr ging es weiter auf unserer Reise. Das Ziel hieß Te Anau und war eine kleine Stadt westlich von Queenstown. 3 Stunden mussten wir dorthin fahren, wobei es so ziemlich die ganze Zeit geregnet hat. Um 16:30 Uhr startete dann unsere Glowworm Tour. Der erste Abschnitt der Tour bestand aus einer 25-minütigen Bootsfahrt über den zweitgrößten See Neuseelands, da die Höhle mit den Glühwürmchen an einer Uferstelle des Sees liegt, die mit dem Auto nicht zu erreichen ist. Die Bootsfahrt war ganz gut, wobei es halt sehr schade war, dass wir wegen den dichten Wolken fast nichts von den umgebenden Ufern gesehen haben. Der Kapitän ist aber an einer Stelle sehr nah ans Ufer gefahren und hat uns ein paar Dinge zu den kleinen Inseln dort und Allgemeines zur Umgebung erzählt.

Nachdem wir an unserem Bestimmungsort angekommen sind, wurden wir zu einem kleinen Häuschen dirigiert, das als Infocentre diente. Dort haben wir erfahren, dass unsere Bootsgruppe für die Begehung der Höhle in 3 kleinere Gruppen aufgeteilt werden würde. Im Wechsel erhalten alle Gruppen dann auch eine Einführungspräsentation und haben die Möglichkeit, sich die Infotafeln in dem Raum anzuschauen. Wir wollten zuerst die Präsentation hören, sodass wir nicht mit der ersten Höhlengruppe mitgegangen sind. Als Verpflegung gab es sogar kostenlos Wasser, Kaffee und Tee. Echt nett!

In der Präsentation hat uns der nette Mann dann einiges über die Höhle, ihre Geschichte und natürlich die Larven der Glühwürmchen erzählt, die die Höhle so berühmt gemacht haben. Diese Larven leben nämlich an der Decke der Höhle, indem sie ein klebriges Sekret produzieren und sich damit an der Decke festkleben. Außerdem lassen sie Fäden dieses Sekrets von der Decke baumeln, um Insekten einzufangen. Ähnlich zu den klebrigen Fäden von Spinnen. Das Besondere ist, dass die Larven leuchten, um die Insekten anzulocken. Und in einer dunklen Höhle sieht das Leuchten von tausenden Larven wunderschön aus. Übrigens sind diese Larven nicht die Vorgänger der Glühwürmchen, die es auch bei uns gibt. Aber in unserem deutschen Infoflyer wurden die Glowworms so übersetzt. Solche Glowworm Caves gab es auch schon auf der Nordinsel und der Andi wollte eigentlich unbedingt in so eine rein. Leider war die halt immer etwas abseits bzw. sehr teuer, sodass wir keine Zeit hatten, so eine Höhle zu besuchen. Deswegen war es umso schöner, dass es auf Südinsel noch geklappt hat und wir es sogar mit einer Bootsfahrt verbinden konnten. Das Besondere an der Te Anau Glowworm Cave war auch noch, dass man die Höhle mit einem Boot befährt, da es einen unterirdischen Fluss gibt. Bei den anderen Höhlen wäre man einfach zu Fuß reingegangen.

Nach der Präsentation ging es dann in die Höhle. Am Eingang mussten wir uns ganz schön klein machen und danach ging es über Metallstege über dem Wasser an den Höhlenwänden entlang. Die Form der Höhle und die Kraft des Wasser waren ziemlich beeindruckend und vor allem die unterirdischen Wasserfälle waren äußerst bemerkenswert. Leider durften wir wegen den Glühwürmchen keine Fotos machen, weil die wohl durch Geräusche und Blitz gestört werden. Im vorderen Teil der Höhle hab ich das Verbot allerdings nicht verstanden, weil das Rauschen des Wassers alles übertönt hat und sowieso überall Lampen installiert waren, damit man die Umgebung erkennt. Aber naja, so konnte man sich voll und ganz auf die Besonderheit der Höhle konzentrieren.

Nachdem wir ein gutes Stück in die Höhle gegangen waren, kamen wir zur eigentlichen Glowworm Cave mit dem unterirdischen See, wo wir in ein Boot gestiegen sind. Danach ging das Licht aus und es war vollkommen dunkel. Bis auf die tausenden, kleinen, bläulichen Lichter an den Höhlenwänden. Unsere Augen mussten sich erstmal an die Dunkelheit gewöhnen, aber dann war der Anblick einfach nur wunderschön. Der Bootsführer bewegte das Boot an einem Seil vorwärts und wir hatten Zeit die Umgebung zu bewundern. Nur das leise Gluckern des Wassers unter dem Boot war zu hören und man hat in der vollkommenen Dunkelheit nicht mal die eigene Hand vor Augen gesehen. Nach einer kurzen Fahrt kamen wir zu einer Stelle, wo die Höhlendecke direkt über unseren Köpfen war und wir sogar die Sekretfäden der Larven sehen konnten. Alles hat so schön geglitzert! Danach ging es wieder zurück zur Anlegestelle, wobei der Anblick des unendlichen Sternenhimmels nicht weniger magisch war als zuvor. Als das Licht wieder anging und wir aus dem Boot steigen mussten, waren wir echt geflasht von dem Erlebnis grade. Es war wie eine andere Welt, ein kleiner eigener Kosmos in unserem irdischen Leben. Wahnsinn.

Auf dem Rückweg durch die Höhle haben wir nochmal die Wasserfälle bewundert und uns dann vor dem Infocentre-Häuschen mit den anderen versammelt. Da hat uns unser Guide auf eine Frage hin erzählt, dass der Wasserstand des unterirdischen Flusses im Moment sehr hoch ist und er normalerweise nur ein Drittel davon beträgt. Wir hatten Glück, dass unsere Tour nicht wegen Überflutung abgesagt wurde, wie schon eine frühere an diesem Tag. Wegen des hohen Wasserstandes waren wir in der Glowworm Cave aber auch ganz nah an den leuchtenden Larven dran. Also hatten wir doppelt Glück!

Nach weiteren 20 Minuten, in denen wir ein paar der Infotafeln angeschaut haben, kam ein Schiff, mit dem wir zurück nach Te Anau fahren wollten. Dort angekommen haben wir uns in einem Souvenirshop zwei Ponchos gekauft, falls es im Milford Sound auch noch so doll regnet. Danach sind wir den Scenic Drive gefahren, der von Te Anau zum Milford Sound führt. Die Straße führt an vielen tollen Aussichtspunkten, kleinen Seen und Walks vorbei, sodass man zwischendrin immer wieder anhalten und was Schönes anschauen kann. Leider hat es bei uns die ganze Zeit geregnet und alle Aussichten waren total wolkenverhangen. Auch bei den berühmten Mirror Lakes, in denen sich bei schönem Wetter die Berge spiegeln, haben wir nichts gesehen. Also ging es direkt zu unserem Campingplatz für diese Nacht. Das war der DOC Campground „Cascade Creek“ für 13$ pro Person und wir kamen um halb 9 abends dort an. Gott sei Dank haben wir für das Geld sogar eine kleine, auf zwei Seiten offene Hütte bekommen, die als Camp Kitchen genutzt wurde. Dort konnten wir einigermaßen trocken unsere TK-Gerichte im Topf aufwärmen und auf einer Bank essen. Die ganze Zeit tobte ein Gewitter und es war arschkalt.

Nach dem Essen sind wir mit dem Auto von dem kitchen shelter ein Stück weiter auf eine Kiesfläche gefahren, wo wir über Nacht stehen wollten. Im Gras hätten wir echt Angst einzusinken! Nach einer Folge Elementary ging es dann nochmal schnell aufs Klo, aber das Zähneputzen musste heute wegen dem Gewitter draußen ausfallen. Die ganze Nacht ging der Regen, der starke Wind und die Blitze weiter und wir hatten nur eine Hoffnung: lass es morgen besseres Wetter sein!

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