Ein letztes Frühstück auf Praslin, bevor die letzten Habseligkeiten im Koffer verstaut werden. Bei der Schlüsselabgabe noch ein kurzer Plausch mit der Vermieterin - diese gibt uns den Rat, auf La Digue schön vorsichtig Fahrrad zu fahren, sie hat schon viele Urlauber getroffen, die einen "Abschlag" gedreht haben, abgelenkt von den Traumbuchten am Straßenrand. Alles klar, wir werden Acht geben - ansonsten sagt uns jeder "you will love La Digue" - da muss also was dran sein, an dem Bann dieser Insel, in dem man gefangen sein soll, sobald man von der Fähre steigt und den heiligen Inselboden betritt.

Auf gehts in Richtung Fähre (ca. 25min Autofahrt); übrigens reisen auch Sonja und Andreas, unser Nachbarn und Freunde, heute weiter auf diese neue Insel, sie nehmen aber die Fähre zu einer anderen Uhrzeit.

Am Hafen oder "Jetty", wie er hier liebevoll genannt wird, herrscht reges Treiben, die Mietwagenübergabe klappt problemlos und bevor wir auf der Fähre einchecken können, haben wir noch ein bisschen Wartezeit zu überbrücken. Doch hier am Hafen gibts nicht viel zu sehen&unternehmen, deswegen einfach mal die Meeresfarben genießen, denn selbst am Hafen erstrahlen diese in ihrer vollen Pracht.

Um 11:30 Uhr legt dann die Fähre ab und nach 15 Minuten legen wir auch schon wieder auf La Digue an, bereits die Hafenkulisse zieht uns in ihren Bann - da ist es also wirklich bereits nach wenigen Sekunden - das besondere La Digue Feeling, von dem uns alle vorgeschwärmt haben.

In der kleinen Hafenstadt "La Passe" ist ganz gut was los, die Fahrradverleihe sind direkt zur Stelle, für die neuen Besucher, die mit der Fähre ankommen - denn das Fahrrad ist hier neben Taxis und Transferwagen das einzige Fortbewegungsmittel. Wir werden von einem kleinen Elektrocar in Empfang genommen, das uns die 900m zu unserer Unterkunft bringt - hätten wir gewusst, dass hier alles so nah beieinander liegt, dann hätte man diese Strecke auch zu Fuß bewältigen können, aber so bleiben uns bei 28 Grad und bepackt mit Hab&Gut ein paar Schweißtropfen erspart.

Die Unterkunft ist super, schnell packen wir ein bisschen aus, stärken uns mit einem Obstsnack und packen die Räder, die hinter unserem Apartment bereits bereitstehen. Hier hat jedes Rad auf dem Gepäckträger einen Einkaufskorb für das Gepäck, und wir haben Glück und die Räder sind auch in recht gutem Zustand. Sowohl Bremsen und vor allem die Gangschaltung sind intakt - was hier wirklich nicht der Standard ist, wie wir später von Sonja&Andreas erfahren :)) Übrigens scheinen die Seychellosen sowas wie einen Fahrradhelm gar nicht zu kennen, bis jetzt (und wir sind mittlerweile 3 Tage hier) habe ich noch keinen einen Urlauber oder Einheimischen mit Helm gesehen, ich glaube sowas gibt es hier noch nicht mal zu kaufen/mieten - also noch ein Grund mehr, extra-vorsichtig zu fahren...

Als ich bei unserer Vermietern nach einem Fahrradschloss frage, belächelt diese mich nur - auch sowas kennt man hier nicht, die Räder werden immer und überall unverschlossen abgestellt - hier klaut keiner dem anderen sein Rad. Wie schön, dass es auch noch solche Örtchen auf der Welt gibt ... :D

Zu Beginn hapert es erstmal ein bisschen mit der Orientierung, eigentlich wollen wir in Richtung Norden radeln, kommen aber irgendwie ins Landesinnere - zum Glück ist die Insel so klein, dass man nie allzu große Umwege in Kauf nimmt. Nach 30min kommen wir wieder an unsere Unterkunft vorbei (immerhin haben wir auf dem Weg schonmal ein paar Mini-Märkte abgeklappert) - irgendwie sind wir also im Kreis gefahren. Naja, beim zweiten Anlauf finden wir dann den Norden. 

Die Strecke ist wirklich der Hammer, direkt am Meer entlang - das sind wir von den anderen Inseln ja bereits gewohnt, aber aus der Fahrradperspektive ist man dem Wasser dann noch viel näher. Da muss man wirklich aufpassen, bei der Aussicht nicht die Schlaglöcher in der Straße zu übersehen, denn davon gibt es einige.

Wir kommen an vielen Pavillons direkt am Meer vorbei und würden gerne an jedem halten, die einen bieten frische Fruchtsäfte, die anderen Snacks und weitere Souvenirs. Buntes Treiben am Strand, dabei gibt es auch immer wieder Hängematten, Schaukeln, Bänke&Tische, das lädt zum Verweilen ein. Ein Pavillon besitzt sogar zwei Riesenschildkröten namens "Mango und Papaya", die liegen einfach mal so "lazy" am Straßenrand - Riesenschildkröte auf den Seychellen wäre man gerne. Auf dem Radausflug treffen wir dann auch gleich Sonja&Andreas - die Welt ist klein und La Digue ist winzig!!! 

Mama verweilt ein bisschen am Strand und ich habe natürlich ein Hotel mit "öffentlichem" Pool ausfindig gemacht, der steht auch hier fast wieder leer - umso besser für mich. 

Mittlerweile ist es bereits Nachmittag und wir sind erstaunt, wie viele Eindrücke wir bereits nach den wenigen Stunden auf der Insel gesammelt haben. Wahnsinn - waren wir am Anfang noch skeptisch, ob das kleine La Digue uns wirklich so gut gefallen würde, wie alle sagten - so zweifeln wir jetzt keine Sekunde mehr daran - und wir können verstehen, dass sogar die Seychellosen hierher kommen, um Urlaub zu machen...

Kurz nach Hause, den Fahrradkorb entladen und dann suchen wir uns ein nettes Plätzchen zum Abendessen, denn hier gibt es Restaurant&Take Aways an jeder Ecke und das zu sehr günstige Preisen. Bei der Inselerkundung am Mittag hatte uns ein Restaurant besonders angesprochen, hier soll es laut Karte recht günstige kreolische Curry-Gerichte geben. Das Restaurant wird auch in unserem Reiseführer empfohlen, also ist die Wahl schnell getroffen. Zwar ist die Bedienung etwas unorganisiert und alles dauert ein wenig länger, aber das Essen ist wirklich unglaublich gut. Eigentlich wollten wir Fisch-Curry bestellen, das ist aber heute nicht verfügbar - weswegen uns Oktopus-Curry empfohlen wurde und im Nachhinein sind wir froh, in diesen Genuss gekommen zu sein. Der Okopus war super zart und das kreolische Curry unheimlich aromatisch - ein wahrer Gaumenschmaus. Und das für lediglich SEZ 200, was ca. €11,00 entspricht - also ich würde mal sagen, in Deutschland kann man von sowas zu diesem Preis nur träumen... Wenn ich ein bisschen länger hier wäre, würde ich glatt mal einen Tag in der Küche dort vorbeischauen.

Ihr seht, ein rundum gelungener Tag, nach dem lecker Abendessen geht es mit Fahrrad und Stirnlampe (diese hatten wir zum Glück aus Deutschland mitgebracht, denn die Fahrräder hier haben kein Licht) nach Hause, wo wir noch ein bisschen am Mini-Pool unsere Unterkunft verweilen und den Abend bei einem Gläschen Takamaka-Cocktail (Takamaka ist ein seychellanischer Rum, der hier sehr populär ist) ausklingen lassen. 

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