Tag 15 - London -> Dover
Es regnet in London, perfektes Abschiedswetter.


Veröffentlicht: 16.08.2025
























6:00
Abreise! Eigenes Bett! Eigenes Essen! Eigene Bettdecke! Eigenes Zimmer! Trinkwasser aus dem Hahn! Flaschenpfand! Mülltrennung! Klobürsten! Fest montierte Klobrillen!
Taxi ist pünktlich, der Fahrer stammt ursprünglich aus Berlin :D Kurz darauf checken wir am Hafen ein und warten. Das Abreise-Adrenalin sinkt schon wieder.
Ein Shuttlebus holt uns vom Check-In-Gebäude ab und fährt uns zum Zoll. Alle aussteigen, Pässe zeigen, einsteigen. Der Bus fährt die nächste Kurve zur Gepäckkontrolle, alle aussteigen, Gepäck scannen lassen, einsteigen. Wieder fährt der Bus... Was am Flughafen alles innerhalb eines Gebäudekomplexes passiert ist hier auf einem riesigen offenen Gelände ausgebreitet wie auf dem OP-Tisch eines übereifrigen Chirurgen.
Mit war morgens leicht übel und ich hatte Sorge, Seekrank zu werden, daher nehme ich eine Tablette gegen Reisekrankheit - eine schlechte Idee, wie sich später raus stellt. Stundenlang fühle ich mich wie auf Droge, jede Bewegung meines Kopfes fühlt sich an, als würde ich kurz aus meinem Körper raustreten... Übles Zeug, da wäre ich lieber seekrank geworden.
Schließlich fährt der Bus aber in das geöffnete Maul der Fähre hinein, wir steigen wieder aus, fahren in das Passagier-Geschoss und fallen auf eine Sitzgruppe. Durch die Panorama-Fenster sieht man einen letzten Blick auf die Schichttorte Dover - Meer, Strand, Häuser, weiße Klippen, grüne Wiesen, blauer Himmel.
12:00
Knapp zwei Stunden später erreichen wir bereits den Fährhafen von Calais - doch bis die Passagiere, die ohne Auto reisen, von der Fähre dürfen vergehen wertvolle Minuten - bis es zu spät ist und wir den Zug nach Paris nicht mehr werden pünktlich erreichen können. Merde!
Als wir endlich am nächsten Bahnhof angekommen sind, werden unsere Hoffnungen, man könnte die gekauften Bahntickets umtauschen, schnell zerstreut... Pech gehabt, neue Tickets kaufen. Aber es ist wie es ist, und so sitzen wir bald im Zug nach Lille, von wo aus es nach Brüssel und nach Köln geht. Fingers crossed!
15:30
2 Stunden Aufenthalt in Lille. Ich tu, was ich am besten kann und mache Sightseeing. Einmal um den Bahnhof rum, Fotos machen, Blog aktualisieren. Routine hilft mir.
18:00
Der TGV fängt seine Schicht mit 30 Minuten Verspätung an. Mal schaun, wie viele er davon bis Brüssel aufhören kann. Immerhin haben wir eine Stunde Umstiegszeit.
19:00
Was wäre Brüssel ohne Waffel? Und mit alles und scharf am liebsten auch. Schoko, Erdbeeren und Schlagsahne tut es aber auch. Die Tablette von heute morgen wirkt immer noch, mir ist furchtbar schwindelig, mein Kopf zieht weiterhin nach, mein Körper ist erschöpft, meine Augen bleischwer. Die Zuckerbombe wird hoffentlich helfen, oder zumindest ein wenig aufbauen.
21:30
Köln. Nuff said.
Abschied. Die Gruppe teilt sich, die einen fahren gen Norden, die anderen in den Süden. Es waren glorreiche zwei+ Wochen mit euch, wir sind zusammengewachsen und zusammen gewachsen. Bis zum nächsten Mal!
