Fast planmäßig
Ein unspektakulärer Tag. Bis zum Abflug alles problemlos. Keine Busausfälle, keine Warteschlangen, sogar noch Zeit für unser Abflug-Alster.


Veröffentlicht: 15.07.2026
Heute erkunden wir Lissabon zu Fuss mit der Metro und der historischen Straßenbahn. Bevor es aber losgeht, stärken wir uns. Der„Frühstücksraum“ ist eigentlich die Hotelbar und erinnert ein bisschen an den Anfang des 20. Jahrhundert, mit Plüschsofas, Lederstühlen und gedeckten Farben.
Er hätte auch gut als Kulisse für den Film Berlin Babylon dienen können.
Wir starten mit der Metro Richtung Campo de Ourique, die westlichste Endhaltestelle der historischen Tram 28.
Fakten:
Die historische Straßenbahn 28E (Eléctrico 28E) ist eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten und perfekt für die Erkundung der Altstadt. Die Strecke führt durch die engen Gassen der Stadtviertel Alfama, Graça, Baixa und Bairro Alto.
Sie ist nicht nur eine Touristenattraktion, sondern „normaler“ Bestandteil des ÖPNV.
Besonders eindrucksvoll ist die Fahrt durch die engen Gassen des Altstadtviertels Alfama. Hier schlängelt sich die Straßenbahn durch dicht bebaute Straßenzüge, dicht vorbei an Hausfassaden, Balkonen und Laternenmasten.
Die Wagen der Linie 28E sind zwar schmal gebaut, dennoch bleibt in manchen Straßen links und rechts nur ein Abstand von wenigen Zentimetern zu den Gebäuden. Genau diese Nähe macht den besonderen Reiz der Fahrt aus.
Bevor wir jedoch den Endpunkt erreichen liegt noch ein Fußmarsch vor uns. Copilot hat 20 Minuten berechnet und Google 28 Minuten und gelaufen sind wir 35 Minuten- natürlich nur weil wir so viel fotografiert haben und ständig stehen geblieben sind, sonst hätten wir nur 15 Minuten gebraucht 😜 -wir flinken Elfen.
Der Tipp hier einzusteigen in die 28E war gut, denn die Warteschlange war kurz und der Fenstersitzplatz somit gesichert.
Die Strecke von 7 km führt an zahlreichen Sehenswürdigkeiten vorbei.
Nach knapp einer Sunde erreichen wir den Endpunkt Martim Moniz.
Von hieraus gehts zu Fuß zu den besten Pastel de Nata von Lissabon im Cafe Santa Antonio
und weiter zum Cafe o Corvo wo wir eigentlich eine Sangria auf der Terrasse genießen wollten.
Leider war ein fleißiger Lisboar eifrig zur Mittagszeit mit einem Trennjäger am Gange und hat einen ohrenbetäubenden Lärm gemacht - damit war das Café raus und wir mussten immer noch durstig weiterziehen.
Weiter zum Arco Triunfal da Rua Augusta (Triumphbogen), vorbei an einer weiteren Sehenswürdigkeit wie dem Elevador de Santa Justa.
Fakten:
Ein kunstvoll gestalteter Aufzug mitten in Lissabon, der zwei Stadtteile miteinander verbindet: Baixa (Unterstadt) mit Chiado und Bairro Alto (Oberstadt). Der Elevador de Santa Justa ist ein 45 Meter hoher Turm aus Eisen, reich verziert im neugotischen Stil.
1902 wurde er von Gustave Eiffels Schüler Raoul Mesnier de Ponsard gebaut, der auch die anderen Lissabonner Standseilbahnen entworfen hat. Eisen war das Baumaterial der Zeit um 1900, es symbolisierte Fortschritt und erlaubte gekonnte Verzierungen in der Konstruktion. In seinen ersten Jahren wurde der Personenaufzug noch mit Dampfmaschinen angetrieben, erst etwas später kam der elektrische Antrieb.
Leider ist der Aufzug vorübergehend geschlossen 😩.
Auch die 3 alten Standseilbahnen (Ascensor da gloria Bj 1885, da Bica Bj 1892 und do Lavra Bj 1884), die wie sehen und fahren wollten, haben seit dem Unglück im Sep.2025 mit 16 Toten den Betrieb eingestellt.
Schade
Na gut weiter Richtung Arco Triunfal da Rua Augusta. Wir lassen uns in einem überteuerten Touri-Strassenrestaurant nieder und schlürfen eine Sangria. Gestärkt geht es Richtung Wasser.
Lissabon hat eine Menge grosser Plätze mit grossen Statuen,
jede Menge mit Azulejos – Fliesen verzierte
Häuser
und alle Fusswege sind hier mit kleinen Steinen gepflastert.
Fakten:
Die traditionellen portugiesischen Fliesen verleihen dem jeweiligen Haus nicht nur seine Identität, sie isolieren auch gut und geben sogar Feuerschutz. die Herkunft geht auf die Mauren zurück, denn sie schmückten ihre Bauwerke mit den Fliesen zunächst in Spanien. Dass die Azulejos dann später auch in Portugal produziert wurden, geht auf König Manuel I. (1469-1521) zurück. Er bestellte sie, um einen seiner Paläste damit zu schmücken. Daraufhin entwickelten sich die quadratischen Kacheln zum Exportschlager.
Das Wort Azulejos bedeutet "poliertes Steinchen".
Und die Fußwege die sogenannten Calçada portuguesa zu dt.: „Portugiesischer Gehweg“ sind eine charakteristische portugiesische Wegpflasterung, meist aus weißem Kalkstein und schwarzem Basalt. 1986 gründete die Stadt Lissabon eine Schule speziell für die Pflasterkunst, die Escola dos Calceteiros.i
Man findet solche Art Gehwegspflasterung in allen Ländern wo Portugal mal Einfluss hatte und hat.
Noch einen Happen essen und bei einer Sangria den Tag ausklingen lassen - so schön kann Urlaub sein.