Gefühlt war es noch mitten in der Nacht, als unser Wecker klingelte. Heute stand die Zugfahrt an. Um 8 Uhr sollte es los gehen, wobei man uns empfahl, bereits um 7 Uhr vor Ort in Bryson City zu sein. Es war noch stockdunkel, als wir die wohlig warme Cabin gegen die Kälte eintauschten. Kurz vor 7 Uhr erreichten wir das sich noch im Tiefschlaf befindende Bryson City. Der "Bahnsteig" begrüßte uns mit einer gähnenden Leere. Erst nach und nach füllte sich der Abfahrtsort mit den Reisenden. Es gab unterschiedliche Kategorien von Wagons, in denen man im Vorfeld einen Platz buchen konnte. Wir hatten uns den günstigen Freiluftwagon entschieden. Pünktlich um 8 Uhr ging es in einem gemächlichen Tempo los. Stefan hatte sich beim Einstieg seinen Pullover am Ärmel aufgeschlitzt. Entsprechend passte sich seine Laune auch der Temperatur an. Apropo Temperatur: Kälte + Fahrtwind + offener Wagon = gaaanz schlechte Idee. Das schien auch der Schaffner zu bemerken und lud uns ein, doch in einen geschlossenen Wagon umzusiedeln. Langsam konnten wir wieder unsere Gliedmaßen spüren. Die Bahnstrecke führte unter anderem am Fontana Lake entlang. Dort sah man auch eindrucksvoll, wie niedrig der Wasserstand aktuell war. Weiter führte der Weg parallel zum Nantahala River. Das Nantahala Outdoor Center bildete den Endpunkt der Hinfahrt. Dort hatten wir ca. eine Stunde Aufenthalt. Es stellte sich heraus, dass man in dem Center Einkaufsmöglichkeiten hatte, die aber bei genauerem Hinsehen keine Schnäppchen beinhalteten. Steffi gönnte sich stattdessen ein Bierchen, während langsam die ersten Sonnenstrahlen ihren Weg zu uns fanden.Den Rückweg der knapp 90 Meilen langen Tour verbrachten wir nun im offenen Wagon. Es war nun, der Sonne sei dank, viel angenehmer als noch auf der Hinfahrt. Als wir in mittags in Bryson City ankamen, trafen wir auf einen sehr überfüllten "Banhsteig". Die Mittagstour schien bei den Touristen wohl um einiges beliebter zu sein. Nach der Zugfahrt ging es wieder ab ins Auto und rein in die Smoky Mountains. Ziel war die ca. 1,5 Stunden entfernte Newfound Gab, ein Aussichtspunkt in ca. 1.500 Metern Höhe an der Grenze zwischen Tenessee und North Carolina. Hier erwarteten uns erstmals Touristen aus aller Welt, die dies teilweise auch lautstark heraus hängen ließen. Es war vor Ort sehr voll, dennoch konnten wir noch einen Parkplatz ergattern. Wir waren bereits vor 5 Jahren hier gewesen, so dass unsere Aufenthalt dieses Mal etwas kürzer ausfiel. Froh darüber, dass wir die Touristen, die wir hier antrafen, nicht auch in Bryson City erleben mussten, ging es weiter in Richtung Clingmans Dome, einem ca. 2.000 Meter hohen Berg. Dort wollten wir einen Aussichtsturm ansteuern, also theoretisch. Praktisch scheiterte die Umsetzung allerdings an den Touristenmassen, die alles zugeparkt hatten. Nunja, dann fahren wir eben beim nächsten Urlaub in den Smokys noch mal hierhin... Wieder zurück in Bryson City warteten, mal wieder, Eis und Bier auf uns, ein letztes Mal. Diesen Ort haben wir echt in unser Herz geschlossen. Zudem haben wir hier mit Jennifer und Jeremy zwei richtig nette Menschen kennengelernt. In der Cabin angekommen nutzten wir endlich auch mal den Billiardtisch. Steffi musste sich dabei zwei Mal geschlagen geben. Anschließend wurde der Grill wieder befeuert und der Tub angeschmissen. So lässt es sich wirklich aushalten. Gemütlich ließen wir unseren letzten Abend in dieser einmaligen Gegend ausklingen.
Liebe Grüße
Steffi und Stefan
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