2026 - Januar - Amsterdam - Moco Museum
Das privat geführte Moco Museum in Amsterdam liegt mitten im Museumsviertel, wirkt aber ganz anders als die modernen Gebäude in der Umgebung. Obwohl hier moderne Kunst gezeigt...


Veröffentlicht: 13.04.2026






















































"Berlin hat mehr Museen als Regentage" sagt ein Slogan des Berlin-Marketings. Ob das wohl stimmt?
Ich habe kurz recherchiert: Im Schnitt soll Berlin ca. 106 Regentage haben, aber 175 Museen und Sammlungen. Das ist eine Menge Regen, aber das sind noch viel mehr Museen!
Wir haben davon zwar schon ein paar (wenige) besucht, eines der größten allerdings noch nie: die Neue Nationalgalerie. Dieser spektakuläre Bau von Ludwig Mies van der Rohe steht raumgreifend mitten im heutigen Berlin, nahe des Potsdamer Platzes. Im Jahr seiner Eröffnung, 1968, war das aber sozusagen Zonenrandgebiet. Denn nicht weit von hier verlief die Berliner Mauer. Es war ein klares politisches Zeichen der Weltoffenheit, das das räumlich isolierte Westberlin damit senden wollte.
Die Botschaft sollte sein: Wir Westberliner gehören zur internationalen Moderne. Dazu passt natürlich der Bau von Ludwig Mies van der Rohe perfekt. Die markante offene Glashalle ohne tragende Innenwände gilt sogar als Meisterwerk der Moderne.
Gezeigt werden hier Künstler der Gegenwart bzw. des 20. Jahrhunderts.
Das aktuelle Highlight ist die Brancusi-Ausstellung, die sogar zeitweise zu langen Schlangen am Eingang führt, obwohl der Künstler in Deutschland gar nicht so bekannt ist.
Als Bildhauer ist Constantin Brancusi berühmt für seine stark reduzierten Skulpturen. Frühe Arbeiten lassen noch Gesichtszüge oder den Vogel als Gestalt erkennen. Später schliff und polierte er seine Werke aber bis auf das Wesentliche hinunter.
Dem Besucher lässt das auch viel Raum für Interpretationen. Ist dieser Stein ein Ei oder ein Kopf? Und warum sieht Prinzessin X eigentlich wie ein Phallus aus?
Die Werke des gebürtigen Rumänen entstanden vielfach in Paris und sind heutzutage in diversen Museen oder bei Sammlern zu finden. Sein Atelier wurde übrigens nach seinem Tod fast 1:1 erhalten. Eine Nachbildung davon kann man auch aktuell in der Neuen Nationalgalerie bewundern.
Außerdem sind die als Sammlung aktuell zu sehenden Stücke in dieser konzentrierten Form sehr interessant. So ist es möglich, sich dem Künstler und seinem Werk anzunähern.
Im Untergeschoss befinden sich aktuell unter anderem zwei größere Ausstellungen: 1. „Gerhard Richter. 100 Werke für Berlin“ und 2. „Zerreißprobe. Kunst zwischen Politik und Gesellschaft (1945–2000)“.
Wer wie wir eine alle Ausstellungen umfassende Karte kauft, kann natürlich all diese Werke bewundern.
