reisetante
reisetante
vakantio.de/reisetante
Zuletzt in Berlin

2025 - Dezember - Wien - Kaisergruft

Veröffentlicht: 02.01.2026

Attraktion
Kaisergruft
Wien, Austria
Sehenswert
Kapuzinerkirche
Wien, Austria
Tour
Eine ganz normale Familie
Tour

Na, spontan antworten: Welche österreichischen Kaiserinnen und Kaiser fallen euch ein?

Bei mir waren es tatsächlich nur Maria Theresia mit ihren vielen Kindern, die in ganz Europa verheiratet wurden. Unter ihnen natürlich Marie-Antoinette, die spätere französische Königin, die so unglücklich auf dem Schafott endete.

Und dann fallen mir sofort Sisi (Elisabeth) und Franz Joseph ein. Vielleicht, bei längerem Nachdenken, noch ihr im Selbstmord geendeter Sohn Rudolf. Das war es dann aber auch.

Dass es natürlich viele mehr waren, ist mir klar, ich könnte sie aber nicht benennen. In der unter der Kapuzinerkirche liegenden Kaisergruft in Wien, kann man allein schon 12 Kaiser und 19 Kaiserinnen sowie insgesamt rund 150 Angehörige der Habsburger-Dynastie in ihren Sarkophagen betrachten.

Dabei gibt es große Unterschiede in Größe und Ausgestaltung. Die barocken und rokokozeitlichen Sarkophage sind dem Zeitgeschmack entsprechend besonders aufwendig, ja regelrecht prunkvoll. Der Doppelsarkophag von Maria Theresia und ihrem Gemahl Franz I. Stephan von Lothringen sticht dabei besonders hervor. Für sie wurde eigens die sogenannte Maria-Theresien-Gruft errichtet.

Sisi, Franz Joseph und ihr Sohn Rudolf ruhen in getrennten Sarkophagen, jedoch im selben Raum nebeneinander. Hier finden sich auch viele von Besuchern mitgebrachte Huldigungen, darunter persönliche Briefe, Blumen oder Puppen. Gerade mit Sisi verbinden offenbar viele Menschen ihr eigenes Schicksal und suchen Trost in persönlichen Krisen, etwa bei Depressionen.

Franz Josephs Bruder, Maximilian I. von Mexiko, liegt ebenfalls in der Kaisergruft, nachdem sein Leichnam aus Mexiko nach Wien überführt worden war. Seine kurze und dramatische Regentschaft endete 1867 mit seiner Erschießung in Querétaro. Heute scheint er in Mexiko, zumindest von einigen, verklärt zu werden, denn auch an seinem Sarkophag finden sich kleine Gaben wie Sombreros, mexikanische Fahnen oder bunte Totenschädel.

Die Ermordung des Thronfolgers Erzherzog Franz Ferdinand in Sarajevo (1914) gilt als Auslöser einer Kettenreaktion, die schließlich zum Ersten Weltkrieg führte. Er selbst ist jedoch nicht in der Kaisergruft bestattet, sondern ruht gemeinsam mit seiner Frau Sophie auf Schloss Artstetten in Niederösterreich.

Die Habsburger mussten faktisch ab 1918 ins Exil, rechtlich verbindlich ab 1919, es sei denn, sie verzichteten ausdrücklich auf ihre Thronansprüche.

Der letzte Kronprinz der Monarchie, Otto von Habsburg, tat das 1961 und erhielt dafür die Möglichkeit der Rückkehr nach Österreich. Er war später Mitglied des Europäischen Parlaments und starb 2011. Auch er ist in der Kaisergruft beigesetzt und bildet den vorläufigen Schlusspunkt dieser langen Reihe habsburgischer Bestattungen.

Es werden Führungen angeboten, etwa unter dem Titel „Eine ganz normale Familie“, allerdings nicht täglich. Es lohnt sich aber auch, die Gruft auf eigene Faust zu besuchen. An jedem Sarkophag befinden sich Erläuterungstafeln, die Lebensdaten und Schicksale erklären. Dabei wird einem besonders bewusst, dass auch Kaiser und Kaiserinnen nicht vor Krankheit, Leid und frühem Tod geschützt waren und dass viele vor allem aus dynastischen Gründen verheiratet wurden und als unglückliche „Gebärmaschinen“ dienten.

Der Eintritt für Erwachsene liegt derzeit bei rund 13 Euro.

Auf einen Blick

Automatisch aus dem Beitrag extrahiert
Kulturell
  • Kaisergruft in Wien unter der Kapuzinerkirche
  • Sarkophage von Maria Theresia, Franz Joseph und Sisi
  • Persönliche Huldigungen und Gaben an den Gräbern
  • Führungen wie „Eine ganz normale Familie“
  • Eintritt für Erwachsene rund 13 Euro
GeschichteKulturStadt
  • Eintritt für Erwachsene13 €
reisetanteFolge diesem Blog und verpasse keine neuen Beiträge.
Antworten

Österreich
Reiseberichte Österreich