2025 - November - Venedig - Architekturbiennale
Manchmal kommt die Kunst einfach zu dir, unvorbereitet sozusagen. In Venedig kann man sich ja ohnehin treiben lassen, und so findet sie dich an jeder Ecke, die Kunst. Überall...


Veröffentlicht: 06.11.2025


























































































Rückblick auf 2020
https://vakantio.de/reisetante/september-2020-venedig
Was für ein Unterschied zum Venedig aus dem Jahr 2020! Damals hatten wir ein kurzes Zeitfenster erwischt, in dem Corona-bedingt alles gerade wieder hochgefahren wurde. Trotz Fiebermessen und teilweise zu tragender Masken war es angenehm leer.
Die Reisetipps aus 2020 gelten übrigens weiterhin: frühes Erscheinen bei Hauptattraktionen, Tickets vorher online buchen, Vaporetto nutzen, sich treiben lassen – all das macht auch heute noch einen entspannten Venedig-Besuch aus.
Nun wollte ich dieses Gefühl wieder erleben und hatte gehofft, dass im November der wieder eingesetzte Massentourismus vorbei sein müsste.
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Ankunft und erste Eindrücke
Wir kamen am Samstag, den 01.11.2025, am Abend an. Ehrlich gesagt war ich zunächst enttäuscht: Menschen über Menschen, das Hotel enttäuschend und der kleine Imbiss war teuer, aber nicht mal lecker. Ich brauchte einen Tag, um in dieser Realität anzukommen. Zum Glück hatten wir vier Nächte gebucht.
Am zweiten Tag war das Wetter zwar schlechter, aber schon kurze Ausflüge in ruhigere Stadtviertel brachten Vergnügen. Mein erster Tipp: Gebt in Google Maps ein Ziel ein und lasst euch durch die Gassen treiben. In Venedig entdeckt man auf diese Weise immer etwas Schönes.
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Geheimtipps und weniger bekannte Orte
Scuola Grande di San Marco (Ospedale Civile)
Unser erstes Ziel war die Scuola Grande di San Marco. Obwohl es der Eingang zu einem Krankenhaus ist, handelt es sich um ein Gebäude aus der venezianischen Frührenaissance. Die schöne Halle kann besichtigt werden, und es waren kaum Menschen dort. Wunderbar! Zudem liegt das Gebäude auf einem hübschen Platz, direkt neben der Kirche San Zanipolo.
Fondazione Querini Stampalia
Danach ging es zur Fondazione Querini Stampalia, ein Museum mit Café und Innenhof. Hier wird eine Familiensammlung von Gemälden und Kunst gezeigt. Der Eintritt von 15 Euro war für das Gebotene etwas hoch, aber an einem Schlechtwettertag ist es eine gute Alternative. Vor dem Gebäude stehen drei bronzene Löwen des italienischen Künstlers Davide Rivalta, die beliebte Fotomotive darstellen.
Palazzo Grimani
Gleich um die Ecke liegt das Museo di Palazzo Grimani. Zu unserer Überraschung war der Eintritt kostenfrei, wahrscheinlich ist das aber nicht immer der Fall. Dieses kleine Juwel konnte in Ruhe besichtigt werden und war kaum überlaufen – ein echter Geheimtipp.
In der Nähe der beiden Museen befindet sich außerdem die Libreria Acqua Alta, eine skurrile Buchhandlung. Das Konzept funktioniert: Bücher stapeln sich bewusst chaotisch, angeblich sollen Katzen herumlaufen. Bei unserem Besuch jedoch waren nur Touristen, die Kassierer wirkten genervt und unfreundlich. Die Buchhandlung ist sehenswert, aber man sollte sich auf Gedränge einstellen.
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Kirchenbesuche
Venedig ist reich an beeindruckenden Kirchen. Wir haben diesmal den Markusdom von innen besichtigt, den wir 2020 wegen Bauarbeiten verpasst hatten. Er ist eindrucksvoll, aber leider auch stark vom Massentourismus geprägt. Tickets sollten im Voraus für einen Timeslot gekauft werden. Wer mehr als nur den Innenraum sehen möchte, sollte Kombi-Tickets buchen.
Für mich wesentlich entspannter war der Besuch der Santa Maria Gloriosa dei Frari in San Polo. Hier war es angenehm ruhig, der Eintritt kostete nur 5 Euro. Highlights:
Zwei Hauptwerke von Tizian sowie sein Grabmal.
Das monumentale Denkmal für den Dogen Pesaro fand ich ebenfalls sehr sehenswert. Besonders eindrucksvoll: Unterhalb der zentralen Figur tragen vier Mauren – besser gesagt vier afrikanische Männer – das Portal auf ihren Schultern. Jede Figur ist individuell gestaltet, mit kräftigen Körperformen und detailreicher Darstellung der Gesichtszüge. Es entsteht der Eindruck, dass diese Männer die Last der Macht buchstäblich tragen. So etwas habe ich in dieser Form in einer Kirche bisher noch nie gesehen.
Der Kirchenraum ist groß, voller Kunstschätze und ideal, um in Ruhe alles zu studieren. Spiegel an strategischen Stellen ermöglichen eine bessere Betrachtung der Decke und der Fenster. Außerdem verfügt die Kirche über den zweithöchsten Turm Venedigs.
Tipp: Viele andere Kirchen in Venedig sind ebenfalls sehenswert und weniger überlaufen – perfekt für einen ruhigen Rundgang.
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Venedig im November
Acqua Alta
Besonders im November bis März ist die Hochwasser-Saison (Acqua Alta). Für Touristen ist es ein besonderes Erlebnis, den überfluteten Markusplatz zu sehen – für Venedig selbst natürlich ein Problem. Ich habe dazu einen eigenen Beitrag geschrieben.
https://vakantio.de/reisetante/2025-november-venedig-acqua-alta
Architekturbiennale
Die Architekturbiennale ist nur temporär, aber ebenfalls einen Besuch wert. Auch hier lohnt es sich, sich vorher über Tickets und Zeiten zu informieren.
https://vakantio.de/reisetante/2025-november-venedig-architekturbiennale
Fazit
Hat sich unser Novemberbesuch in Venedig gelohnt? Definitiv ja! Nach vier Nächten wollte ich gar nicht abreisen. Das Wetter wurde wunderschön, mit Temperaturen bis 17 Grad, auch wenn es schnell dunkel und kühl wird.
Trotz Massentourismus an manch überlaufenen Orten und teuren Snacks gibt es genug ruhige Plätze und Geheimtipps, um die Stadt wirklich zu genießen. Ich würde jederzeit wieder losfahren.
