Reisebriefe von Felix
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Märchenwald

Veröffentlicht: 01.03.2017

Neuer Tag, altes Bild. Wieder zeigt sich Neuseeland von seiner schönsten Seite. Nachdem wir unsere Vorräte im Supermarkt aufgefüllt haben, fahren wir von Queenstown in Richtung Milford Sound. Die abwechslungsreiche Landschaft setzt sich fort und wir erreichen Te Anau. Wir tanken in der kleinen Stadt, welche die letzte Ortschaft vor dem Sound ist, unseren Camper und schlagen die Milford Road ein. Es ist die einzige Straße die sich durch die Weiten des Fjordlandes zieht und den Weg, knappe 2 Stunden (120km), zu einer der schönsten Straßen Neuseelands macht.

Da wir seit mehreren Stunden bei strahlend blauem Himmel und entsprechender Außentemperatur unterwegs sind, entscheiden wir uns dazu, eine geeignete Stelle für ein Picknick zu suchen. Die Suche dauert nicht lange. Ein kleiner Schotterweg führt von dem Highway an einen kleinen Bach. Die Berge im Hintergrund, eine kleine Bank und grüne Bäume und Wiesen runden das perfekte Bild ab. Schnell Brot, Tomate, Avocado aus dem Kofferraum- und einen Frischkäse aus dem kleinen Kühlschrank geholt. So stellt man sich Urlaub vor.

Ein zu schönes Bild. Denn wie aus dem Nichts machen wir Bekanntschaft mit einigen der gefährlichsten Kreaturen unter der neuseeländischen Sonne. Sandfliegen befallen unsere Beine und bringen das idyllische Bild, welches Sekunden vorher noch existierte, ins Wanken. Doch als wäre dies noch nicht schlimm genug, erscheint ein blutrünstiger Vogel, der es augenscheinlich auf unser Avocadobrot abgesehen hat. In seinem Wahn sieht es so aus, als ob der handtellergroße Vogel nicht vor einer Konfrontation zurückschrecken wird. Nun geht alles ganz schnell: Rebecca packt das Essen zusammen, während ich mit einem Flip Flop versuche die Aufmerksamkeit des Monsters von unserem Brot abzulenken. Nach einer spannungsgeladenen Minute endlich die Erleichterung: Wir UND unser Avocadobrot haben die Bedrohung überstanden.

Nach diesem Schreck fahren wir noch eine Stunde, bevor wir uns einen Campingplatz suchen. Die Wahl fällt auf den „Cascade Creek“, der nicht nur in einer malerischen Landschaft liegt, sondern auch Ausgangspunt für eine kurze Wanderung sein soll. Als wir uns wenig später auf dieser Wanderung befinden, sind wir uns einig, dass dies für uns ein absolutes Highlight der Südinsel Neuseelands bleiben wird. Der Weg befindet sich im Wald. Sobald man aber diesen Wald betritt, überkommt einen das Gefühl, dass sowohl die Gebrüder Grimm, als auch die Film- Crew der „Herr der Ringe“ Trilogie diesen Ort gekannt haben müssen. Moosbewachsene, riesige, knorrige Bäume, die von der tiefstehenden Sonne durchbrochen werden. Wahnsinn. Eine Überraschung finden wir zu einem fortgeschrittenen Zeitpunkt des Weges. Nach einer Kurve befindet man sich plötzlich nicht mehr im Wald, sondern steht unverhofft inmitten eines Sees mit Blick auf die Berge. Einfach schön.

Nach diesen Eindrücken und ein paar selbstgemachten Gemüsewraps legen wir uns Schlafen. Wir haben für den nächsten Morgen im Internet ein gutes Angebot für eine Bootstour auf dem Milford Sound gefunden. Also heißt es früh aufstehen.

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Antworten (1)

Thomas
Sehr schön! Liesst sich wie die Reise durch's Wunderland! 😊🌈

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