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Von Fairbanks über den Denali- und den Top of the World Hwy nach Dawson City

Veröffentlicht: 26.08.2018

Sonntag 19. August. Nach 2 x 3 Tagen "autarkem" Campen braucht Verny Maintenance, dann heisst es ade Denali National Park. Ein wenig traurig fahren wir zum Ausgang und biegen Richtung Norden ab. In Healy brauchen auch wir Brennstoff. Eigentlich wollten wir einen Salat zum Lunch geniessen, "sorry we're out of romaine lettuce", das Salad Buffet sah dermassen bescheiden aus, da bleibt uns leider, leider keine andere Wahl als Hamburger und Pizza! Pha! Das reicht dann aber grad bis zum nächsten Morgen!

In Nenana gehen wir auf den Campground, wie meistens, auch hier ein "Parkplatz", zumindest trennt eine mickrige Birke die einzelnen Plätze. Während dem "Dorf-Rundgang" geniessen wir in einem Lokal - mit Weihnachtsbaum (ob noch von der letzten oder schon für die nächste lässt sich nicht eruieren)- ein selbst-gebrautes leckeres Bier nach Deutschem Reinheitsgebot.

Montags fahren wir weiter nach Fairbanks, Tiere sehen wir nur vereinzelt, mal ein Moose, mal ein Adler. In Fairbanks wird der Kühlschrank gefüllt und wiedermal bei GoNorth ein Stopp eingelegt. Auf dem Weg zum Denali NP hat es stark geregnet und Verny's Dach hat "gerünnt" (ältere WoMos leiden anscheinend auch an Inkontinenz).

Dies wollen wir zeigen und möglichst abdichten lassen. Gesagt getan, der Kollege am Stützpunkt verpasst der Luke auf Verny's Dach eine Silikonwurst über die alte (mindestens so dick wie eine St. Galler Kindfestbratwurst).

Beim Bummel durch Fairbanks stellen wir fest, dass uns die Stadt nicht gefällt. Ausreisser gibt es natürlich, so haben wir ein sehr cooles Kafi, das Venue, mit viel Athmosphäre und einer "8 Liter Hubraum, 12 Zylinder Kaffeemaschine die in Teilen geliefert wird und die Barista bei jedem Temperatur- Feuchtigkeitswechsel herausfordert (kennen wir doch). Ein Outdoorgeschäft im Zentrum kommt uns irgendwie bekannt vor, klar da haben wir doch schon in Kodiak bei Big Ray's "Allernotwendigstes" eingekauft. Also rein, wir brauchen Socken :-). Eigentlich könnte man Fairbanks auf der Alaskareise links liegen lassen, aber dann dürfte man nicht schnöden.

Vivienne und Alain die wir im Denali kennengelernt haben, sind schon in Fairbanks, sie haben uns das Restaurant des Campings am Flussufer wärmstens empfohlen, ....und es war lecker! Scheinbar so bekannt, dass wir tatsächlich 45 Minuten auf einen Tisch warten mussten. Hat sich gelohnt.

Zum Abschluss gabs noch ein definitives Byebye Bier bei Vivienne und Alain im Schneckenhäuschen von "Yasmin" (auch GoNorth Kunden). Sie fahren morgen direkt nach Tok. Wir möchten den Denali Highway von Cantwell nach Paxson und dann den Richardson Hwy über Delta Junction nach Tok fahren. Deshalb düsen wir wieder südlich, zurück nach Cantwell.

Bis es soweit war, haben wir lange mit der Entscheidung wie es nach Fairbanks weitergehen soll gerungen. Eine Ranger am Clam Gulch auf Kenai hatte uns den Floh ins Ohr gesetzt, dass man in Coldfoot schon Ende August Nordlichter sehen könne, das ist eine Ansage! Weder Google-Orgien, Milepost-Studium, Bob Kaufmann's Blog, Prognosen verschiedener Wetterdienste noch unsere "local Aurora Probability Apps" konnten helfen. Je mehr Informationen wir sammelten, desto schwieriger wurde es. Die Fahrt über den Dalton Highway hoch und runter wären ungefähr 560 Meilen, das braucht viel Zeit, bei den Wetterprognosen? Vielleicht nur bis zum Arctic Circle? Oder gar nur bis zur Holzbrücke welche über den Yukon River führt? Alternativ Fahren oder Fliegen/Fahren mit einem lokalen Anbieter um Zeit zu sparen? Aber nur weil wir mit einem Tour-Operator gehen wird das Wetter nicht besser und bei starker Bewölkung und einer tiefen Aurora-Wahrscheinlichkeit gibts in den nächsten 2-4 Tagen keine Aurora Borrealis am Himmel über Fairbanks oder Coldfoot. Hmmmm... Ist der Zeitaufwand gerechtfertigt wenn wir weder die Nordlichter sehen noch den Gates of the Artic Park besuchen? Können wir die Landschaften wirklich "aufnehmen" wenn wir fliegen bzw. hoch und runter-rauschen? Den Dalton Hwy und den Denali Hwy zu fahren, frisst uns das nicht zu viel von der für die Parks und Vancouver Island veranschlagten Zeit in Kanada?

Bis uns dann die Idee kam, Marcel (unseren super Reiseberater von MapleLeaf.travel in der Schweiz) zu fragen. Subito hatten wir eine Antwort und eine elegante Lösung! Statt den Dalton Hwy der stark von LkWs von und nach Prudhoe Bay genutzt wird, könnten wir den Dempster Highway im Yukon fahren. Der bietet landschaftlich Gleichwertiges ohne die Brummis. Ausserdem sieht man die Nordlichter auch in Whitehorse noch und die Nacht beginnt südlicher auch früher. Dies scheint uns die perfekte Lösung zu sein, das machen wir.

Auf dem Denali Hwy haben wir Regen, trotzdem sehen wir die Schöhnheit der Natur, einfach bombastisch. Nach paar Meilen sehen wir überall Camper, grosse Camper mit Anhänger mit 4x4 ATV-Wägeli drauf. Was die wohl machen? Müssen die Alaskans eigentlich nicht arbeiten?

Es sind Jäger! In der Clearwater Lodge halten wir für einen Kafi :-) Sehr kleiner Holzcontainer, sehr westernmässig eingerichtet. Leer, bis auf die zwei Jungs die dort arbeiten.

Die erklären uns dann, dass im August Karibu- (Pro Permit 1 Karibu) und im September Elch-Jagd ist, daher sei der Denali Hwy soooo busy! Bei uns irren die Typen mit Flinte und Tarnanzug halt erst im September durch die Gegend, deshalb die Verwirrung.

Wir finden etwa in der Mitte des Hwy ein lauschiges Plätzchen für unsern Verny und machen es uns bei strömendem Regen gemütlich.

Der nächste Morgen bringt trockenes, schöneres Wetter, immer noch bei ca. 10 Grad. Durch die bessere Fernsicht und die durch den teilweisen Sonnenschein lebhafteren Farben war die zweite Hälft des Hwy grandios! Der Umweg hat sich mehr als gelohnt! Die Strasse und Szenerie ist der Denali Park Road sehr ähnlich.

In der Mc Laren River Lodge gönnen wir uns ein Kaffee, bestaunen lokal produzierte Damaszener-Messer und streichel Karibu-Felle. Die letzten 21 Meilen sind wieder geteert aber nicht minder schön! Die verschneite Alaska Range voll im Sonnenlicht! Highway to heaven?

In Paxson gehts auf dem Richardson Hwy nördlich nach Delta Junction. Immer wieder sehen wir den oberirdischen Teil der Alyeska-Pipeline. Dieses Bauwerk mitten durch die Natur Alaskas ist so faszinierend wie es hässlich ist. In gut zwei Jahren für $8bn von Prudhoe Bay bis Valdez gebaut, 800 Meilen lang, mit 48 inch (1,22m) Durchmesser führt sie über drei Bergketten und mehr als 500 Ströme und Flüsse hinweg. Und das durch eine der seismisch aktivsten Zonen der Welt. Dass die Lehren aus dem Erdbeben von 1964 bei der Konstruktion berücksichtigt wurden hat die Pipeline beim Beben vom 3. Nov 2002 mit einer Magnitude von 7,9 ca 50 mi westlich der Pipeline bewiesen. Das stärkste Beben in der "Denali Fault" seit 1912. Der Boden hat sich dabei ungefähr 18ft horiz, und 2,5ft vertikal bewegt.

Fast kein Verkehr mehr, die Natur verfärbt sich langsam rot und gelb. Ein Moose beim Fresen am Strassenrand und eine Northern Hawk Owl auf einem Baum welche flüchtet als wir stoppen um sie zu Photographieren lassen die Aufmerksamkeit auf dem Beifahrersitz hochschnellen.

Kurz vor Delta Junction parken wir neben der Strasse oberhalb eines kleinen See um zu Übernachten. Während dem Apero spottet Marcel 3 Wölfe, oder sind es doch Luchse? Wir sind noch unsicher, und ein Wibli Moose das fast vollständig im See verschwindet um zu fressen. Während unserem Dinner springt sie auf einmal weg. Was sie wohl sah?

Ein riesen Spektakel! Am nächsten Morgen ist sie wieder im See und frühstückt "pacific"!

Nach dem Abwasch geht's nach Delta Junction. Verny ist völlig verdreckt. Er muss dringend gereinigt werden, sonst bringen wir den Dreck nie mehr runter. Nach der Reinigung - er ist wieder Quietsch-Sauber- starten wir Richtung Tok. Delta Junction, Milepost 1422 ist das Ende des ALASKA Hwy (Meile 0 ist in Dawson Creek, CAN).

Der Hwy bis Tok hat gefühlt NULL Kurven! Kein Verkehr, keine Tiere nur Natur, Hügel, Berge, Flächen, Gräser, Bäume, Gebüsche, alles da.

In Tok waren wir ja vor paar Wochen schon mal, der Kreis schliesst sich so langsam, bald heissts byebye Alaska! Yukon ahoi!

Tok ist verschlafen, hat paar Souvenirläden, einen Three Bears und den Edy's. 15 Meilen weiter südlich kommt der Abbieger auf den Taylor Hwy nach Chicken. Vor der Grenze muss noch ein wenig Alk, Fleisch und frisches Gemüse/Früchte dem potentiellen Konfikationsrisiko entzogen werden. Kurz vor der Passhöhe schalten wir deshalb noch eine Nachtruhe mit üppigem Menu und 1a Merlot ein bevor es dann über die Grenze nach Kanada geht. Am Morgen geht weiter nach Chicken. Das "Dorf" funktioniert mit Strom vom Diesel-Generator und ohne fliessend Wasser.

Folks from "Top of the World St. Moritz" travel the "Top of the World Hwy" Richtung Kanadische Grenze. Der Übergang geht ohne Probleme, Pässe kontrollieren, bisschen Reiseinfos will er wissen und dann sagt er "Welcome back to Canada". Ab jetzt sind es wieder Km, nicht mehr Meilen und Pacific Time, also 9 statt 10 Stunden hinter der Schweiz.

50 km nach der Grenze auf dem Top of the World Hwy campen wir auf einer Anhöhe und geniessen den Weitblick! ....und Verny ist schon wieder total verdreckt...! 

Am Morgen rauschen Motorräder und allerlei Rallye-Boliden auf der Etappe von Dawson City nach Cooper River (für Insider, sie übernachten in der Princess Lodge) fast durch unser "Wohnzimmer" (www.alcan5000.com/2018).

Der Ritt über den Yukon ist super cool, die Fähre driftet unglaublich in der Stömung von Ufer zu Ufer. In Dawson heisst es wieder mal Mist raus, Food, Wasser und Benzin rein. Damit sind wir bereit für den Dempster Highway, aber dazu mehr beim nächsten Mal. 

PfüatDi


Antworten (1)

Silvia
Ist ja wieder gewaltig dieser Bericht, wie Bilder. Wünsche gute weiter Reise in Kanada!!!

USA
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