rallafornia1994
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Athletic Club Bilbao und der Rest

Veröffentlicht: 14.03.2022

14.3. Dunes de Pilat

Schön früh von Santiago losgekommen, der Campingplatz war noch zu, hab das Gitter mal wieder selber auf gemacht. Traumhafte Strecke entlang der Küste des Baskenlandes. Die Biskaya. Wir sprechen von zerklüfteten Küsten mit makellosen Sandstränden zwischendrin, und dann gehts sofort senkrecht hoch. Das sind halt die Ausläufer der Pyrenäen. Das Büschen hat schwer gekämpft bei den ewigen Anstiegen, aber ich hab einen neuen Trick. Wenn die Temperaturnadel zu arg ansteigt schalt ich die Rückraumheizung auf voll, dann pegelt sie sich die Öltemperatur brav bei 80 Grad ein. Haaammer.

Nach 5 Stunden Fahrt war Bilbao nicht mehr weit. Hatte ja für 2 Tage das selbe Hotel wie die Jungs geordert, allerdings stellte sich raus daß es unmöglich war da einen Parkplatz für den Rallafornia zu kriegen. Zum Glück gibts in Bilboa den wohl schönsten Camperstellplatz überhaupt. Man steht quasi senkrecht an einem Berg über der City, mit Blick runter auf die beiden Tempel der Stadt, das Guggenheim-Museum und das Sam Mames Stadion.

Wir kümmerten uns zu gleichen Teilen um die beiden Kultstätten.

Die gewagte Architektur und der lebendige Zeitgeist ließen unser Herz höher schlagen, dazu die zeitgenössischen Animationen & Installierungen , das ausbalancierte Lichterspiel, die Kunst und die Kraft des Lebens waren mit Händen zu greifen. Ohnmächtig und überwältigt von der Aura und der Macht des Gegenwärtigen verließen wir das Fußballstadion, leider 1:0 verloren. Mist-danach sind wir halt ins Guggenheim. Das war auch interessant.

Noch ein kurzes lustiges Erlebnis. Bus Nr 58 fährt von vom Zentrum bis ganz hoch zum Camperplatz. Hier oben ist eine andere Welt. Als ich vorgestern früh kam, haben alle Angestellten, mit Schrubbern und Besen bewaffnet, versucht einige Kühe aus der Anlage zu vertreiben. Und als ich gestern Abend hoch kam stand ein Pferd auf dem Parkplatz. Das hab ich dann fotografiert. Erst danach hab ich gemerkt daß in dem Auto dahinter ein Liebespaar aufgeschreckt wurde. 

Nach 3 Tagen Bilbao komme ich zu dem Schluß daß die Basken extrem nette Menschen sind. Stolz, ehrlich und offen.

Heut früh mal wieder Mautstraßen vermeiden, und weiter Richtung Norden. Am Anfang war alles noch gut, konnte  für 1,80 Euro tanken, und wollte noch an  einem großen Mercadona einkaufen. Aber das nördliche Baskenland ist ohne Autobahn nicht zu bewältigen. das wissen die Spanier auch. Bin dann aus Verzweiflung doch auf den Highway und hab bis zur französischen Grenze fast 20 Euro Maut abgedrückt.

In Frankreich wirds relativ zügig flach, das sind aber auch noch Basken. Flachlandbasken. Und man fährt bestimmt eine Stunde bis der Erste mal seine Trikolore an der Fensterbank hat. 

Ziel für heute war ja die Wanderdüne von Pilat. Und ich muß schon sagen-fett. Da steht jetzt eine feinsandigste gelbe Düne vor mir, dessen Ausmaße man sich nicht vorstellen mag. Eine Düne, fertig.

Aber die ist 3 km lang, 150 m breit und 100 Meter hoch. Sie bewegt sich pro Jahr 5 Meter Richtung Landesinneren, und ich bin fast der Einzigste weit und breit. Im Sommer ein Touristen-Magnet, jetzt nix. So steh ich direkt am Meer, ein bisle einsamer als mir lieb is. Hab vorhin noch ein Bild gemacht, aber die sind auch alle weg. Zum Trost hab ich noch aufgekocht im Bus. Paella, aus französischen Produkten vom Carrefour. Dazu Bordeaux-Wein. Aber das Herz ist schon noch in Bilbao.

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