kalsarikännit
Wir sind in Finnland und verstehen kein Wort. Superwitzige Sprache. Gefühlt sind alle Wörter lang und haben ziemlich viele Äs und Ös und Üs. Ole und ich lesen uns zwischendurch...

Veröffentlicht: 11.07.2019
Was man nicht alles auf einem so großen Campingplatz erleben kann!
Wir haben die Tage in Kalajoki in vielerlei Hinsicht genossen. Wir konnten während des 4-tätigen Aufenthalts richtig gut entspannen. Es gab einfach mal Tage an denen wir nichts gemacht haben. Nicht einmal Bilder. Die Tage verflogen mit essen, schlafen, spielen und dem Besten an einem Campingplatz: Leute gucken!
Es ist schon echt erstaunlich was für unterschiedliche Leute campen gehen. Da sind zum einen junge Familien wie wir: mittelgroße Wohn- oder Reisemobile. Dann gibt’s natürlich noch die High-End Camper. Das sind meist Rentner, die das Geld ihrer Lebensversicherung in ein rollendes Haus verwandelt haben. So ein Morelo bspw. kostet schnell 250.000€
Dann sind da noch einige die nur mit Auto oder Motorrad unterwegs sind und in Cabins oder Zelten schlafen. Und speziell in Finnland gibt es noch die Großfamilien. Da sind dann auch mal an die 7 Kinder oder mehr in einem Wohnwagen, plus Eltern. Es hat schon was Komisches, wenn die nacheinander morgens rauskommen. Wir haben gelernt, dass es in Nordfinnland eine religiöse Gruppe gibt, in der es üblich ist viele Kinder zu haben. Da ist es völlig normal, dass die Anzahl der Kinder zweistellig ist.
Wir hatten auch die Möglichkeit uns mit einigen Finnen zu unterhalten, obwohl sie von allen Skandinaviern mit Abstand am wenigsten und schlechtesten Englisch sprechen. Alle waren sich einig das Finnen Eigenbrötler, eher zurückhaltend und nordisch kühl sind. Stimmt auch! Und sie sagen über ihr eigenes Land, das es für Touristen nicht sehr viel zu bieten hat. Stimmt leider auch! Die Fahrten durch Finnland sind recht öde. Außer Nadelwald sieht man eig. nichts. Hier und da mal einen See, aber das war´s. Die wenigen Sehenswürdigkeiten sind weit oben im Norden oder die Seenplatte im Süden. Leider liegt beides nicht auf unserer Route, aber wir machen das Beste draus.
In Kalajoki sind wir gleich zwei Mal in einem Erlebnisbad planschen gewesen. Henry findet immer mehr Gefallen am Wasser und wird an manchen Stellen direkt wieder übermütig. Zum Glück passen seine Eltern auf und verhindern Schlimmeres. Zweimal ausgerutsvht und hingeplumpst ist er trotzdem.
Als nächsten Stopp hatten wir uns Vaasa ausgeguckt. Auf dem Weg dahin haben wir aber noch einen Halt in Kylänpäägemacht, um in einen kleinen Steichelzoo zu gehen. Es war eine richtig familiäre Atmosphäre, dadurch dass es so übersichtlich war. Der Eintritt wurde freiwillig gezahlt und Verbotsschilder gab es auch nicht. Dafür aber viele Tiere zum Anfassen. Genau das richtige für Henry. Pferde, Hasen, Esel, Schweine, Schafe und manch anderes Tier hatte er schon mal gesehen. Aber die Alpacas waren neu für ihn. Auch für uns neu war der Anblick von gerade geschorenen Alpacas.
Am meisten von Henrys Aufmerksamkeit haben allerdings die Spielzeuge, der Sandkasten und der riesige Haufen Schotter bekommen.
Annika hat uns einen richtig schönen CP am Stadtrand von Vaasa ausgesucht. Und weil es dort so nett war, sind wir gleich 2 Nächte geblieben.
Wir haben Wäsche gewaschen, mal wieder das Erlebnisbad besucht und das gute Wetter genossen. Wir sind bald richtige Schwimmbad-Profis.
Wir fahren weiter entlang der Ostseeküste, Richtung Süden.Aktuell sind wir in der Nähe von Pori. Auch hier haben wir wieder richtig Glück mit dem CP. Wir haben einen Platz direkt an der Ostsee. Die Sonne scheint und wir können einen richtigen Sommertag draußen verbringen. Henry hat ein kleines Wasserloch für sich entdeckt und die Eltern können in Ruhe die Seele baumeln lassen. Alle sind bester Laune und genießen einfach den Tag.
Denn die nächsten Tage sind- ausnahmsweise- etwas durchgeplant. Morgen geht’s nach Helsinki. Wir wollen das Wochenende in Finnlands Hauptstadt verbringen. Am Montag geht’s dann auf die Fähre nach Tallinn. Aber davon werden wir dann in den kommenden Tagen ausführlicher berichten…
Ole
