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Tortuguero

Veröffentlicht: 05.09.2025

Fähre
null → Tortuguero
Costa Rica
Spaziergang
Tortuguero → Nationalpark Tortuguero
Nationalpark-Trail
Tour
Turtle Tour
Tour

Der nächste Stopp war ein kleiner Ort namens Tortuguero, welcher nur mit dem Boot zu erreichen ist, da es letztendlich ein Inselstrang zwischen einem Fluss und dem Meer ist. Der Ort liegt auch noch an der Karibikküste, und um dahin zu kommen, habe ich einen Shared Minivan und ein Boot gebucht. Schon auf dem Weg dorthin mit dem Boot war es echt cool und hat mich ein bisschen an den Amazonas in Ecuador erinnert, wo wir als Familie mal waren.

Tortuguero (benannt nach Tortuga was Schildkröte bedeutet) ist, wie der Name schon sagt, vor allem bekannt für die vielen Schildkröten, die jedes Jahr dahin kommen um ihre Eier zu legen. Insgesamt kommen vier Arten an den Strand, und in der Zeit in der ich da war, war gerade High Season für die Green Sea Turtles.

Es gibt keine Straßen, keine Autos, viele Restaurants, Bars und Veranstalter, die Touren anbieten - darunter auch eine Schildkrötentour welche viele Leute machen. Der Ort ist interessant, da Locals und Touristen komplett zusammenwohnen und es keine geografische Aufteilung gibt, was echt mal etwas cooles ist!

An einem Tag bin ich zu Fuß in den Nationalpark gegangen und habe den Trail wirklich genossen, da ich die ganze Zeit fast keine einzige Person gesehen habe. Zudem habe ich noch ein paar Tiere gesehen, die ich im Corcovado Park nicht gesehen hatte, was mich obendrein auch gefreut hat.

Am Tag darauf wollte ich morgens eigentlich ein Kajak mieten und ein bisschen auf eigene Faust in den Mangroven langpaddeln, jedoch hat mir das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht… Generell war das Wetter in der Zeit nicht allzu toll. Naja, ich habe das Beste daraus gemacht und bei Donner, Blitz und Regen ein leckeres Ceviche gegessen - war auch nicht schlecht!

Am selben Tag habe ich dann noch die Turtle Tour gemacht, die wie ein „Muss“ erschien wenn man schon einmal dort ist. Nachträglich kann ich sagen: Hätte ich gewusst wie diese Tour ablaufen wird, hätte ich sie niemals gebucht. Nicht weil die Erfahrung als solche schlecht war, sondern weil die Tour ethisch überhaupt nicht vertretbar ist! Und wenn man online Bewertungen dazu anschaut sieht man, dass leider viele nicht meine Meinung teilen. Das wundert mich nicht, wenn ich darüber nachdenke, was für eine Art von Touristen dort waren. Ich bin echt froh, dass in meiner Lodge in Corcovado die Art der Touristen ganz anders war.

Die Tour verlief so: Der Nationalpark „verlost“ Zeit und Ort wo man mit der Gruppe hingehen muss, um Schildkröten beim Nisten zu sehen. Eine Gruppe besteht aus 10 Personen und einem Guide. Man trifft sich dann zusammen irgendwo und wartet auf ein Walkie Talkie Nachricht von einem der Park Ranger. Das sind die sogenannten Spotter, die dem Guide dann Bescheid geben. Dann gehen insgesamt 3(!) Gruppen und nicht nur eine zu dieser Schildkröte hin. Zwar darf man kein Licht benutzen, keine Fotos machen und nur dunkle Kleidung tragen, was ja wenigstens schon mal gut ist. Jedoch waren es dann insgesamt 30 Leute, die sich abwechselnd mit der Gruppe hockend direkt neben der Schildkröte platziert haben. Dabei haben Leute geredet - und das auch echt nicht leise. Man würde denken, dass die guides dann was sagen würden, aber selbst die haben geredet und teilweise sogar gelacht. Das heißt, die Schildkröte ist in ihrem verwundbarsten Moment überhaupt am Strand und 30 mögliche „Predators“ stehen um sie herum. Der Clou ist: Sobald die Schildkröte anfängt Eier zu legen, hört sie nicht mehr auf und zieht den Prozess durch. Ich kann mir nur vorstellen, wie gestresst sie sein muss…. Während der Tour war meine Stimmung echt gedämpft, und ich wollte einfach da weg und nicht Teil des Ganzen sein. Wie gestört sich die Schildkröten wahrscheinlich fühlen müssen, haben wir dann noch in erster Hand gesehen. Eine andere kroch den Strand hoch, 20 Meter neben uns auf unserer Höhe, bemerkte uns, und ging dann direkt wieder ins Wasser ohne Eier abzulegen. Wie oft das wohl jeden Tag vorkommen muss… Also ja, es ist wirklich unglaublich und sollte ganz klar verboten werden oder viel härter reguliert werden!

Achja, und davon mal abgesehen war mein Guide ganz und gar nicht gut. Sie hat uns Sachen erklärt während wir die Schildkröte angeguckt haben, anstatt mit uns davor oder danach zu reden, damit die Schildkröte somit mehr Ruhe hat. Zudem ließ die Qualität zu wünschen übrig und man hat gemerkt, dass man einfach Teil einer schnellen Abfertigung war. Wirklich schade alles…

Kurz vor der Abreise am darauffolgenden Tag habe ich noch mit einer Tica geredet, die schon ihr ganzes Leben lang in Tortuguero wohnt. Ihre Großeltern waren die zweite Familie, die jemals dort gewohnt hat. Neben den vielen interessanten Geschichten die sie mir erzählt hat, erwähnte sie auch, dass es zu viele schlechte Guides dort gibt und dass die Tour nicht ethisch genug ist und die Natur nicht genug respektiert wird. Sie meinte, dass gerade schon Planungen gemacht werden, um dies zu verbessern. Jedoch weiß ich mittlerweile ein bisschen, wie hier solche Sachen in dem Land wirklich umgesetzt werden… Denn sobald es heißt, dass weniger Geld gemacht wird, ist es eher unwahrscheinlich! Es ist so schade, denn ich habe selber in den letzten Monaten gesehen, dass Costa Rica momentan nämlich allmählich den Ruf als DIE Eco-Tourism-Destination weltweit verliert! Man muss trotzdem zuversichtlich bleiben und hoffen, dass Costa Rica wieder vermehrt auf Eco tourism setzt…

Auf einen Blick

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Wetter
Regenzeit
Begleitung
Mit Familie
AbenteuerlichAbseits der Pfade
  • Tortuguero nur per Boot erreichbar
  • Nationalpark zu Fuß erkundet
  • Turtle Tour
  • Regen, Donner und Blitz
  • Karibikküste und Mangroven
NaturTierweltTransitAbenteuer
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