Indonesia 2018,Thailand 2022,Bali 2022, Bali 2023
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Entlang an Balis Nordküste

Veröffentlicht: 07.07.2018

Nach unserem ersten Frühstück würden wir von M. (irgendwie balinesischer Name ) - genannt Klausi- zur ersten Tour im Norden Balis abgeholt. Uns begleitete Lisa aus Köln, Krankenschwester Lisa. Sie ist nicht nur sehr nett und lustig, nein, sie ist auch hervorragend mit Reisetabletten ausgestattet, was uns bei unserer Fischerfahrt am Montag das Leben retten wird ^^ Caro und ich freuen uns jedenfalls, dass sie uns bis zum Ende unseres Balis- Aufenthaltes begleiten wird.

Die Tour führte uns zunächst zum Ponjok Batu direkt am Meer. Hier erzählte uns unser kompetenter Führer viel über sich (diesmal keine Affairengeschichten) und die hinduistische Kultur, die sich in diesem Tempel anschaulich wiederspiegelte.

Auf drei Ebenen (wir werden sehen, die Zahl 3 hat auf Bali eine große Bedeutung) - Diesseits, Jenseits und göttliche Ebene- erhält man einen Einblick in die Umsetzung und Auslebung von Religion.

Bevor wir den Tempel betreten durften, mussten unsere Gedanken gereinigt werden. Dafür wurde uns weißer Reis an die Stirn geklebt. Caro bekam für Ihre unreinen Gedanken auf Ebene drei eine zweite Ladung verpasst. Die Götter sehen eben doch alles. Nach einer körperlichen Reinigung mittels Tirda (heiligem Wasser), betraten wir den Gebetsbereich. Wir erfuhren, dass das OHM des Yoga von den drei Gottheiten Brahma (A-Feuer), Vishnu (U- Wasser) und Shiwa (M-Luft) abgeleitet wird. Wir erfuhren von den vier Kasten des kaiserlichen Systems, in dem die unterste Schicht den drei übergwordneten Schichten von Kaiser, Regierung, Militär und Mitgliedern der Wirtschaft Ehre erweist. In der heutigen Zeit existieren keine sozialen Schichten mehr, offiziell zumindest. Auch die unterste Klasse hat nun das Recht, hohe Mitglieder der Regierung zu stellen und sie dürfen nun, wie alle anderen auch, ihre Tote verbrennen lassen. Finanziell betrachtet ist dies jedoch nur für die wenigsten möglich. Die Verbrennung eines Toten kostet etwa 3500€, die eines hohen Würdenträgers auch mal 200000€! Aufgebote und Verpflegung für Gäste muss bezahlt werden; so kommt auch mal das ganze Dorf zum Abschiednehmen vorbei. Daher begraben finanziell schwächer gestellte Menschen ihre Angehörigen noch heute. Ihrerstatt werden zeremonielle Symbole aus Sandelholz gefertigt und verbrannt, was wesentlich günstiger ist. Dem Glauben nach, muss dafür der Körper jedoch zu einem günstigen Zeitpunkt bestattet werden. Nur so kann die Seele auf die Sandelholzfigur übergehen. Den passenden Zeitpunkt entnimmt man einem Kalender, schlimmstenfalls liegt Oma also noch einen Monat in der Kühlkammer.

Mann, Frau und Kind stellen als Konstellation die nächste Drei dar. Alle Teile sind gleichermaßen berechtigt und verpflichtet, Frauen werden nicht verheiratet und haben in der Ehe die gleichen Rechte wie der Mann. Eine patriarchale Ordnung existiert nur beim Erbrecht. Lassen sich Mann und Frau scheiden, gehen die Kinder an den Vater, da Ehefrau und Kinder in den Familienstammbaum und Haustempel der väterlichen Seite aufgenommen werden. Lässt sich die Frau rechtlich scheiden und gegen eine symbolische Gabe aus dem Haustempel ihres Mannes entfernen, kann sie erneut heiraten. Gesellschaftliche Ausgrenzung existiert nicht. „Nur“ wenn eine Frau unverheiratet schwanger wird, werden sie und das Kind geächtet, da beide in keinem Haustempel eingetragen sind und so keine väterliche Linie angegeben werden kann. Bestenfalls erkennt der Vater die Vaterschaft also an, dann ist man auch unverheiratet aus dem Schneider.

Abtreibungen sind grundsätzlich illegal. Sollte jedoch eine Familie durch ein weiteres Kinder über ihr wirtschaftliches Vermögen, die anderen Kinder gut zu versorgen, hinaus gehen, darf das Kind abgetrieben werden.

Nach soviel Kultur wieder ein bisschen Natur. Wir verlassen die Küste und peilen den 40 Meter hohen Gitgit Wasserfall an. Leider entdeckten wir den Zugang zum natürlichen Schwimmbecken zu spät.

Auf dem Weg zum Ulun Danu Tempel kamen wir an einen Affenwald an Rande des Buyan Sees vorbei. Anders als in Ubud ist dies ein natürliches Waldgelände, mit viel mehr Affen, die sich gern überwiegend in Straßennähe aufhalten. Touristen halten und reichen Obst, einheimische werfen es beim Vorbeifahren aus dem Auto. Lieferservice also. Statt also Fressen zu sammeln, lassen sich die gechillten Affen fotografieren, streiten sich, vertragen sich, pflanzen sich fort ^^

Bevor das Gelände des Ulun Danu angesteuert wird, essen wir an einem Restaurant. Fantastischerweise bezahlt man einen festen Preis und darf sich an einem Buffet bedienen; unsere Chance wenig aber alles zu testen. Testverlierer: schwarze Bohnenpudding. Das ist sicherlich nicht jedermanns Geschmack.

Der Tempel am Bratansee selbst ist touristisch überlaufen, landschaftlich könnte es auch der Gardersee sein. Obwohl der aus dem 17 Jh. stammende, in 1200m Höhe gelegende Tempel zu Ehren Vishnus (Wassertempel) eigentlich Höhepunkt der Tour sein sollte, sprach uns der Besuch wenig an.

Wie beschlossen gemeinsam das Besteigen des Batur; Abholung: 2.30 Uhr; Start: 3.30 Uhr. Frühes Aufstehen ist angesagt, daher nach unserer Heimkehr um kurz nach Fünf noch schnell ein Abendessen und ab ins Bett. 

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Antworten (1)

Marika
Ich bin immer wieder begeistert über die bildhafte Beschreibung. Man hat das Gefühl auch dabei zu sein. Freue mich auf den nächsten Eintrag. Eine angenehme Überfahrt nach Lombok mit den "Pillen von Lisa".