Von Banken und anderen Dieben
Tag #60 Montag, der 29.06. Pausentag in Tirana Land: Albanien Aufgabe eins - Bank. Das wird auch noch vor dem Frühstück erledigt. Wer weiß, welche Optione


Veröffentlicht: 03.07.2026























Tag #61
Dienstag, der 30.06.
Von Tirana bis Fishtë
Land: Albanien
Mein Plan früh zu starten hat halb funktioniert und so starte ich bei noch angenehmen Temperaturen.
Erstmal raus aus der Stadt, was zumeist über ruhige Nebenstraßen läuft.
Auf der Strecke liegt kurz hinter Tirana die Ruine der Gipfelburg von Preza.
Was das bedeutet ist klar, tropfend komme ich oben an.
Also erstmal eine kurze Rast einlegen, die Aussicht in die Ebene genießen und ausdünsten.
Viele Teile der Anlage sind restauriert worden, wie der Glockenturm und die zugehörige Moschee, sodass ich einen kleinen Rundgang mache.
Danach geht es über eine Schotterstraße steil nach unten, weswegen ich viel bremsen muss.
Zwischendurch teste ich, wie heiß die Bremsscheibe ist und verbrenne mir glatt die Finger.
Ab dann wird runter geschoben, meine Sorge ist, dass die Bremsbeläge ansonsten verglasen.
Unten weist ein Schild den Weg nach Tirana und der Blick auf die Karte verrät, dass es ein unnötiger Aufstieg war, ich hätte auch in der Ebene bleiben können.
Egal, Kultur wird mitgenommen und ich biege nach links ab.
Durch das Tal geht es über ruhige Straßen immer leicht auf und ab und ich komme gut voran.
Bei einer Biopause stelle ich fest, dass ich direkt vor ein paar Feigenbäumen gehalten habe und kann mir eine handvoll reifer Früchte pflücken.
Spannend wird es, als ich über eine mehr als baufällige Brücke muss.
Etwas beruhigend ist es, dass grad ein korpulenter Einheimischer entspannt über die in die Jahre gekommene Konstruktion, die arg schwankt, hinüber läuft.
Aus Sicherheitsgründen warte ich, bis er auf meiner Seite angekommen ist, bevor ich mein Rad über die wenig vertrauen erweckenden Planken schiebe.
Lebend komme ich auf der anderen Seite an.
Nach einem Gespräch mit einem französischen Bikepacker mache ich Pause und lade beim Essen den nächsten Streckenabschnitt in das Navi.
Für später ist noch Regen angekündigt, erstmal ist es nur heiß und schwül.
In der Ferne steigt immer wieder Rauch von den Feldern auf, doch da alle entspannt bleiben, scheint es seine Richtigkeit zu haben.
Spannend, bei den Temperaturen und der Trockenheit Felder oder Teile davon abzubrennen.
Unangenehm sind die extremen Drempels, die allerorten vertreten sind.
Teilweise liegt auch nur ein Tau quer über der Straße.
Sorgt auf jeden Fall dafür, dass die Autos in die Eisen gehen, um dann wieder Vollgas zu geben.
Alles eine große Rennstrecke.
Und der Gestank ist heute extrem.
Hoffentlich ist es nur der Müll, der überall herum liegt und keine verwesenden Tiere.
Davon hat Kai berichtet, als er durch Montenegro gefahren ist.
Richtung Norden fahre ich einer Gewitterfront entgegen, sodass manche Berge im Dunst verschwinden.
Beim einsetzenden Starkregen hab ich zum Glück eine halbwegs geeignete Stelle fernab von Häusern an einer Wiese und bin bereit die Tour für heute zu beenden.
Das Tarp ist schnell aufgebaut.
Und der Regen, wie oft in den Bergen, dann doch schneller vorbei als erwartet, sodass ich entscheide noch weiterzufahren.
Es ist noch recht früh und Wasser nachfüllen ist nach dem heißen Tag ebenfalls eine sinnvolle Idee.
In einer Gegend, wo auf kreuzende Schildkröten hingewiesen wird, liegt dann auch eine hilflos auf dem Rücken am Straßenrand.
Die wird erstmal umgedreht und ich frage mich, ob die das eigentlich auch alleine können.
Als Influencer würde jetzt wahrscheinlich sowas kommen, wie "schreibt es in die Kommentare".
Ich hab recherchiert und es ist für Schildkröten so gut wie unmöglich und eine lebensbedrohliche Position.
In der neu entdeckten App habe ich die Hinweise zu einem potentiellen Lagerplatz gesehen und steuere ihn an. Schlussendlich lande ich an einem sehr schönen Ort, oberhalb eines Olivenhains mit Blick auf einen See.
Eventuell handelt es sich um Privatgrund und ich hab die Wegbeschreibung falsch verstanden, doch das realisiere ich erst zu spät.
Das Zelt steht bereits.
Aufgrund verschiedener Umstände, hier ist unter anderem ein ausrangierter Kühlschrank und sowieso überwiegend Schotter, entscheide ich zu bleiben.
Beim Resteessen, das aus Nudeln mit Gewürzen besteht, beobachte ich das Blitzgewitter, das hinter der Bergkette aufleuchtet.
Später schaffe ich es sogar einen zu fotografieren, bevor es Zeit ist ins Zelt zu krabbeln.
Song des Tages:
Element of Crime - Death Kills
