Entschleunigung
Tag #52 Sonntag, der 21.06. Von Nähe von Glykoneri bis Krinides Land: Griechenland Das waren wirre Träume von aggressiven Minotauren. Sehr skurril und leb


Veröffentlicht: 25.06.2026



















Tag #53
Montag, der 22.06.
Von Krinides bis Evangelistria
Land: Griechenland
Die Nacht war gut, auch wenn die Kreuzung überraschend belebt war.
Doch ich hab mich sicher gefühlt, obwohl ich davon ausgehe, dass ich gesehen wurde.
Ist eigentlich nur eine Frage der Wahrscheinlichkeit.
Der Tag beginnt für mich kurz nach Sonnenaufgang und als erstes bau ich mein Zelt und alles ab.
Dann widme ich mich in Ruhe meinem Frühstück, der Tisch ist gedeckt.
Inklusive Kerze, die ich neben all dem eingesammelten Müll gefunden habe.
Der Versuch trotz des Locard'schen Prinzips so wenig Spuren wie möglich zu hinterlassen.
Oder den Platz zumindest sauberer, als vorgefunden.
Zudem freue ich mich sehr über die Haferflocken, die Nathan mir gestern noch geschenkt hat.
Endlich wieder.
Es sind eben oftmals dir kleinen Gesten, die den Unterschied machen und einem bereits zu Beginn des Tages ein Lächeln ins Gesicht zaubern.
Dabei versuche ich die Reiseberichte aufzuarbeiten, doch hänge ich weiter hinterher.
Aufgrund der gestrigen Routenänderung erspare ich mir Drama und es geht auf direktem Wege Richtung Thessaloniki.
Auf einem Feldweg, ich hätte es wissen müssen und auf der Straße bleiben sollen, da wäre ich eine längere Strecke gefahren und trotzdem schneller gewesen, ist eine kleine OP an der vorderen Seitentasche notwendig. Die Halterung braucht einen neuen Kabelbinder.
Eine Schraube habe ich vor einiger Zeit zu fest gedreht. Und nach fest kommt bekanntlich ab.
Teils über Landstraßen, teils über Schnellstraßen geht es auf und ab.
Wasserstellen sind willkommene Gelegenheiten eine Pause einzulegen und die Flaschen nachzufüllen.
Eine ausgiebige Pause gibt's dann nach einer längeren Steigung unter Olivenbäumen.
Muss das Gewicht vom Essen zwar auch mit den Berg hoch, doch der Kopf fährt mit und will die Belohnung erst nach der Anstrengung.
Die Landschaft ist recht unspektakulär und führt durch die Ebene, vorbei an zahlreichen Sonnenblumenfeldern.
Diese schaffen farbliche Akzente, zusammen mit rosa blühenden Sträuchern am Wegesrand.
So geht es bis Serres weiter.
Dort setz ich mich erst noch in ein Café, der Körper braucht dringend Koffein.
Oder eine Pause, ob der Hitze.
In der Stadt nutze ich zudem noch die Gelegenheit für einen Großeinkauf.
Haferflocken und andere Grundnahrungsmittel auffüllen.
Und ab dann wird es richtig schön.
Über eine ruhige Landstraße geht es weiter Richtung Berge, die sich immer deutlicher vor dem blauen Himmel abzeichnen.
Einer der Wasserwerfer auf den Feldern reicht bis auf die Straße und sorgt kurzzeitig für eine willkommene Erfrischung.
Es herrscht wenig Verkehr und die Fahrt lässt sich genießen.
Bis zu einer kilometerlangen starken Steigung zum Abschluss des Tages.
Wie üblich, war ich ja grade erst einkaufen.
Den Blick nach oben gerichtet erblicke ich irgendwann eine Kirche und frage mich, ob dort mein Glück liegt.
Doch als ich ankomme stelle ich fest, dass sie sich in einem Dorf befindet.
Und da ich niemanden fragen kann, ob ich dort übernachten kann, fahre ich weiter.
Kurz danach komme ich zu einer Art Kapellchen.
Die Aussicht ist großartig und nachdem ich herumliegenden Müll aufgesammelt habe gibt's Abendessen mit Blick auf die umliegenden Berge.
Dann baue ich mein Lager neben der Straße auf, darauf vertrauend, dass wild campen zwar illegal ist, es jedoch toleriert wird, solange rücksichtsvoll praktiziert.
Leiser als ein vorbei knatterndes Motorrad bin ich allemal.
Und abgesehen von einem Schwarm Mücken nimmt auch niemand Anteil an meiner Anwesenheit und so kann ich entspannt schlafen gehen.
Song des Tages:
Trepalium - Moonshine Limbo
