Plantagen
Wer kennt sie nicht, die Filmklassiker Fackeln im Sturm, Interview mit einem Vampir, Wiegenlied für eine Leiche. All diese Filme haben eines gemeinsam. Viele Szenen wurden auf...

Veröffentlicht: 05.11.2023















Heute ist es soweit, wir starten nach Costa Rica. Die Nacht war kurz, wie jede Nacht während unseres Urlaubs. Die Tränensäcke unter meinen Augen nehmen nun schon fast das ganze Gesicht ein. Sieht nicht schön aus.
Ja Urlaub kann auch stressig sein, wenn man sehr ambitionierte Ziele hat. Der Flug von New Orleans ist recht kurz und wir landen wohlbehalten auf dem Juan Santamaria Airport in San Jose. Einreiseformalitäten sind schnell erledigt und unser Fahrer wartet bereits auf uns. Wir beziehen unser Quartier im Studio Boutique Hotel und fallen nach dem Abendessen völlig erledigt ins Bett.
Auch heute heisst es dann früh aufstehen. Wir wollen den Vulkan Irazu besichtigen. Der Irazu ist mit einer Höhe von 3423 Metern der höchste Vulkan Costa Ricas. Der letzte Ausbruch fand im Jahr 1994 statt. Der Kratersee ist berühmt für seine intensive grüne Farbe.
Man kann den Kratersee umrunden und genau das haben wir vor. Wir starten bei strahlendem Sonnenschein in San Jose. Je weiter wir die Stadt hinter uns lassen, desto mehr Wolken ziehen auf. Besorgt registrieren wir, dass der Regen stetig intensiver wird. Na gut, das muss ja nichts heissen. Wir wollen ja hoch hinaus und dort oben scheint die Sonne mit Sicherheit.
Just in dem Moment, als wir den Gipfel des Vulkans erreichen, öffnet Petrus die Schleusen des Himmels. Es giesst in Strömen. Wir wollen es trotzdem wissen und ziehen fix unsere Regencaps an. Eine unserer Mitstreiterin nutzt die Chance sämtliche mitgebrachte Regenjacken anzuprobieren um zu sehen, welche wohl die passendste wäre. Wir stehen im Regen, augenrollend und triefend vor Nässe.
Yeah ,endlich hat sie es geschafft. Wir trotzen Dir Petrus, wir gehen zum Krater und wenn Du den Vulkan im Meer versinken lassen würdest, wir würden einen Weg finden, ihn zu sehen.,
Petrus nimmt die Herausforderung an und für einen kurzen Moment habe ich den Eindruck, dass er den Vulkan wirklich versinken lassen will. Wir kämpfen uns durch den Regen, mutig, entschlossen und pitschnass. Wir sehen absolut gar nichts. Wir stecken in einer riesigen fetten Regenwolke fest. Es hat keinen Zweck, wir müssen umkehren.
Dieses Mal magst Du der Gewinner sein Petrus, aber wir kommen wieder. Verlass Dich drauf.
Gut durchnässt geht es weiter nach Cartago. Cartago wurde im Jahr 1563 vom spanischen Konquistador Juan Vasquez de Coronado gegründet und war die erste Hauptstadt Costa Ricas. Viele Erdbeben und Ausbrüche zerstörten die Stadt mehrfach und so wurde der Sitz der Regierung im Jahr 1823 nach San Jose verlegt.
In Cartago befindet sich die grösste Kirche des Landes. Zehntausende Ticos ( so nennt man die Einwohner Costa Ricas) pilgern jedes Jahr zur Kirche Nuestra Senora de los Angeles. Hier wird eine schwarze Madonna verehrt, die an diesem Ort gefunden wurde und der heilende Kräfte nachgesagt werden. Vor der Kirche weht die grösste Flagge des Landes. Cartago, eine Stadt der Superlative.
Weiterhin kann man in der Stadt die Ruinen einer unvollendeten Kirche sehen, die mehrfach durch Erdbeben zerstört wurde und irgendwann nicht mehr aufgebaut wurde, weil die Bewohner schlichtweg die Nase voll hatten.
Auf dem Weg ins Orosi Tal offenbart sich erstmals die landschaftliche Schönheit Costa Ricas. Riesige bewaldete Berge und von Flüssen durchzogene Täler gleiten an uns vorbei.
Wir erreichen die älteste Kirche des Landes. Die Iglesia de San Blas ist 500 Jahre alt. Die traumhafte Landschaft bildet eine perfekte Kulisse. Im angrenzenden Museum, sind originale Ausstellungsstücke zu sehen, die auf die Gründerzeit der Kirche zurück zu führen sind. Die Kirche hat einen wunderschönen Garten, der der eher schlichten Einrichtung der Kirche ganz klar den Rang abläuft. Nahe der Kirche werden gerade durch die Frauen des Ortes Tamales hergestellt. Dieses typisch costaricanische Gericht besteht aus einer Art Maisbrei, der mit Fleisch belegt und in Bananenblätter gewickelt wird. Das ganze wird in Wasser für ca. 2 Stunden gekocht und schmeckt köstlich. Die Tamales, die hier zubereitet werden, werden verkauft und der Erlös dient einem guten Zweck. Die Schule braucht ein neues Dach. Gerne beteiligen wir uns mit unserem grosszügigen Trinkgeld an den Kosten.
Nach so viel Sightseeing macht sich gähnende Leere in unseren Mägen bemerkbar. Der Guide scheint das hartnäckige Knurren in unserem Bauch wahrgenommen zu haben und wir geniessen ein köstliches Mittagessen in einem kleinen Restaurant mit traumhafter Aussicht.
Ein schöner, wenn auch etwas nasser Tag geht zu Ende.
Morgen dann fliegen wir ins Paradies. Das Tulemar Manuel Antonio erwartet uns.