Navina im Dschungel
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Tag 84: Yippieh Ye!

Veröffentlicht: 25.12.2018

Auf unserem Weg in den Süden stoppten wir in der Kleinstadt Ye, die am Ye-River liegt. Es gibt dort noch nicht viele Unterkünfte, die eine staatliche Lizenz haben, Touristen unterbringen zu dürfen, denn Touristen dürfen diesen Teil Myanmars erst seit wenigen Jahren ohne Sondergenehmigung bereisen.

In Ye gibt es, wie in jeder Stadt, einen Nachtmarkt, auf dem man Snacks wie gedämpfte Erdnüsse, Mais und Grillspieße aus Okraschoten kaufen kann. Auch Plastikspielzeug für Kinder gibt es auf dem Nachtmarkt in Massen, besonders Maschinengewehre sind sehr beliebt. Auf den Straßen liegen überall orangefarbene Früchte zum Trocknen. Unser Guesthousebesitzer David erklärte uns später, dass dies die Schalen der Betelnüsse seien, die in Myanmar fast alle Menschen ständig kauen. Die Betelnuss wird hier so selbstverständlich wie Wasser an jeder Straßenecke verkauft, denn sie ist eine Art Volksdroge und beliebter als Alkohol. Wegen ihrer aufputschenden Wirkung würden ich sie gern selbst mal kauen, aber die Vorstellung an dunkelrote und verfaulte Zähne, die man davon bekommt, hat mich bisher abgehalten. Die Burmesen scheinen ihre roten Zahnstummel aber überhaupt nicht als unattraktiv wahrzunehmen.

Das Schönste an Ye ist aber die Umgebung. Eine zwanzigminütige Rollerfahrt entfernt liegen die beeindruckenden buddhistischen Heiligtümer der Ko Yin Lay Pagode: Vier in alle Himmelsrichtungen blickende Buddhas und, wieder mal, ein riesiger liegender Buddha. Winzig wirken die Menschen neben diesen Bauwerken. Auf einer roten, staubigen Fläche nebenan stehen schon die Betonpfeiler für die nächsten Bauwerke.

Ko Yin Lay Pagode
In vier Richtungen blickende Buddhas

Nachdem wir uns ein Tuch um die Hüften geschwungen hatten, durften wir auch den Turm in der Mitte der vier Buddhas besteigen, von wo aus man einen tollen 360-Grad-Blick über die gesamte Umgebung hat. 
Blick vom Turm aus
Verhüllt auf dem Turm

Das Interessanteste an Religionen ist eigentlich, dass die Menschen die Figuren und Tempel, die sie anbeten, selbst erbaut haben. Denn eigentlich beten sich die Menschen dadurch selbst an, nur nehmen sie einen kleinen Umweg über ihre Bauwerke.

Mit dem Roller fuhren wir durch eine idyllische Landschaft weiter in das kleine Dorf Kyaung Ywar


Umgebung von Ye

In dem Dorf angekommen suchten wir uns eine Stelle am Fluss zum Baden und schauten einem Mann zu, wie er sein Holzboot reparierte. In der Dorfmitte gab es einen trubeligen Platz am Fluss, an dem Kinder von Bäumen ins Wasser sprangen und Frauen zu Technomusik, die aus riesigen Boxen kam, die nasse Wäsche auf Steine schleuderten und sich und ihre Kinder wuschen. Eine Brücke führte an dieser Stelle über den Ye-Fluss auf eine winzige Insel, auf der Dorfbewohner in Plastiksesseln saßen, aßen, Myanmar-Bier tranken und dem Treiben zusahen. Wir machten es ihnen einfach nach.

Ein Fluss als Treffpunkt

Unsere Heimfahrt führte uns vorbei an Palmen mit orangefarbenen Früchten. Wir wussten ja nun, was das für Früchte waren.

Noch schnell über die Straße!

Am nächsten Tag hatten wir während unserer vierstündigen Fahrt in einem Minivan nach Dawei Gelegenheit, uns in Ruhe und innerer Gelassenheit zu üben. Unser Air-Condition-Van hatte, trotz 33 Grad im Schatten, keine Klimaanlage und war statt mit 15 Personen, so viele Sitze hatte er nämlich, mit 20 Menschen plus Kleinkindern belegt. Damit alle 20 nebeneinander gequescht werden konnten, wurden winzige Schemel auf leere Stellen am Boden geschoben und die Oberkörper einer Sitzreihe mussten sich ähnlich wie Dominosteine in der Kurve hintereinander anordnen. Mit etwas strapazierten Nerven kamen wir in Dawei an und feierten dann Weihnachten mit französischem Rotwein an einem menschenleeren Pool.

Stille Nacht auch am Pool
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