Alpencross mit dem MTB (im Kofferraum)
Ulf ist um 6:30 Uhr von Pirna gestartet. Weil es auch in Chemnitz regnet, beladen wir das Auto in der Tiefgarage. Das Navi ist optimistisch und zeigt uns als Zielzeit 15:15 Uhr...

Veröffentlicht: 29.08.2021










Obwohl wir gestern erst gegen Mitternacht das Licht ausgemacht hatten klingelt um 06:30 Uhr der Wecker.
Das Frühstück vorbereiten dauert ungewöhnlich lange, da noch nicht alle Sachen an ihrem Ort waren. Auch sind wir beim Vorbereiten unseres Rucksackes mit Wasser, Isotonic und Verpflegung nicht die schnellsten. So kommen wir erst ungefähr 09:15 Uhr mit dem Auto los. Auch haben wir nicht bedacht, dass heute Sonntag ist und neben den "normalen" Urlaubern auch noch die Tagestouristen die Straßen verstopfen. So kommen wir erst Viertel nach Elf von unserem Parkplatz auf unsere Route.
Wir strömen mit Massen an Städtebummlern durch die enge Altsatdt von Riva. Ein Highlight für uns war das Wiedersehen mit dem Cafe, in welchem wir 2018 bei strömenden Regen das Ende unseres Alpencrosses am Gardasee "feierten".
Wir wollen ein Stück die alte Ponalstraße ins Ledrotal fahren. Die Ponalstraße verbindet das Ledrotal mit Riva. Ihre Errichtung, durch die das Tal aus jahrhunderte alter Isolation befreit wurde - es fehlten damals viele befahrbare Straßen - geht zurück auf Giacomo Cis. Der Bau dauerte vom 1.Februar 1801 bis zum Ende des Jahres 1851.
Jetzt geht es auf steiniger, holpriger Piste stetig bergauf über die alte Ponalstraße zum Ledrosee. Das Teilen des Weges mit Wanderen bereitet keine Probleme. Neu ist jedoch die Erfahrung, dass es Dank E-Antrieb auch deutlich schnellere, aber auch unsichere Bikefahrer gibt.
Imposant sind die vielen Tunneldurchfahrten. Immer wieder führt der Schotterweg mal durch kurze, eher wie kleine Brückendurchfahrten anmutende Tunnel. Aber gefühlt die Hälfte aller Tunner sind so lang, dass Ulf mit seiner Sonnenbrille quasi im Blindflug fuhr.
Der Untergrund ist verblockt. Immer wieder müssen wir den durch Regenwasser ausgewaschenen Spurinnen ausweichen. Und dann kommen immer wieder - mal mehr, mal weniger schnell - uns andere Biker von oben wieder entgegen.
Mühsam kämpfen wir uns Höhenmeter um Höhenmeter nach oben. Der Weg führt an einer Picknikstation vorbei. Hier trennt sich jetzt die Spreu von Weizen. Die Wander kehren hier ein und anschließend um, viele Biker kehren ebenfalls ein und werden vermutlich nicht weiter fahren.
Der Untergrund wechselt - ab jetzt haben wir fast immer Beton unter unseren Stollen. Aber es geht Serpentine für Serpentine Schweiss treibend weiter bergauf.
Endlich erreichen wir den Ledrosee. Gleich am Anfang des Tales begrüßen uns die Pfahlbauten des dortigen Museums. Wir fahren noch ein Stück den Uferweg entlang. In einem Cafe machen wir Halt und erholen uns bei Cafe und Cola.
Ausgeruht machen wir uns auf den Rückweg. Wissen wir doch, dass uns auf dem Rückweg eine sehr interessante Abfahrt bevor steht. Da wir die Wegbeschaffenheit, das Gefälle und die Spitzkehren kennen, nehmen wir die Abfahrt nicht auf die leichte Schulter. Erschwerend zum Untergrund kommt noch der diverse Gegenverkehr hinzu.
Mit weichen Knien und brennenden Oberschenkeln erreichen wir wieder unseren Startpunkt in Riva. Wir radeln fix zum Auto, wechseln den Rucksackinhalt und fahren zurück zum Gardasee. Hier lassen wir unsere Seele noch ein Stündchen baumeln, bevor wir im nächsten Supermarkt unsere Vorräte auffüllen.
Leider müssen wir auf der Rückfahrt uns wieder in der ellenlangen Schlange der vielen Autos anstellen und sind erst halb Neun wieder in unserer Unterkunft.
Es gibt heute eine schnelle Bolognese mit Nudeln.
Wir schmeißen unsere Tourplanung über den Haufen und suchen uns eine neue Tour für morgen. Das Schreiben unseres Blogeintrages ist die letzte Tätigkeit des heutigen Tages. Oder doch nicht:
Zähne putzen, Pullern, ab ins Bett…..
