Von Neuf-Brisach nach Colmar
Genussradfahren in der Elsässischen Ebene

Veröffentlicht: 18.06.2026



















Eine romanische Kirche aus dem 11. Jahrhundert, die wie neu aussieht, das grösste Parkhaus einer Kleinstadt, das wir je gesehen haben, und ein Münsterplatz, auf dem gar kein Münster steht – der heutige Ausflug hat es in sich.
Doch alles der Reihe nach. Eigentlich wollten wir im Hardtwald (Forêt domeniale de la Hardt) wandern. Der Wald ist für unsere Verhältnisse riesig, zum Radfahren top, zum Wandern aber nicht unbedingt geeignet. Alles flach, alles schnurgerade. Deshalb fahren wir für einmal mit dem Auto durch. Mit einem ungewollten Abstecher – dank Navi – durch den Staatswald von Ottmarsheim...
Unser Ziel ist die romanische Kirche der 1049 von Graf Rudolf von Altenburg gegründeten Benediktinerabtei Ottmarsheim. Wer dort jedoch ein frühmittelalterliches Bauwerk erwartet, steht mit einigen Fragezeichen vor und in der Kirche: Grund dafür ist, dass ein grosser Teil der Anlage 1991 durch ein Feuer arg beschädigt und erst 1999 aufwändig wieder aufgebaut wurde. Sieht nicht mehr wirklich alt, aber dennoch toll aus. Speziell ist der oktogonale Grundriss der Abteikirche. Erhalten geblieben sind auch einige der sehr schönen alten Fresken.
Da ganz in der Nähe, fahren wir dann über den Rhein nach Neuenburg. Ein reizvolles kleines Städtchen, auf einer Plattform gelegen, von der aus man hinüber zu den Rheinauen blicken kann. Als erstes beeindruckt das grosszügige, moderne und praktisch leere Parkhaus, wo wir unser Auto abstellen. Obendrauf hats einen ebenso modernen Aussichtsturm mit toller Aussicht bis hin zum Schwarzwald im Osten und den Vogesen im Westen. Wir nehmen an, dass dieser für die Landesgartenschau, die 2022 in Neuenburg stattfand, gebaut wurde und heute etwas gar überdimensioniert in der Landschaft steht.
In der Ortsmitte, auf dem lauschigen Münsterplatz genehmigen wir uns ein feines Glacé. Der Platz erinnert an das einstige Liebfrauen‑Münster, das 1525 durch ein Hochwasser des Rheins komplett zerstört wurde. Danach wurde die Fläche zu einer weitläufigen Platzanlage umgestaltet. Ein Neubau erfolgte aber nie, doch der Platz behielt seinen Namen. Wir unternehmen noch einen Spaziergang zu Fuss hinunter zum Rheinufer, wo verschiedene Einrichtungen der Landesgartenschau heute als Parkanlage den Neuenburgern zur Verfügung stehen. Neuenburg am Rhein ist übrigens eine Zähringerstadt, wie Bern, Burgdorf oder Murten.
