Von Bangkok nach Ayutthaya
Gestern (21. Januar) sollte mich um 12.00 Uhr mittags mein Grab-Taxi vom Hotel in Bangkok zu meiner 3-Nächte Unterkunft in Ayutthaya abholen. Insoweit ließ ich es früh ruhig...


Veröffentlicht: 24.01.2025

















































Da ich scheinbar das Jetlag immer noch nicht so recht überwunden habe und mich die letzten Tage gegen 19.00 Uhr Ortszeit stets eigenartige Müdigkeit überfällt und ich ab neun abends bis drei in der Nacht aber putzmunter bin (ziemlich merkwürdig, da wir hier sechs Stunden voraus sind), schlief ich erstmal bis kurz vor zehn aus und schlenderte dann zum Frühstück. Gerhard, mein örtlicher Herbergsvater in Ayutthaya, begrüßte mich schon freundlich. Nach Plausch u.a. über seine Brieftaubenleiderschaft, wo er es schon zu nationalen Ehren in Thailand gebracht habe, und Einigem an bierseeligen Gossip, gab er mir wieder einige Tipps für die heutige Tour. Drei Anlaufpunkte empfahl er mir und in seine ortskundige Weisheit setzte ich natürlich Vertrauen. Ich eierte also mit dem Radel Richtung Osten, d.h. außerhalb des gestrigen Rings des Geschichtsparks, der durch den Fluss/Kanal umgrenzt wird. Die Strecke war etwas länger und das Radeln mit meinem doch in die Jahre gekommenen stählernen Roß bei 33 Grad im Schatten schweißtreibend (auf der Strecke gab es aber keinen Schatten). Mein erster "Wat" (Ko Kaeo) an dem Tag überraschte mich. Kein Touri (außer mir) weit und breit, nur einige Locals, Mönche und Bauarbeiter, die an verschiedenen Stellen der Tempelanlage - mal mehr mal weniger - fleißig vor sich hin hämmerten. So ohne Gedränge und halbwegs allein konnte ich stöbern. Manchmal wusste ich dabei allerdings nicht, ob ich jetzt schon in die privaten Gemächer der Mönche - inkl. den Nasszellen - eingedrungen bin. Aber ich wurde nirgends zurück gepfiffen. Im Gegenteil, an mir wurde - ohne das übliche Mustern - vorbeigeschlendert, als ob ich hier zum täglichen Inventar gehörte. Nachdem ich dann fast jede Ritze im Areal aus Tempeln, Statuen, Intarsien etc. erkundet hatte, gings weiter zum Wat Yai Chai Mongkhon. Eine gigantische alte Tempelanlage; und die Burmesen waren hier wohl nicht durchgefegt, denn die vielen Buddha-Statuen hatten noch ihr Haupt. In der verbundenen Parkanlage mit verschiedenen Wasserteichen mit massenhaft Fischen waren wieder unglaublich viele Hähne/Hühner in unterschiedlichen Größen aufgestellt. Was sich dahinter verbirgt, ist mir recht unklar und auch Google hat so einige verschiedene historische Varianten parat. Zusammenfassend mag ich ausgemacht zu haben, dass sie wohl vor Wohlstand stehen ... Von hier aus gings weiter zum Wat Phanan Choeng. Hier hatte mir Gerhard u.a. vom größten sitzenden goldenen Buddha berichtet. Inwieweit das korrekt ist oder nur für die Umgebung gilt, keine Ahnung, aber riesig war er. Einige weitere Sehenswürdigkeiten beinhaltete die Anlage, die mir sehr chinesisch angehaucht vor kam; ohne dass ich dies näher verifizieren könnte... Die brennende Sonne stand tief und so gings zurück in meine Hood, wobei mir auf der Nahrungssuche ein Burgerrestaurant begegnete. Asche auf mein Haupt, aber heute sollte es dann mal kein Thai-essen geben. Ein - wohl nicht aus dem Erzgebirge stammender - Nussknacker weckte heimatllich-weihnachtliche Gefühle und schaute mir beim Verspeisen meines Burgers zu; ein etwas eigentümliches Bild in der ansonsten westlich angehauchten gastronomischen Einrichtung. ... Vollgefuttert schwingte ich mich wieder aufs Radel und überwand die letzten Kilometer zu meiner Behausung und Dusche, obwohl ich teilweise nicht wusste, ob ich mich noch auf Straßen bewegte, die für Radfahrer zulässig sind (Google kennt hier nur Fußgänger und Moped). Ich war das einzige Rad weit und breit auf einer vierspurigen Straße, aber egal, irgendwie bin ich heil angekommen ... Frisch geduscht und nach einem kurzen Powernap (es war ja jetzt wieder 19.00 Uhr 😅) besorgte ich mir noch ein lecker gekühltes LEO aus Gerhards Fundus aus der Lobby, bezahlte mein letztes Parkknöllchen aus Dresden (danke an Paul fürs Schauen nach meiner heimatlichen Post) und machte mich später nachts wieder ans geliebte Packen meines Rucksacks für den nächsten Morgen, denn früh sollte es ja weiter Richtung Kanchanaburi gehen...
Heute früh quälte ich mich schon gegen 7.00 Uhr aus der Koje und zur üblichen Morgenroutine, schlappte zum Frühstück und beglich dabei meine letzten Schulden bei Gerhard, denn "spätestens" 8.30 Uhr sollte ich abgeholt werden. "Spätestens" heißt ja nach meinem deutschen Verständnis, es könnte auch eher werden und ich wollte natürlich parat stehen. 8.30 Uhr war natürlich noch keiner da, 9.00, 9.15 und 9.30 Uhr ebenfalls nicht. Zwischenzeitlich wurde ich langsam etwas nervös und schrieb schon zwei Mails, wo denn meine Mitfahrgelegenheit bliebe. Der Chatbot war allerdings nicht sonderlich aussagekräftig und versorgte mich mit der hilfreichen Info, dass es immer mal etwas später werden könnte. Besten Dank. ... Er sollte aber Recht behalten und 9.35 Uhr traf völlig entspannt der Mini-Van doch noch ein. Ich war der Letzte, der abgeholt wurde. Der Mini-Bus war schon vollgepackt, augenscheinlich Franzosen. Auf mein "Hallo" wurde ich nur verständnislos angeguckt, so nahm ich - nachdem ich meinen Rucksack auf den Berg an Reisegepäck im Kofferraum gewuppt hatte - auf dem letzten freien Sitz neben einem grimmig dreinschauenden Franzosen Platz. Und nun auf der planmäßig 2,5-Stunden-Fahrt nutze ich die Zeit, um die neusten Nachrichten aus der Heimat zu studieren, diese Zeilen zu tippen und dem Treiben auf den Überlandstraßen zu folgen ...
PS: Ich bin nunmehr in meiner Unterkunft in Kanchanaburi angekommen. Dazwischen gab es noch ein paar Diskussionen, weil ich zunächst nicht - wie gebucht - an meinem Bed and Breakfast rausgelassen werden sollte, sondern an einem zentralen Busbahnhof einige Kilometer entfernt. Nach etwas Hin und Her und hektischen Telefonaten der Busbegleiterin bin ich dann doch noch (fast) ordnungsgemäß abgeliefert worden. Ein französisches Pärchen mit demselben Problem hatte sich zuvor schon genervt ein Grab-Taxi geordert. Ganz genau schien die sichtlich überforderte Busbegleiterin meinen gebuchten Haltewunsch aber nicht zu kennen, sodass sie überrascht - und zugleich erfreut - war als ich ca. 100 Meter nachdem mein Ziel schon vorbei war an einem Halt die Tür öffnete und ausstieg. Trotzdem bin ich nun gut 1,5 Stunden vor meinem eigentlichen Check-in schon in meiner Butze und werde gleich mal etwas mein neues Viertel erkunden...
