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Fünf Dörfer sollen es sein

Veröffentlicht: 07.06.2019

Die zweite Nacht in unserem kleinen Wohnmobil, unserm Jumper, neigt sich dem Ende und geschlafen, hat Basti nicht allzu viel. Die klitzekleine Erkältung mit den verschlossenen Nebenhöhlen, welche am Brenner Kopfzerbrechen verursachte, schlägt langsam auch auf die Lunge über. Schnaufen durch die Nase ist in seiner Blutlinie eh nicht so im Trend. Aber wer lässt sich von so n bisschen Erkältung schon unterbringen – wir sicher nicht.

Gg. Mittag ist das Wohnmobil wieder gepackt und das einzige was noch fehlt, ist die Entscheidung wo es nun hingehen soll. Venedig oder Cinque Terre hieß es am Vortag, mit starker Tendenz Richtung Cinque Terre. Immerhin waren wir letztes Jahr etwa zur selben Jahreszeit in Lerici, und eigentlich interessierte es uns schon brennend, ob es da immer noch so schön ist. Die Entscheidung fiel somit leicht, Venedig ist eh immer überlaufen und nach unserer ersten italienischen Pasta-Session mit Pesto, frisch aufgefülltem Wassertank (mit geschlossenen Ablaufventilen geht das erstaunlich schnell und problemlos) machten wir uns auf den Weg weiter gen Süden. Die Wahl des Campingplatzes fiel auf den „Cinque Terre“, nicht ganz günstig, dafür mit 2 km zum Meer und ordentlichen Stellplätzen. Die letzten Kilometer auf der Anfahrt machten Chrissi ordentlich zu schaffen, wie können die hier auch nur so enge Kurven bauen, aber 5 cm Abstand zu allen Leitplanken und entgegenkommenden Cabrios konnten immer eingehalten werden und somit kamen wir nach etwa drei Stunden Fahrt am Platz an.


Relativ wenig los und im Gegensatz zu unserem ersten Platz angenehm schattig. Auch die Luft war jetzt in Meeresnähe deutlich angenehmer. Nach der fachmännischen Anmeldung an der Rezeption, „BIG CAR“ und Chrissis vollem Ausreizen ihrer Spannweite zwischen ihren Handflächen bekamen wir einen angenehm großen Stellplatz zugewiesen, auf dem wir uns ausbreiteten. Abladen der Räder, Spannen der Markise, Aufbau unseres Essensbereichs, fühlt sich alles bereits nach Routine an und unser Lager steht nach wenigen Minuten.

Der Magen grummelt langsam, die Nudeln sind doch schon ein wenig her, und heute Abend soll es das erste Mal was gescheites selbst gekochtes geben. Mit Fleisch und so. Also rauf auf die Räder, kleiner Abstecher ans Meer, wo wir dank des nicht unerheblichen Wellenganges ein paar Surfer beobachten können und ab in den Supermarkt.

An der gut sortierten Fleischtheke entscheiden wir uns für zwei saftig aussehende Schweinekoteletts – Jägerschnitzel soll es werden. Frische Pilze suchen wir vergeblich beim Gemüse, finden dafür eingelegte relativ fix und das Zwei-für-Eins Angebot der eingelegten Artischocken bleibt von uns auch nicht unbeachtet. Mit vollgepacktem Rucksack und leerem Magen quälen wir uns das Hügelchen zu unserm Campingplatz wieder hinauf und etwa eine Stunde später genießen wir unser köstliches fleischiges Mal mit dem eigens nach Italien reimportiertem Hochzeits-Roséwein von La Vialla.


Gg. Zehn übermannt uns mit der einbrechenden Dunkelheit die Müdigkeit und wir gehen gut gestärkt zu Bett. Der Hahn auf dem benachbarten Bauernhof kräht noch einmal zum Gute-Nacht Gruß und uns fallen die Augen erstaunlich schnell zu. Schon ein bisschen aufregend, unsere kleines Abenteuer gen Süden.

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