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Woche 4

Veröffentlicht: 10.09.2025

Guten Morgen, heute ein Rückblick auf Woche 4, die meinen ersten Monat in Mexiko beschließt. Wie die Zeit rast! 

Montag beginnt ganz entspannt mit Essen bei Lydia. Paula, Xaver, Lydia, Naava (aus Finnland) und ich machen wunderbare Sommerrollen, was mich an meine WG erinnert. Das haben wir zuhause immer gemacht, ich vermiss jetzt die anderen ein bisschen :(

Dienstag ist aufregend, wir fahren nach einem super langen Unitag spontan  in die Stadt zu einem Lucha Libre, einem CDMX-traditionellen Kunstkampf. Ich wusste ja nicht so richtig, was mich erwarten würde. Aber die Gesichter der anderen drücken die verschiedenen Emotionen, die ich zeitgleich durchlaufe, ganz gut aus:

Meine Mitbewohnerinnen Laureen und Maxence, und Naava (von links)

Vor allem bin ich geschockt vom Publikum, das in den heftigsten Gewaltausdrücken die Kämpfenden anfeuert. Gleichzeitig kann ich mich des aber auch nicht richtig mitreißen lassen, weil man schon am Anfang jedes 20-minütigen Kampfes weiß, welche „die Guten“ und „die Bösen“ sind. Es knallt die ganze Zeit gewaltig, mich beeindruckt ein bisschen, wie sich da niemand wirklich verletzt. Wir gehen nach etwa 2 von 3 Stunden, die das ganze laufen soll. Als nächstes kämen nämlich Kleinwüchsige als Kämpfer (!!) und das muss ich mir echt nicht geben. Zusammenfassend würde ich sagen: najaa wenn’s zur Kultur dazugehört, kann man sich‘s ja mal anschauen, aber für mich fühlt es sich irgendwie an wie ein Kinofilm in Überlänge, ohne Plot aber man kennt das Ende und man hat ja schon Eintritt bezahlt, also bleibt man halt irgendwie sitzen. Wenigstens gibt’s Snacks (ähnlich teuer wie im Kino haha).  

Mittwoch unternehme ich zum ersten Mal in dieser Stadt etwas alleine. Ich fahre mit dem Bus nach Coyoacán, was sich langsam zu meinem Lieblingsviertel entwickelt. Ich habe das Gefühl, zumindest das Zentrum jetzt auch schon ohne GoogleMaps navigieren zu können. Zumindest mein neues Stammcafé, meinen Pralinenladen und den Eisstand finde ich :) ist halt nur auch schon ne Stunde von zuhause weg, also muss ich mal in meiner Ecke nach Cafés suchen. Jedenfalls gehe ich heute in ein Museum in diesem Viertel zu indigenen Kleidung von Frauen. Es ist ein kleines Museum, aber süß! Schön bunt.

El Museo Nacional de las Culturas Populares

Im Café sitze ich dann bis abends und mache Uni. Paula und zwei Kumpels kommen noch vorbei abends, wir quatschen ein bisschen und nehmen dann ein Uber nach hause. Donnerstag Abend habe ich wie immer Uni bis 7 und mache dann nix mehr, weil ich bisschen chillen muss, bevor das Wochenende dann auch wieder viel los ist (Spoiler: hat ja offensichtlich nicht so gut geklappt, die Migräne holt mich am Samstag ein). Als ich nach hause komme, sitzt vorm Haus Genc (der eine Schwede) und sonnt sich, das sieht sehr witzig aus. Wir finden später raus, dass es in der ganzen Straße Überwachungskameras gibt, weil sich der Torguard von vorn mit Fotos von der Kamera an unseren Vermieter wendet und erklärt, dass das Erregen öffentlichen Aufsehens ist oder so und echt nicht geht…

Gemütlich, wer braucht da noch nen Liegestuhl am Strand zum Sonnen…

Freitag holt mich Alan nach der Uni ab und wir gehen was in seiner Ecke in einem Tacorestaurant essen. Ich mag, dass man hier für unter 10 Euro in diesen Läden/Restaurants traditionell mexikanisches, einfaches, aber sättigendes Essen kriegen kann. Zum Nachtisch gibt‘s Fresa con Crema (Erdbeeren mit Sahne), was mich irgendwie voll an Großmama erinnert, bei der ich immer Erdbeeren mit Zucker oder Sahne bekommen habe. Danach gehen wir auf eine Hausparty von Alans Freund. Ich weiß nicht, es ist gut, Spanisch zu üben mit den Leuten hier und viele sind auch sehr interessiert, aber ich werde das Gefühl nicht los, wie eine Trophäe für ihn zu sein. Ein Kumpel von ihm sagt, er sei neidisch und ob ich nicht noch Freundinnen hätte und ein anderer will mit mir ein Foto machen, weil er „noch nie eine Europäerin getroffen“ hat. Ich fühle mich damit nicht wohl und sage auch was, aber ich hätte mir gewünscht, dass da von Alan mal was kommt. Als ich es später anspreche, kann er das gar nicht so nachvollziehen. Wir spielen auch Bierpong und ich bin super drin, deutsches Studileben hat mich für internationale Konkurrenz gerüstet.

Das war meine Woche, morgen geht es nach Puebla, dazu aber kommt ein neuer Eintrag. Kuss und schönes Wochenende!


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