Tag 91: Durban - Zwischen Tropen und Savanne
Safari im Phe Zulu Safari Park


Veröffentlicht: 28.01.2023
Port Elizabeth (kurz P.E.) liegt in der Provinz Ostkap, an der Algoa Bay, circa 770 Kilometer östlich von Kapstadt. Gemeinsam mit den Städten Uitenhage und Despatch sowie weiteren Orten bildet sie die Metropolgemeinde Nelson Mandela Bay Municipality mit rund 1,2 Millionen Einwohnern. Bekannt ist Port Elizabeth für ihre weißen, weitläufigen Sandstrände, die in unmittelbarer Stadtnähe liegen. Sie gilt als die Hauptstadt des Wassersports von Afrika. Der mit Abstand wichtigste Wirtschaftsfaktor ist die Autoindustrie. Ford und General Motors haben ihre Produktionsstätten in der Stadt und VW betreibt sein größtes afrikanisches Werk mit über 7.000 Beschäftigten in Uitenhage. Der Hafen ist der drittgrößte Südafrikas. The „Windy City“ wird Port Elizabeth wegen ihrer hervorragenden Bedingungen für den Wassersport genannt. Surfen, Segeln, Baden und viele andere Freizeitbeschäftigungen ziehen in- und ausländische Touristen in die Stadt an der Algoa Bay. Die Nähe zu einigen der berühmtesten Attraktionen Südafrikas, wie dem Addo Elephant National Park, macht sie zudem besonders reizvoll. Doch auch ein Stadtbummel zu den historischen Gebäuden ist interessant – ebenso wie ein Einkaufsbummel in den Kunst- und Antiquitätengeschäften. Ein besonderes Erlebnis ist ein Besuch in einem Xhosa Medicine Shop, in der traditionelle Medizin der heimischen Xhosa verkauft wird.
Der Lotse hat verschlafen, deshalb dürfen wir ausnahmsweise ohne Lotsen in den Hafen einfahren, allerdings an eine andere Pier. So liegt unser Schiff nun Heck an Heck mit der AUDAaura, die heute Abend auslaufen wird.
Gegen 9 Uhr geht es zu Fuß zum Hafenausgang. Eigentlich wollen wir eine Fahrt durch die Stadt machen. Mike schlägt eine Kombination mit den Kragga Kamma Game Park vor und möchte dafür 100€ p. P. haben. Zu teuer sagen wir, da macht er ein Sonderangebot. Die Frau ist frei, das heißt es sind jetzt 67€ für jeden. Wir machen den Deal und fahren los. Mike ist Rentner und macht das in seiner Freizeit auf freiberuflicher Basis. Sein Spaß am Job wird sofort spürbar.
Unter „game drive“ versteht man in Südafrika eine Fahrt durch einen Safaripark. Den unternehmen wir in Mike‘s Wagen. Er kennt sich hervorragend aus, weiß wo die verschiedenen Tiere zu finden sind und welche Unebenheiten umfahren werden müssen. Dabei erklärt er die Entstehung des Parks, Besonderheiten einzelner Tiere und vieles mehr. Bevor der AIDA-Bus ankommt, waren wir bereits im Park-Café, was uns Wartezeit erspart. Wir können verschiedene Antilopen, Giraffen, Zebras, Strauße, Warzenschweine, Büffel, Nashörner und sogar Geparden sehen, einige stehen sogar direkt vor oder neben dem Auto. Nur die Löwen sind nicht zu finden.
Auf dem Rückweg sehen wir die wichtigsten Punkte von Port Elizabeth. Dazu gehören das Fort, Gebäude aus der Kolonialzeit und Donkin Reserve (ein Platz, der mit 67 Kunstwerken an Nelson Mandela erinnert). Die Fahrt durch die alte Hauptstraße zeigt heruntergekommene Häuser mit teils zugemauerten Fenstern und Türen, viele Obdachlose und jede Menge Müll. Mir wird bei dem Anblick klar, warum wir ständig davor gewarnt werden, durch die Stadt zu laufen. Das macht hier niemand, es ist einfach zu gefährlich, wie auch mehrere Fälle von Raub bei AIDA-Gästen bestätigen. Aber man kann selbstverständlich die Stadt sehen, wenn man sich an bestimmte Regeln hält. Wir haben uns nie unsicher gefühlt, waren aber auch nie alleine und zu Fuß unterwegs. Nach 4 1/2 Stunden bringt uns Mike direkt bis zum Schiff. Wir bedanken uns für den wunderbaren Tag.
Abends läuft die AIDAaura aus, wobei sie in weniger als 30 Meter langsam rückwärts an der AIDAmar vorbei gleitet, Schiffshupe, winken, Lichter schwenken und Lasershow inklusive.
Am zweiten Tag geht es in den Abbo Elephant National Park. Wir sind eine Gruppe von 12 Leute, die diese Tour schon vor langer Zeit über Noelle gebucht haben (115€ p.P.). Pünktlich um 8 Uhr holen uns zwei Jeeps vom Hafen ab. Wir teilen uns in eine 7er und eine 5er Gruppe auf. Der Fahrer unserer 5er Gruppe (Martina & Uwe Sommer, Irm, Marion & ich) heißt Wanele. Ein netter Typ, der vielleicht etwas zu häufig Formel 1 Rennen geschaut hat. Jedenfalls fährt er auf der Autobahn einen flotten Reifen. Der Park ist riesig. Der Weg führt zwischen dichtem Buschland hindurch und Wanele rät, die Kameras bereit zu halten. Es kann alles passieren, wie er es ausdrückt. Plötzlich steht zwischen den Bäumen ein Kudu, einmal bricht auch ein einsamer Elefantenbulle direkt neben dem Fahrzeug durch die Büsche. Hätte mir nie vorstellt, solche Nahaufnahmen einfangen zu können. Fantastisch! An einem Wasserloch treffen wir auf eine Herde von mehr als 100 Elefanten, die abwechselt baden. Wenn die Kleinen ins Wasser gehen, sind die Mütter stets daneben. Die Antilopen halten Abstand, Warzenschweine werden von Wasser vertrieben. Es ist klar, wer hier das Sagen hat. Trotz intensiver Suche finden wir weder die Nashörner noch die Löwen. Dafür treffen wir uns auf dem höchsten Punkt des Parks (300 Meter) und schießen Gruppenfotos mit Fahrern und Jeeps. Anschließend geht es ins Main Camp zu einem sehr guten Mittagessen. Nachdem wir gestärkt sind geht es nochmals quer durch den gesamten Park, wobei wir richtig durchgeschüttelt werden. Aber in der Mittagshitze gibt es keine Chance die Löwen doch noch zu sehen. Weil Wanele wohl den Auftrag hat, uns nicht zu früh zum Schiff zurückzubringen, fahren wir eine Schleife am Fußballstadion vorbei und durch die alte Hauptstraße zum Hafen. Die 8 1/2 stündliche Tour war anstrengend, aber sehenswert. Wanele hat überdies für Unterhaltung und viel Hintergrundinformation gesorgt. Auch diese Safari stufen wir als äußerst gelungen ein.
Von den Big Five (Elefanten, Löwen, Leoparden, Nashörner und Büffel) haben wir leider nur drei gesehen. Löwen und Leoparden ließen sich nicht blicken, dennoch sind wir nicht enttäuscht.
Um 21 Uhr laufen wir mit Ziel Kapstadt aus, das wir am 31.01. morgens um 6 Uhr erreichen sollen.
