Baustelle Fundacion
29. Juni 2017 das rote gebäude, welche schon mehrmals auf fotos zu sehen war, ist der alte teil der fundacion. es besteht aus küche und essraum, sowie räumlich etwas abgegrenzt,...

Veröffentlicht: 30.06.2017







30. Juni 2017
bis kurz vor diesem heutigen datum habe ich gar nicht so richtig geschnallt, dass die eigentliche volontärszeit an diesem freitag zu ende ist. das schuljahr ist fertig, für die kinder stehen teilweise noch prüfungen an in der nächsten woche. die fundacion ist aber mit diesen unregelmässigen, kurzfristigen einsätzen nicht sinnvoll führbar. zudem bereitet sich das team um alba und paul auf das dreitägige lager vor.
wenn man ordentlich über die homepage www.prominadoresdesuenos.org einsteigt und sich dort als volontär anmeldet, dann wird man im laufe der bewerbung natürlich drauf aufmerksam gemacht. ich bin als quereinsteiger über den verein "la rosa" und die gründerin rosa frei-weisskopf reingekommen und habe überhaupt darum mit meinem kurzen engagement mitmachen können. normalerweise muss man mindestens zwei monate einsatz machen, was natürlich mehr sinn macht. es dauert nicht lange, bis du die abläufe und deine aufgaben kennst, aber es ist gut, wenn für die gegenseitige angewöhnung volontär - kinder genügend zeit vorhanden ist. manche kinder schauen erst sehr gut, bis sie sicher sind und wagen sich erst dann an die neue person heran. obwohl, man hat den eindruck, die bestürmen einem alle in der ersten minute schon und wollen gleich zu beginn alles wissen.
was ich nächste woche machen werde, weiss ich nicht genau. klar ist, dass auf dem bau genug zu tun ist und wer kriegt schon die möglichkeit, auf ringelspitzhöhe körperlich zu arbeiten? vielleicht ist es eine andere arbeit, eigentlich egal. zu tun gibt es ganz bestimmt.
für den abschied haben sich die leiter einen kleinen, stimmigen festakt überlegt. nachdem der znüni und zvieri am abschiedstag traditionsgemäss von den scheidenden volontären gemacht wurde und laura (danke!!!) sich nicht nur das birchermüesli ausgedacht, sondern grösstenteils auch gemacht hat, wurden wir nach dem zvieri am nachmittag in einen grossen kreis in der aula gebeten. dort übergaben uns zwei der kinder jeweils ein büchlein mit karten der kinder. ganz persönlich gemacht und sehr berührend. klar, bei laura, denn sie war sieben wochen da und hat einen ganz guten draht zu den kindern gehabt. ich aber war umso mehr erstaunt, dass mir so viel herzlichkeit entgegen gebracht wurde. habe ich doch nur drei wochen "geholfen", mit (zu) wenig spanischkenntnissen und eher abblockend, wenn die kinder mir zu nahe kamen (vor allem im kopfbereicht !!).
natürlich dasselbe theater wie immer, wenn es abschied nehmen hiess. die augen wollten gar nicht mehr aufhören feucht zu sein. erst als ich mit einer gruppe von kindern noch ein paar selfies machte, kam der spassfaktor rein und weg waren die tränen. alle die kinder, welche zum abschied noch vorbeikamen, haben mich umarmt. und ich sie auch, musste mich aber zum teil ordentlich bücken.
von den morgenkindern konnten wir uns nicht so gut verabschieden, denn wir waren mit marco verabredet. er erzählte uns die geschichte der fundacion, was bis über die mittagszeit hinaus dauerte. ich werde einen bericht für die zeitung schreiben und da braucht es schon ein bisschen was an hintergrundinfos. kann nicht einfach schreiben, dass ich am ersten montag bei den hausaufgaben geholfen habe. und am dienstag auch. und sogar am mittwoch ...
in diesem gespräch ist mir klar geworden, dass der ansatz in der kinder und jugendarbeit von minadores de suenos ganz anders ist, als bei herkömmlicher kinder- und jugendarbeit in südamerika. normal ist das beispiel, dass man mit strassenkindern arbeitet. minadores de suenos setzt anders an. in einem viertel, wo ein grosser teil der kinder in der kinderarbeit landen müssten, ermöglichen sie für viele, diesem schicksal zu entgehen. der ansatz ist präventiv und nachhaltig.
ich werde darüber berichten.
besonders interessiert haben mich fallbeispiele aus marcos erfahrungskiste. schicksale von kindern, die ich hier weder nacherzählen, noch reisserisch und schnell-schnell skizzieren möchte. diese geschichten sind echt und ich möchte sie erzählen. es sind geschichten, kaum zu glauben für uns schweizer, bei welchen die zuhörer an meinen lippen hängen werden. unglaublich, fantastisch, noch nicht zu ende, also ausgang offen, und sehr eindrücklich. auch wenn es nur erzählt ist, doch man weiss, es ist wahr.
ich weiss nicht, wie viele jahre man zurückschrauben müsste, um viele solcher geschichten auch bei uns in der schweiz finden zu können. es sind ganz bestimmt keine hundert jahre her.
mich freuts, euch von den "waldkindern" und vom "schafskind" aus quito erzählen zu können.
in einem monat könnte es theoretisch soweit sein ...